CDU bestätigt Quoos im Amt

Schneverdingen: Christdemokraten haben Vorstand gewählt

CDU bestätigt Quoos im Amt

Um es gleich vorwegzunehmen: Christian Quoos wird die Christdemokraten der Heideblütenstadt zwei weitere Jahre führen. Auf ihrer Jahreshauptversammlung am vergangenen Dienstag kürte die CDU Schneverdingen - sie zählt derzeit insgesamt 108 Mitglieder, 17 waren erschienen - ihn erneut und einstimmig zu ihrem Vorstandsvorsitzenden. Ähnlich gut fielen auch die Wahlergebnisse der übrigen Vorstandsmitglieder aus: Bei ihrem Votum folgten die Christdemokraten den Vorstandsvorschlägen - Gegenkandidaten für die verschiedenen Posten gab es nicht.

Neben dem Vorsitzenden Quoos gehören dem Schneverdinger CDU-Führungsgremium damit jetzt folgende Personen an: Stefanie Bahr und Hans-Jürgen Schmidt als stellvertretende Vorsitzende, Schatzmeister Thorsten Krosch, Schriftführer Dr. Karl-Ludwig von Danwitz (Landtagsabgeordneter) und als Mitgliederbeauftragte ebenfalls Stefanie Bahr, die damit eine Doppelfunktion ausübt. Darüber hinaus wurden Dennis Niebuhr, Malte Mund, Dieter Inselmann, Lisa Quoos und Olaf Lange als Beisitzer in den Vorstand gewählt.

Bevor die Mitglieder zu ihren Wahlzetteln griffen, hatte Quoos in seinem Bericht noch einmal die Aktivitäten des vergangenen Jahres Revue passieren lassen. Die waren sehr zahlreich und reichten von monatlichen Vorstandssitzungen über den Europawahlkampf und Infostände auf dem Wochenmarkt bis hin zu „Musik am Mittwoch“, Radtouren und Baumpflanzungen. Der Vorsitzende kündigte an, die Aktionen auch in diesem Jahr fortzuführen und das Programm möglicherweise noch zu erweitern.

Ins politische Tagesgeschäft führte dann von Danwitz, der über Themen aus dem niedersächsischen Landtag berichtete. Ganz vorn kam die Landwirtschaft mit der Nitratproblematik. So würden rund 39 Prozent der Landesfläche als rote Bereiche mit nur noch eingeschränkter Düngung ausgewiesen. Das ist bekanntermaßen unter den Landwirten mehr als umstritten. Weiter machte der Abgeordnete auf neue Regeln im Naturschutzgesetz aufmerksam, wonach Wölfe, unter Umständen auch mehrere, bei anhaltenden Nutztierrissen geschossen werden dürften. Der Christdemokrat wies zudem darauf hin, dass bis Ende 2021 alle Mobilfunklöcher geschlossen werden sollen: „Das ist für uns im ländlichen Raum sehr wichtig.“ Schließlich nannte von Danwitz noch den Fachkräftemangel, der sich in vielen Bereichen zeige, vor allem auch im Gesundheits- und im Schulwesen. Um hier zu helfen, falle beispielsweise das Schulgeld etwa bei Erzieherinnen und Erziehern weg, und es würden weitere Medizinstudienplätze geschaffen.

Beim Blick in die Kreispolitik, den CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Torsten Söder gewährte, stand erwartungsgemäß der vorgesehene Neubau des Heidekreis-Klinikums (HKK) an erster Stelle. Die Diskussion werde hier immer intensiver, „weil es irgendwann um die Standortfrage geht.“ Darüber solle noch in diesem Jahr, eventuell früher als vorgesehen, entschieden werden. Weitere Infos hätten die Kreistagsabgeordneten nicht, Zahlenmaterial für eine sachliche Diskussion fehle bisher noch. Stand sei, dass es Zuschüsse aus Hannover nur für den HKK-Bau an zentraler Stelle geben solle: „Die Frage ist: was ist zentral? Hier ist es Aufgabe der Kreispolitik, eine Entscheidung herbeizuführen“, die breit getragen werde.

Darüber hinaus sprach Söder die anstehende und sehr kontrovers diskutierte FFH-Schutzgebietsausweisung im Aller-Leine-Tal an, um dann auf die Schulpolitik zu kommen. Letztere beschäftige den Kreistag immer wieder. Hier kritisierte er die Kreisverwaltung, sich nicht zeitig genug etwa um absehbare Raumbedarfe gekümmert zu haben. Kritik gab es auch in Sachen Haushalt: „Der Kreispolitik fällt es schwer, bei Wünschen nein zu sagen. Hier ist mehr Disziplin gefragt“, weil der Schuldenstand sonst stetig weiterwachse. Und auch den Landrat kritisierte Söder direkt: „Seitens der Verwaltungsspitze vermisse ich klare Positionen. Wenn Herr Ostermann immer nur sagt, ‚das muss die Politik entscheiden‘, dann ist mir das zuwenig.“

Bliebe noch die Kommunalpolitik, über die von Danwitz als CDU-Ratsfraktionsvorsitzender berichtete. Dabei hob er die kleineren und großen Investitionen im Kita-Bereich ebenso hervor wie die Möglichkeit, auch in den Schneverdinger Ortschaften bauen zu können: „Das ist ein wichtiges Thema für die CDU, denn wir brauchen die jungen Leute auf den Dörfern.“ Auch das Thema Straßenausbaubeitragssatzung fehlte nicht. Hier hatte sich die CDU bereits vor geraumer Zeit für eine Abschaffung bei einer moderaten Grundsteuererhöhung ausgesprochen. In Schneverdingen sei das relativ leicht umsetzbar - anders als in anderen Kommunen, wie etwa Munster. Neben der Förderung des Mittelstandes nannte von Danwitz noch die Unterstützung des Kulturvereins, der in absehbarer Zeit ein neues Domizil braucht: „Es ist wichtig, dass wir dem Kulturverein helfen und ihm eine neue Bleibe anbieten. Das muss aber auch leistbar sein.“ Zum Thema „alte Schlachterei“ meinte der Fraktionschef, „da soll etwas passieren. Wir wissen aber noch nicht, was.“

Bliebe noch das Grußwort des CDU-Kreisvorsitzenden Gerd Engel: Er griff das Thema Hass und Hetze - auch gegenüber Kommunalpolitikern - auf und verurteilte dieses immer weiter um sich greifende Phänomen aufs schärfste. Ehrungen, die Engel Regina und Siegfried Dinges für 25jährige Parteimitgliedschaft, Sigrid Hartung (30 Jahre) und Günter Heins (40 Jahre) zuteil werden lassen wollte, mussten indes verschoben werden: Die Jubilare waren nicht zur Versammlung erschienen.

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