Bilder mit starker Leuchtkraft

Werkschau von Regina Weber in der Galerie „Rotes Sofa“

Bilder mit starker Leuchtkraft

Bilder der Künstlerin Regina Weber präsentiert die Schneverdinger Galerie „Rotes Sofa“ der Malerin und Bildhauerin Lilo Schmidt-Wiedenroth in einer neuen Ausstellung vom 17. Juli bis 15. August. Die Vernissage steht am kommenden Samstag um 16 Uhr in der Galerie in der Oststraße 6 auf dem Programm. Die Malerin und Autorin Regina Weber wird anwesend sein und aus ihrem Buch vortragen. Klaus Haaker wird für den musikalischen Rahmen sorgen.

Lilo Schmidt-Wiedenroth hat die Künstlerin über die sozialen Netzwerke kennengelernt und vor rund sechs Jahren darin bestärkt, ihre Arbeiten auf Facebook öffentlich zu machen. Die Schneverdingerin mag die kräftige Farbgebung der expressiven Bilder. „Regina Weber malt mit übereinandergeschichteten Lasurfarben, so dass die Bilder eine starke Leuchtkraft haben“, so die Schneverdingerin. Aus dem ersten Kontakt ist längst eine Freundschaft entstanden, aber auch der Beginn einer Karriere als Malerin: „Das Facebook-Feedback war überaus positiv, das Interesse an den Werken schnell auch unter Sammlern groß“, freut sich die gebürtige Berlinerin Weber, die inzwischen in Augsburg lebt.

„Nein, Kunst ist unseriös. Lerne etwas Solides!“ Mit diesen mahnenden Worten der Eltern zerplatzte Regina Webers Traum, Kunst zu studieren. „Gänzlich seriös suchte ich Englisch und Geschichte in der Köpfen mehr oder weniger wissbegieriger Schüler zu verankern, durchaus mit Freude“, so die Malerin. „Und dennoch, tief im Innern schlummerte die Sehnsucht nach Mehr, nach Malen, Schreiben.“ Eines Tages bekam sie ein hochgelobtes Buch geschenkt, an dessen Ende sie reichlich vermessen feststellte, das könne sie besser. Das war die Geburtsstunde ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Und so schrieb Weber mehrere Kriminalromane und einen Satire-Band mit humorvollen Kurzgeschichten (Krönchen der Schöpfung). „Erneut waren es die Eltern, die meinem Leben eine neue Richtung vorgaben, dieses Mal, ironischerweise, in Richtung Malerei. Sie waren in das Alter gekommen, in dem sie ohne die töcherliche Unterstützung nicht mehr klarkamen. Schreiben und Pflege sind unvereinbar. Mein Kopf allerdings sehnte sich nach einem Kontrastprogramm.“ Unendlich viele Fantasien und Bilder drängten verewigt zu werden. Sie begann erneut zu malen, tauchte ab in ihr Universum der Farben.

„Es gibt viel zu viel Grau(en) auf dieser Welt, gegen das es anzubunten gilt“, konstatiert die Malerin. Sie fühlt sich keiner Stilrichtung verpflichtet. Nur eine Maxime gilt: Tristesse, gar Verstörendes, ist in ihren Bildern fehl am Platz, stattdessen setzt sie auf „Farben satt.“ Sowohl die abstrakten als auch die figurativen Werke sollen dem Betrachter Positives, Heiteres vermitteln, seine Fantasie Blüten treiben lassen, sollen Augenschmaus sein. Gern zitiert Weber Picasso: „Kunst ist dazu da, den Staub des Alltags von der Seele zu wischen.“ Als Einstieg diente ihr die von ihr „hybrid art“ getaufte Kunst, die virtuell komplett veränderte Fotografien mit Gemaltem verband, bevor sie sich der reinen Malerei mit Acryl- und oft auch Metallfarben widmete. „In den vergangenen Jahren habe ich fluid acrylics für mich entdeckt, flüssig wie Tinte, so dass man nahezu keinen Pinselstrich sieht, dazu hoch pigmentiert, was die Leuchtkraft enorm erhöht.“

Aufgetragen werden diese besonderen Farben in mehreren Schichten, teils deckend, meist transparent, jedoch stets sehr arbeitsintensiv. „Kurzum, im letzten Drittel meines Lebens mache ich zwar nach Meinung meiner Eltern nichts Solides, Seriöses, aber etwas glücklich Machendes. Besonders glücklich macht mich die Tatsache, dass ich nun endlich in der Galerie meiner Freundin Lilo Schmidt-Wiedenroth ausstellen und aus meinem letzten Buch lesen darf.“

Die Finissage steht am 15. August auf dem Plan, auch dann wird Weber anwesend sein. Um Anmeldungen zur Vernissage und zur Finissage unter der Telefonnummer (05193) 1885 oder auch per E-Mail an die Adresse lilos@galerie-rotes-sofa.de wird gebeten.

Logo