Buntes „Straßenbegleitgrün“: Mehr Blühflächen in Schneverdingen schaffen

Zur Bepflanzung der öffentlichen Straßenrabatten gibt die „Heide-Blütenstadt“ jetzt erneut kostenlos Saatgut aus - und dieses Jahr Ende September dazu noch Blumenzwiebeln

Buntes „Straßenbegleitgrün“: Mehr Blühflächen in Schneverdingen schaffen

Um die zahlreichen Blühflächen in der Heideblütenstadt für Menschen und Insekten attraktiv zu gestalten, gibt die Stadt Schneverdingen aktuell wieder kostenlos Saatgut und Blumenzwiebeln für öffentliche Straßenrabatten ab - darüber informiert die Stadtverwaltung jetzt in einer Mitteilung.

Vor vielen Wohn- und Gewerbegrundstücken erstrecken sich kleine und größere unversiegelte Flächen, die bereits zum Straßengrundstück und damit der öffentlichen Hand gehören: „Diese sogenannten Straßenrabatten dienen der Auflockerung und Verschönerung des Straßenbildes, der Vermeidung unnötiger Versiegelung und mitunter der Lenkung des Verkehrsflusses. Die Pflanzen, die innerhalb der Straßenrabatten wachsen werden als Straßenbegleitgrün bezeichnet. Bei der Anlage von Straßenbegleitgrün werden in Schneverdingen in der Regel robuste Bodendecker wie Cotoneaster oder Fingerstrauch verwendet. Wer sich mehr Naturnähe für diese Rabatten wünscht, kann über die Stadtverwaltung im dritten Jahr in Folge auf Anfrage kostenlose Saatgutmischungen in Kleinmengen erhalten und diese auf den Rabatten an der Straße ausbringen“, so die Mitteilung. „Das Angebot gilt ab sofort und solange der Vorrat reicht. Die Mischungen werden von einem Wildsamenproduzenten bezogen, der an über 50 Standorten bundesweit gebietsheimisches Saatgut vermehrt.“

Der Vorteil dieser sogenannten Regiosaaten: „Unsere heimischen blütenbesuchenden Insekten haben sich im Laufe ihrer Entwicklung an unsere heimischen Wildblumen angepasst. Sie sind bei der Nahrungssuche genau auf diese Pflanzen angewiesen. Das Fehlen von Blüten beziehungsweise geeigneten Blüten ist eine der Hauptursachen für den starken Rückgang von Insekten. Blüte ist nicht gleich Blüte. Säen wir Kalifornischen Goldmohn, Elfenspiegel oder Spiegeleiblume aus, unterstützen wir damit allenfalls die anpassungsfähigen ‚Allesfresser‘ unter den Insekten, zu denen beispielsweise auch die Honigbiene zählt. Auch wenn wir uns an diesen Blumen freuen - für die allermeisten heimischen Insektenarten sind sie weitestgehend wertlos. Regiosaaten berücksichtigen, dass sich die einzelnen Pflanzenarten im Laufe ihrer Entwicklung an die jeweiligen Umweltbedingungen angepasst haben. Diese sind im Norddeutschen Tiefland anders als im Voralpenland.“

Die Pflanzen haben den Blühzeitraum in ihrem Erbgut gespeichert und geben ihn an ihre Nachkommen weiter. Dieser Zeitraum kann bei einzelnen Pflanzenarten im Nord-Süd-Verlauf über Wochen voneinander abweichen. „Norddeutsche Insekten wiederum sind zeitlich auf norddeutsche Blüten ‚getaktet‘. In Schneverdingen wurden Wildblumensaatgutmischungen beispielsweise in der Nähe des Kiosks am Bahnhof, einer Fläche im Nordpark oder vor dem Alten Friedhof in der Oststraße ausgebracht. Diese von der Cittaslow-Projektgruppe ‚Heide-Blütenstadt‘ konzipierten Flächen sind Modellflächen, die zeigen, dass Naturnähe und Schönheit Hand in Hand gehen können“, so die Mitteilung. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite der Stadt Schneverdingen unter dem Stichwort „Blühflächen“.

Außer auf öffentlichen Straßenrabatten kann das Saatgut auch in vegetationslosen Seitenräumen von öffentlichen Stichwegen sowie auf Streifen zwischen Grundstück und Straße, die gelegentlich von den Anliegern von Bewuchs freigehalten werden, ausgebracht werden. Die Stadt weist außerdem darauf hin: „Nicht abgegeben wird das Saatgut für Privatgrundstücke. Für die Anlage von kleinen oder größeren Blühflächen im eigenen Garten kann gebietsheimisches Wildblumensaatgut bei verschiedenen Anbietern bestellt werden. Die Adressen sind auf Anfrage bei der Stadt Schneverdingen erhältlich.“

Wichtig: „Das kostenlos abzugebende Saatgut muss durch die Anlieger der Straßenrabatten beziehungsweise der sonstigen genannten Flächen in Eigenregie ausgebracht werden. In der Regel ist hierbei eine vorbereitende Bodenbearbeitung zur Herrichtung eines Saatbetts sinnvoll oder notwendig. Eine konsequente Bewässerung empfiehlt sich ab dem Zeitpunkt der Aussaat. Das Saatgut eignet sich nicht zum einfach-dazwischen-streuen in eine bereits bestehende Bepflanzung.“

Bei Interesse wenden Heideblütenstädter an die Stadt Schneverdingen, Barbara Kreie, Telefon (05193) 93609, E-Mail: barbara.kreie@schneverdingen.de. Das Saatgut kann nach vorheriger Absprache zu den üblichen Öffnungszeiten des Schneverdinger Rathauses abgeholt werden. Hierfür sollte der Haupteingang genutzt werden und eine Anmeldung an der Information erfolgen. „Ist eine Abholung nicht möglich, kann das Saatgut auch zugeschickt werden“, so die Mitteilung.

Und weiter: „Neu in diesem Jahr ist die Abgabe von naturnahen Frühblüher-Blumenzwiebeln aus biologischer Produktion ab Ende September.“ Interessierte sollten sich diesen Termin vormerken: „Auch für die Blumenzwiebeln gilt, dass diese lediglich für öffentliche Flächen abgegeben werden. Die Zwiebeln müssen auf jeden Fall noch in diesem Jahr gepflanzt werden, und eignen sich sehr gut zur naturnahen Aufwertung von Straßenrabatten, die nicht zu dicht bepflanzt sind oder komplett mit Rasen bewachsen sind. Krokusse, Traubenhyazinthen und weitere Arten bieten unter anderem früh fliegenden Wildbienenarten die erste Nahrung im Jahr.“

Logo