Das Kind auch in der Krise geschaukelt

Verlässliche Kindertagespflege Schaukelpferd in Schneverdingen hat Plätze frei

Das Kind auch in der Krise geschaukelt

Ob Familienalltag oder Beruf, ob Kinder, Erwachsene oder Senioren: Die Coronakrise ist eine große Belastungsprobe für jung und alt. Auch in der verlässlichen Kindertagespflege Schaukelpferd des Schneverdinger Vereins zur Pflege Hilfsbedürftiger und dem sich in unmittelbarer Nachbarschaft unter demselben Dach befindenden Seniorenzentrum Schaukelstuhl hatten die Verantwortlichen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter turbulente Zeiten zu überstehen. Doch sie haben das Kind geschaukelt und die Krise bislang bestmöglich gemeistert. Aktuell werden im Schaukelpferd sechs Kinder im Alter von einem Jahr bis acht Jahren betreut - und das bereits ab 5.30 Uhr morgens. Derzeit gibt es freie Plätze. Interessierte, auch Eltern, die nicht im Verein zur Pflege tätig sind, können ihre Mädchen und Jungen ab sofort unter Ruf (05193) 52715, E-Mail info@verein-zur-pflege.de, anmelden.

Weil Fachkräfte insbesondere im Pflegebereich schon seit langem händeringend gesucht werden, hat der Verein zur Pflege Hilfsbedürftiger die verlässliche Kindertagespflege im Oktober 2015 ins Leben gerufen, um mit diesem Angebot gut ausgebildetes Personal halten und insbesondere neue Fachkräfte gewinnen zu können. Die vom Landkreis Heidekreis geförderte Einrichtung ist im Gebäude des Vereins zur Pflege in der Verdener Straße 10 zu finden. Direkt nebenan, Tür an Tür, befindet sich das Seniorenzentrum Schaukelstuhl, so dass es vor Corona-Zeiten regelmässig gemeinsame Aktivitäten gegeben hatte. Nach Ausbruch der Pandemie mussten diese generationsübergreifenden Zusammenkünfte, die jung und alt gleichermaßen begeisterten, natürlich ausfallen. Auch darüber hinaus wurde zunächst so einiges durcheinandergewirbelt. Zwar konnte umgehend ein Notbetrieb für Kinder von Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, eingerichtet werden. Zu Beginn aber gab es noch viele offene Fragen.

„Schlimm waren vor allem die ersten beiden Wochen, in denen für alle unklar war, was mit der Kindertagespflege passiert“, so Katja Syring, Leiterin der Kindertagespflege Schaukelpferd. Und Ulrike Röhrs, stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins zur Pflege Hilfsbedürftiger, ergänzt: „Es gab stetig neue Vorgaben und zum Teil auch unklare Anweisungen. Das waren komplizierte Zeiten damals.“ Nach dieser turbulenten Phase geht es in den Räumlichkeiten seit geraumer Zeit wieder deutlich entspannter zu. Weil im Schaukelpferd lediglich eine Kleinstgruppe betreut wird, hat die Einrichtung bereits seit Mai wieder regulär geöffnet.

Die Abstands- und Hygieneregeln sind dort natürlich nach wie vor zu beachten, wie Syring erläutert: „Wir haben mit Klebeband Markierungen auf dem Boden aufgebracht und die Abhol- und Bringzeiten entzerrt. Erwachsene müssen beim Bringen und Holen der Kinder Masken tragen, die Kinder und die sie betreuende Tagesmutter nicht. Es ist wichtig, dass die Kleinen die Mimik der Betreuerin sehen können“, so die Leiterin der Kindertagespflege. Sie ist qualifizierte und vom Jugendamt zugelassene Kindertagespflegeperson und wird unterstützt von Vereinsmitarbeiterin Regine Schröder, die ebenfalls über die entsprechende Qualifikation verfügt. „Egal ob Krankheitsfall oder Urlaub, wir können eine lückenlose Betreuung ohne Ausfallzeiten garantieren. Und wir betreuen auch in den Ferien Kindergarten- und Schulkinder“, so Syring. „Eine Kinderbetreuung steht und fällt mit einer Tagesmutter, die ihr Herz am rechten Fleck hat. Und da sind wir hier sehr gut aufgestellt“, unterstreicht Röhrs. Sie bedauert sehr, dass die Tür zwischen Kindern und benachbarten Senioren derzeit coronabedingt geschlossen bleiben muss. Die regelmäßigen „Liederkarussell“-Treffen, bei denen jung und alt gemeinsam singen und spielen, sind auch weiterhin gestrichen. „Das vermissen insbesondere unsere Senioren aus der Wohngemeinschaft, war das doch immer ein Highlight für sie. Aber es geht nicht, weil kleine Kinder einfach keinen Abstand halten können“, so Röhrs. Beeindruckt zeigt sie sich von der Disziplin der Seniorinnen und Senioren im Schaukelstuhl, in dem bereits wieder unter Einhaltung der Auflagen zahlreiche Aktivitäten auf dem Plan stehen - von der Sonntagsgruppe, die sich zum Kaffeetrinken und Bingo trifft, bis hin zum Gedächtnistraining, zur Bewegung für Hochaltrige, Spielerunde und Frauengruppe. Die Personenzahl ist jeweils coronabedingt begrenzt.

„Unsere Seniorinnen und Senioren achten sehr aufeinander, auch darauf, dass die Hände desinfiziert, die Abstände eingehalten und beim Reinkommen und Rausgehen Masken getragen werden. Das funktioniert sehr, sehr gut“, lobt Röhrs: „Man gewöhnt sich an die Einschränkungen, die wir haben, aber man muss trotzdem achtsam bleiben.“

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