„Bedarf für solch ein Wohnmodell ist da“

Aus ehemaliger Schneverdinger Heidelandhaus-Pension wird Demenz-WG

„Bedarf für solch ein Wohnmodell ist da“

Noch sind zwar nicht alle Zimmer fertiggestellt und die Handwerker arbeiten derzeit an der Umgestaltung der Räumlichkeiten in altersgerechte Apartments, doch einige Wohneinheiten sind schon bezugsbereit. Die ersten Mieter können also einziehen: „Im August wollen wir starten“, freuen sich Simone und Devid Wagner, dass es jetzt losgeht. Das Paar aus Harburg baut in Schneverdingen die ehemaligen Ferienwohnungen im Heidelandhaus Bussat zu einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke um. „Wenn alles fertig ist, können hier bis zu zwölf Personen wohnen“, plant Devid Wagner. Er und seine Frau agieren als private Vermieter bei diesem Projekt, um die ambulante Pflege der Mieter kümmert sich die Diakonie Schneverdingen. Deren Vertreterinnen Anne-Marie Gestmann und Jana Ruschke stellten bei einem Treffen gemeinsam mit Familie Wagner das Konzept für diese besondere Wohnform vor.

Die Räumlichkeiten der früheren Pension seien ideal, auch wenn für die neue Nutzung natürlich einiges umgestaltet werden müsse, erklärt Simone Wagner. Das Haus am Rande der Heideblütenstadt bietet mit rund 350 Quadratmetern und seinen vielen Zimmern genügend Platz. „Alles wird entsprechend barrierefrei umgestaltet“, so die Vermieterin. „Dazu gehört auch ein Treppenlift“, ergänzt ihr Mann. Doch die einzelnen Wohneinheiten mit einer Größe von bis zu 35 Quadratmetern sind nicht alles, was das Anwesen zu bieten hat: Auf dem Areal finden sich auf rund 1.800 Quadratmetern zudem eine Terrasse und ein Taubenschlag sowie ein großer Garten mit Teich und Obstbäumen. „Die Bewohner können hier Äpfel pflücken, vielleicht sogar Kaninchen halten und sich einfach wohlfühlen - wir möchten ihnen einfach ein schönes Zuhause bieten“, so Simone Wagner. Es solle eine selbstverwaltende Wohngemeinschaft entstehen: „Dafür wollen wir den passenden Rahmen schaffen. Die Betreuung übernehmen dann die Profis.“

Und die kommen von der örtlichen Diakonie, die in ihrem Schneverdinger Seniorenzentrum Wiesentrift natürlich viel Erfahrungen mit der Versorgung demenzkranker Menschen hat. Doch anders als in der Einrichtung oder sonst in klassischen Pflegeheimen, solle ein privates Objekt eine gemütliche, hochwertige und eben private Lebensumgebung bieten, betont Wagner. Und Anne-Marie Gestmann von der Diakonie bestätigt: „Der Bedarf für solch ein Wohnmodell ist da. Außerdem sehen wir in einer Demenz-WG wie dieser auch keine Konkurrenz.“ Es sei einfach ein alternatives Angebot, „und hier wollen wir gern tatkräftig unterstützen.“

Bei dem Konzept dieser selbstverwaltenden Wohngemeinschaft vorwiegend für Senioren mit einer Demenzerkrankung schließen die Bewohner den Pflegevertrag dementsprechend mit dem zuständigen Pflegeunternehmen - also mit der Diakonie Schneverdingen - ab und mit dem Vermieter den Mietvertrag über den einzelnen Raum plus Gemeinschaftsfläche. Die Pflegeeinrichtung gewährleistet dann eine 24-Stunden-Betreuung. „Unsere Fachkräfte, zum Start voraussichtlich zwei, werden dann für die Versorgung rund um die Uhr vor Ort sein“, plant Jana Ruschke von der Diakonie.

Die einzeln zu vermietenden Räume verfügen übrigens teils über eigene Bäder in einem Fall sogar über einen eigenen Balkon. Zudem gebe es einen Gemeinschaftsraum und eine Küche für die WG, so Simone Wagner, „und jeder Bewohner darf sich natürlich gern einbringen.“ Das Projekt sei in jedem Falle unbegrenzt, also auf Dauer angelegt. Wer mehr über die Demenz-WG erfahren will oder sich für einen Platz interessiert, kann mit Familie Wagner Kontakt aufnehmen, entweder per E-Mail an heidelandhaus@yahoo.com oder unter Telefon 0151-50742803.

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