Baugrundstücke in der Stadt

Wohngebiet „Hinter den Gärten“: Innenverdichtung in Schneverdingen

Baugrundstücke in der Stadt

Zwar saßen einige Brandbekämpfer in ihren blauen Uniformen im Publikum, doch das war nicht der Grund, warum die Schneverdinger Ratsfrauen und -herren die Tagesordnung in ihrer Sitzung am vergangenen Mittwochabend schnell wie die Feuerwehr abarbeiteten. Die Ratssitzung, die wegen der Corona-Auflagen wieder im Bürgersaal der Freizeitbegegnungsstätte abgehalten wurde, war schon nach einer Stunde beendet. 17 Punkte standen auf der Tagesordnung, Diskussionsbedarf gab es nicht. Neben der Ernennung und Verabschiedung von Funktionsträgern der Feuerwehr, daher die Ehrenamtlichen im Publikum, ging es um unter anderem auch um den Bebauungsplan Schneverdingen Nr. 85 „Wohngebiet hinter den Gärten“, den der Rat einstimmig als Satzung beschloss. Hier geht es im Zuge der von der Stadt angestrebten Innenverdichtung um die Nutzung freistehender Flächen zwischen Sandstraße und Nordstraße, auf denen zirka zehn bis 15 Wohneinheiten entstehen sollen.

„Auch in Zukunft werden wir in Schneverdingen stärker Innenverdichtung haben“, so Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens. Sie verwies auf den „Niedersächsischen Weg“, eine bundesweit einmalige Vereinbarung zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Politik, die die Akteure verpflichtet, konkrete Maßnahmen für einen verbesserten Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen. Unter anderem sieht das Papier vor, dass die Neuversiegelung von Flächen in Niedersachsen bis zum Jahr 2030 auf unter drei Hektar pro Tag und in den Folgejahren weiter auf Netto-Null bis spätestens zum Jahr 2050 reduziert werden soll. Auch in der Fortscheibung des Landesraumordnungsprogramms gehe es um eine Reduzierung der Flächenversiegelung, so Moog-Steffens. „Das freut sicherlich nicht alle, aber es gibt eben in der Innenstadt noch Flächen, die nicht bebaut worden sind“, betonte die Bürgermeisterin. In der Wohnungs- und Wohnbaulandbedarfsanalyse 2030 der Stadt Schneverdingen wurde eine Potentialfläche für eine Innenentwicklung im Bereich „Hinter den Gärten“ ermittelt. Für Teile dieses Quartiers zwischen Sandstraße und Nordstraße gibt der Bebauungsplan Nr. 13 aus dem Jahr 1966 das Planungsrecht vor. Der Bebauungsplan war jedoch bislang in einem südlichen Teilbereich nicht umsetzbar, da notwendige Flächen für die Herstellung einer Planstraße nicht verfügbar waren. „Die Eigentumsverhältnisse haben sich geändert“, so Moog-Steffens, so dass nunmehr Flächen für eine geordnete rückwärtige Erschließung des Baugebietes zur Verfügung stünden.

Laut Bürgermeisterin seien die Grundeigentümer im Geltungsbereich bereits am 17. Oktober vergangenen Jahres bei einem Erörterungstermin über die Planungsabsichten der Stadt und die möglichen Auswirkungen informiert worden. Eine Familie habe in der Folge eine Stellungnahme abgegeben, die allerdings nicht zu gravierenden Änderungen geführt habe.

Der Planentwurf sieht eine Erschließung der südlich gelegenen rückwärtigen Grundstücksflächen über eine neue Planstraße, die mit einer Breite von 7,50 Metern, mit einem Wendehammer und einem zusätzlichen Stich in südlicher Richtung auf das zwingend notwendige Maß reduziert wurde. Insgesamt ermöglicht diese Planstraße eine Erschließung von rund fünf bis sieben Baugrundstücken, so dass etwa zehn bis 15 Wohneinheiten auf den Flächen entstehen können. Auf die 1966 geplanten Verbindungen zur Sandstraße und einen Fußweg zur Schulstraße wird mangels Realisierungsmöglichkeit verzichtet. Für den aktuellen Gebäudebestand ist die Erschließung gesichert. Die Erschließung der übrigen rückwärtigen Bauflächen, die nicht durch die neue Planstraße erschlossen werden, kann laut Verwaltung in der Regel nur zwischen den vorhandenen Wohngebäuden privat realisiert werden.

Um den Charakter der Straße Hinter den Gärten zu wahren und höhere Mehrfamilienhäuser mit zwei Vollgeschossen und zusätzlichem Staffelgeschoss zu vermeiden, wird laut Moog-Steffens entlang dieser Straße sowie an der neuen Planstraße eine eingeschränkte Zweigeschossigkeit festgesetzt. An den äußeren Bereichen, die durch die Schul-, Feld-, Sand-, und Nordstraße erschlossen seien, werde hingegen ein Höchstmaß von zwei Vollgeschossen festgesetzt, damit an diesen Straßen entsprechend höhere Gebäude, wie sie auch im Bestand vorkämen, weiterhin möglich seien.

Durch große, durchgängige Baufelder wird mit dem Bebauungsplan Nr. 85 „Wohngebiet Hinter den Gärten“ die bauliche Nutzbarkeit der Grundstücke erweitert und zum Beispiel eine Bebauung der Grundstücke in zweiter Reihe ermöglicht.

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