Mit einem abwechslungsreichen Programm, historischem Handwerk zum Anfassen und der feierlichen Einweihung des neuen Färbergartens hat das Freilichtmuseum De Theeshof in Schneverdingen jüngst den Internationalen Museumstag begangen. Der beachtliche Besucherandrang übertraf dabei alle Erwartungen der Organisatoren. Schon am Vormittag strömten zahlreiche Gäste auf das weitläufige Museumsgelände, auf dem Geschichte lebendig wurde. In nahezu allen Gebäuden präsentierten Ehrenamtliche und Handwerker traditionelle Techniken und luden die Besucher zum Staunen und Nachfragen ein.
Ein Höhepunkt des Tages war die Einweihung des neuen Färbergartens. Um 14 Uhr wurde das Projekt offiziell vorgestellt. Die Idee dazu stammt von Melanie Gerken. Umgesetzt wurde die Anlage von der Dienstagsrunde unter Leitung von Jörg Pfannkuche und Heiner Inselmann. Finanziell unterstützt wurde das Ganze maßgeblich vom Lions-Club Schneverdingen. Rudolf Röhrs überbrachte stellvertretend für die Lions Glückwünsche und verwies auf die Bedeutung des Gartens als anschaulichen Lernort, an dem künftig historische Färbepflanzen und ihre Verwendung vermittelt werden. Sodann begoß Röhrs unter dem Beifall der Museumsgäste die Hochbeete mit Sekt.
Besonders großen Zuspruch fanden die Vorführungen alter Handwerkskünste. Im Uhrenmuseum erklärte Uhrmachermeister Taco Walstra anschaulich, wie mechanische Uhren repariert werden. Geduldig zeigte er den zahlreichen Besuchern die filigrane Feinmechanik im Inneren eines Uhrwerks. Im Haupthaus demonstrierte Schuster Henrik Cohrs die traditionelle Schuhherstellung. Statt moderner Klebeverfahren zeigte er, wie Schuhe früher von Hand genagelt wurden. Lederhandwerker Arwed Freitag fertigte vor Ort hochwertige Lederwaren wie Geldbörsen, Stricknadel-Etuis und weitere Gebrauchsgegenstände. Auch spezielle Munitionstaschen für Jäger gehören zu seinem Sortiment. In der Schmiede formte Thomas Vrint glühendes Eisen mit Hammer und Amboss zu neuen Werkstücken.
Im Schafstall zeigten Spinnerinnen und Weberinnen, wie aus Wolle in sorgfältiger Handarbeit Garn und Textilien entstehen. Der Färbergarten ergänzt künftig die Präsentation des Umgangs mit dem nachhaltigen Wertstoff Schafwolle. Ihre Wolle an behielten allerdings die Schnucken der Höpenschäferei, die mit Wiebke Schmidt-Kochan vom Höpenberg hinuter auf den Theeshof kamen. Für verführerische Düfte sorgte die Backgruppe im historischen Backhaus. Bereits am Vortag wurde der Ofen angeheizt. Am Museumstag selbst entstanden Graubrot, Schwarzbrot und Butterkuchen, der bei den Gästen reißenden Absatz fand. Darüber hinaus wurden Kaffee, Tee, Kaltgetränke sowie ein reichhaltiges Kuchen- und Tortenangebot serviert. Auch das Schulmuseum in Insel beteiligte sich mit einem eigenen Ausstellungsbereich und ergänzte das vielseitige Angebot des Museumstages. Die Ehrenamtlichen vermittelten das Schreiben mit historischen Schreibwerkzeugen wie Feder und Tinte. Großen Zuspruch erhielt zudem das Frido-Witte-Haus. Mehr als 120 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über Leben und Werk des Heidekünstlers (1881 - 1965) zu informieren. Unter den Gästen war auch Bürgermeisterkandidat Johannes Bosselmann. Er informierte sich über die Bedeutung des ehrenamtlich getragenen Freilichtmuseums für das kulturelle und soziale Leben in Schneverdingen.
Nächste große Veranstaltung auf dem Theeshof ist der Bauernmarkt am 31. Mai. Mit mehr als 40 Ausstellern bricht der Heimatbund dabei ab morgens 10 Uhr alle Rekorde hinsichtlich des vielfältigen Angebots auf dem Gelände des Freilichtmuseums. Vor Ort werden auch Alpakas sein, die nicht nur jüngere Gäste begeistern dürften.