Bündnis will „Bienen und Bauern retten“

Schneverdinger unterstützt europäische Bürgerinitiative

Bündnis will „Bienen und Bauern retten“

Seit 1990 ist die Sichtung von Wildbienen um ein Viertel zurückgegangen. Das Insektensterben, das in vollem Gange ist, könnte dramatische Folgen für das Ökosystem haben - und damit auch für die Menschen. „Ich möchte nicht immer nur die alarmierenden Zahlen hören, sondern selbst etwas dagegen tun“, betont Jan-Kosta Recksiek aus Schneverdingen. Deshalb engagiert sich der 30-Jährige für die europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“. Er unterstützt das Bündnis, indem er Unterschriften sammelt und Poster an „Schwarze Bretter“ hängt sowie Info-Flyer verteilt.

Der gelernte Bankkaufmann ist seit 2011 Mitglied des Schneverdinger Stadtrates, sitzt im Umweltausschuss und setzt sich im Zuge seiner politischen Arbeit unter anderem auch für ökologische Kriterien in Baugebieten ein. Aktiv ist er unter anderem auch im Stadtmarketing im „Cittaslow“-Arbeitskreis „Heideblütenstadt“. Recksiek weist darauf hin, dass es ähnliche Initiativen wie „Bienen und Bauern retten“ in der Vergangenheit bereits auf kleinerer Ebene gegeben habe, so zum Beispiel vor zwei Jahren das Volksbegehrten „Artenvielfalt & Naturschönheit in Bayern“. „Neu ist jetzt, dass sich die Forderungen an Brüssel, direkt an die EU, richten. Und dass eine europaweite Lösung eingefordert wird“, erläutert der Schneverdinger.

Kernforderung von „Bienen und Bauern retten“ sei der schrittweise Ausstieg aus synthetischen Pestiziden und der Umstieg auf eine nachhaltige und ökologische Landwirtschaft. Dabei gehe es auch darum, die Bedürfnisse der Landwirtinnen und Landwirte im Blick zu behalten „und sie beim notwendigen Übergang zu unterstützen.“

Die Initiatoren der europäischen Bürgerinitiative machen deutlich, dass es „fünf vor Zwölf“ ist: „Die Menschheit steht vor einer der größten Herausforderungen ihrer Geschichte: Ein sich dramatisch veränderndes Weltklima und der beispiellose Rückgang der Artenvielfalt auf unserem Planeten.“ Zugleich gehe auch „die Anzahl unserer landwirtschaftlichen Betriebe immer dramatischer zurück.“ Zwischen 2005 und 2016 hätten EU-weit rund vier Millionen vornehmlich kleine und mittelgroße Betriebe aufgegeben, „während die Flächen und Marktanteile agrarindustrieller Großunternehmen immer weiter gewachsen sind.“ Und so betonen die Initiatoren der Initiative: „Die Masse an wissenschaftlichen Erkenntnissen, die den Zusammenhang zwischen intensiver Landwirtschaft, dem schnellen Rückgang der Familienbetriebe, dem Zusammenbruch der biologischen Vielfalt und dem Klimawandel offenlegen, lässt keine andere Wahl als einen schnellen Wandel der Lebensmittelproduktion zu.“ Die Zeit dränge.

Aber auch die Bürgerinitiative selbst muss sich sputen: Nur noch bis zum 30. September hat sie die Möglichkeit, europaweit eine Million Unterschriften zu sammeln. „Aktuell stehen wir bei 740.000 Unterschriften. Da fehlt noch eine ganze Menge“, meint Recksiek und hofft daher auf weitere Unterstützer, die sich für diese Sache einsetzen. „Unterzeichnen kann man die Europäische Bürgerinitiative ganz einfach im Internet unter der Adresse www.bienenundbauernretten.eu. Oder man lädt sich auf derselben Seite die Petition in Papierform herunter und füllt sie aus. Die Vordrucke kann man auch super nutzen, um im Freundeskreis nach weiteren Unterschriften zu fragen“, so der Heidjer. Er unterstreicht: „Nur wenn eine Million Unterschriften zusammenkommen, muss sich die EU-Kommission mit den Forderungen der Initiative auseinandersetzen.“

Zum Hintergrund: Eine Europäische Bürgerinitiative ist eine offiziell organisierte Massenpetition, durch die europäische Bürger die Europäische Kommission auffordern können, Rechtsvorschriften für Themen vorzuschlagen. Für eine Zulassung muss eine Initiative innerhalb eines Jahres nach ihrem Start mindestens eine Million gültige Unterschriften aus mindestens sieben EU-Ländern sammeln.

„Bienen und Bauern retten“ wurde von sieben EU-Bürgerinnen und -Bürgern ins Leben gerufen und wird aktuell unterstützt von 220 Umwelt-Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Landwirtschafts- und Imkerei-Organisationen, gemeinnützigen Stiftungen und wissenschaftlichen Einrichtungen.

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