Corona-Zeiten im Blick

Zukunftsforum der Jungen Union im Heidekreis

Corona-Zeiten im Blick

Das sechste „Zukunftsforum“ des Freundes- und Fördererkreises (FöK) der Jungen Union (JU) Heidekreis stand jetzt in Schneverdingen auf dem Programm. Thema der Veranstaltung: „Zukunftsperspektiven für Gesellschaft, Gesundheit und Wirtschaft im Zeichen der Corona-Pandemie“.

Die 2014 von Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, MdL und Vorsitzender des FöK, seinem Stellvertreter, Dr. Dieter Herzog, sowie dem JU-Kreisvorsitzenden, Timo Albeshausen, ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe richtet ihren Fokus in jedem Jahr auf ein gesellschaftliches Thema von besonderer Bedeutung und zugleich mit regionalem Bezug. Neben politischen Sichtweisen geht es immer auch darum, das jeweilige Thema aus der Perspektive verschiedenster Akteure der Gesellschaft zu beleuchten. Als Referenten konnten die Veranstalter diesmal den Ärztliche Direktor des Heidekreis-Klinikums (HKK), Chefarzt Professor Dr. Frank Schmitz, und den Leiter der Abteilung Firmenkunden der Kreissparkasse (KSK) Soltau, Dirk Hilmerring, begrüßen.

Hilmerring stieg aus wirtschaftlicher Sicht in die Thematik ein und kam gleich zur Corona-Pandemie, die er als extremen Schock für die Wirtschaft bezeichnete. In den vergangenen Monaten habe die KSK Soltau mehr als 1.000 Beratungsgespräche zum Thema Corona und den gravierenden wirtschaftlichen Folgen für Privat- und Geschäftskunden geführt. Gleichzeitig, so der Wirtschaftsexperte weiter, seien viele mittelständische Firmen und Unternehmen im Heidekreis strukturell gut aufgestellt und hätten vor der Krise gut gewirtschaftet. So geben es bei den Auswirkungen der Corona-Krise große Unterschiede in den einzelnen Branchen.

Schmitz als Ärztlicher Leiter des HKK beleuchtete das Thema des Abends dann aus Sicht der Medizin. Mit Blick auf den Verlauf der Pandemie machte er deutlich, dass dies auch für ihn als Arzt eine bisher einmalige Situation sei. Wie die Zahl der Infektionen zeige, sei der Heidekreis bis dato vergleichsweise glimpflich davongekommen: „Wir leben hier verhältnismäßig sicher“, so der Chefarzt. Das Virus müsse aber weiterhin sehr ernstgenommen werden. So ließ Schmitz keinen Zweifel daran, dass er die Maßnahmen der Bundes- und der Landesregierung, die seit März zur Eindämmung des Virus ergriffen worden seien, für absolut richtig halte.

In der gut eineinhalbstündigen Diskussion mit den beiden Referenten ergab sich eine große Bandbreite an Fragen. So machte Hilmerring deutlich, er sei für den Heidekreis vorsichtig optimistisch, dass es zu keiner Insolvenzwelle komme.

Schmitz, nach einem möglichen Impfstoff gegen Corona und der zunehmend verbreiteten Impfskepsis in Deutschland gefragt, betonte, dass es nicht auf Schnelligkeit, sondern auf Gründlichkeit und Sicherheit ankomme. Wenn es denn einen Impfstoff gäbe, wäre es aber ebenso wichtig, dass sich viele Menschen impfen ließen. In diesem Zusammenhang rief der Mediziner auch die Menschen im Heidekreis dazu auf, sich gegen die Grippe impfen zu lassen.

Angesprochen auf die Diskussion um den geplanten HKK-Neubau, meinte Schmitz, die Standortfrage sei von anderen zu klären. Ein neues Krankenhaus im Heidekreis sehe er aber grundsätzlich als große Chance. Aus seiner Sicht sei es wichtig, dass ein Krankenhaus der Zukunft, als eine Art „Gesundheitscampus“ sehr anpassungsfähig mit Blick auf sich ständig wandelnden Herausforderungen sein müsste. Gleichzeitig sei wünschenswert und erforderlich, dass sich mittelfristig, das Finanzierungs- und Vergütungssystem für Krankenhäuser in Deutschland - auch im Sinne der Patienten - ändere. „Hier werden zu viele Fehlanreize gesetzt“, so Schmitz.

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