„Das war einfach großartig“

Große Resonanz auf Hilfsaktion in Schneverdingen

„Das war einfach großartig“

Nahezu im Minutentakt füllte sich das Forum der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Schneverdingen am vergangenen Montag mit Spenden für Menschen, die aus der Ukraine in die Schneverdinger Partnerstadt Barlinek in Polen geflüchtet sind. Kurzfristig hatte die gesamte Schulgemeinschaft eine Spendenaktion auf die Beine gestellt (HK berichtete).

„Das war das größte Projekt, dass ich seit 2013 als Schulleiter erlebt habe“, so Mani Taghi-Khani. Es habe ihn schwer beeindruckt, wie Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte Hand in Hand gearbeitet hätten. „Mehr als 60 Lehrer haben beim Verpacken und Verstauen geholfen - ohne das Unterricht ausgefallen ist“, betont der Schulleiter. Er hatte mit der Handykamera festgehalten, wie sich das Forum der Schule nach und nach in ein prall gefülltes Warenlager verwandelte und Bilder und ein Video auf der Internetseite der Schule gepostet.

„Ich habe versucht, die Kartons zu zählen, aber irgendwann abgebrochen. Es waren einfach zu viele“, berichtet Taghi-Khani. Die Spenderinnen und Spender hätten sich durch die Bank an den Bedarfslisten orientiert. „Die Kartons waren bestens vorsortiert. Viele Sachen waren neu eingekauft“, so der Gesamtschulleiter: „Hier hatte nichts Altkleider-Qualität. Es war deutlich zu sehen, dass die Spender den Menschen etwas Gutes tun wollen.“ Beeindruckend sei zudem, dass Kinder und Jugendliche ihr Taschengeld dazu genutzt hätten, Dinge wie Babynahrung oder Windeln selbst im Supermarkt einzukaufen, um sie zu spenden. „Da merkt man, die Botschaft ist angekommen und man hat den Bildungsauftrag erfüllt“, freut sich Taghi-Khani.

Das zeigte sich auch 13 Stunden nach Beendigung der Spendenannahme bei der Beladung des ersten Lastkraftwagens: Schülerinnen und Schüler bildeten am Dienstag eine Menschenkette, um die Kartons vom Forum zum Fahrzeug zu wuchten. Diese „Lieferung“ kam dann bereits abends um 19 Uhr in Barlinek an. Am vergangenen Donnerstag startete der Transport der 50 bei der KGS und der 50 weiteren gespendeten Fahrräder nach Polen. Diese sind für die Kriegsflüchtlinge gedacht, die in den Dörfern rund um Barlinek untergebracht sind, damit sie in die Stadt fahren können. „Mitte kommender Woche sollen dann mit einem weiteren 18-Tonnen-Lkw mit Anhänger die verbliebenen Sachspenden nach Barlinek transportiert werden“, erklärt Taghi-Khani. Die Spenden- und Hilfsbereitschaft sei „einfach großartig“, bilanziert der Schulleiter.

Die Sammlung der KGS war eingebunden in eine große Gesamtaktion in Schneverdingen, zu der die Deutsch-Polnische Gesellschaft (DPG) Schneverdingen, der Kulturverein und die Lions-Clubs aus der Heideblütenstadt und Barlinek aufgrufen hatten. Auf große Resonanz stieß auch die Sammlung von Sachspenden am Bauhof, wo unter Regie des DPG-Vorsitzenden Peter Plümer Ehrenamtliche massenweise Hilfsgüter annahmen. Auch Geldspenden sind bereits reichlich eingegangen. Mehr als 33.000 Euro sind schon zusammengekommen.

Wer spenden möchte, kann den Betrag auf das Konto des Lions-Fördervereins Schneverdingen e.V. bei der Kreissparkasse Soltau, BIC:NOLADE21SOL, IBAN: DE75 2585 1660 0000 2221 09, Verwendungszweck „Barlinek für Ukraine“, überweisen. Wer eine Spendenbescheinigung benötigt, kann sich per E-Mail an rudolf.roehrs@t-online.de wenden.

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