„Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas Besonderes bieten“

Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Heiders Stadtwerke erhalten erstmals das „FaMi-Siegel

„Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern etwas Besonderes bieten“

Qualifizierte Fachkräfte gewinnen beziehungsweise halten - das ist eine der großen Herausforderungen, vor denen Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels im Kampf um qualifiziertes Personal stehen. Immer mehr Arbeitnehmer können sich ihre Jobs quasi aussuchen - und achten dabei nicht nur auf das Gehalt. Dabei spielt auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine immer wichtigere Rolle. Das wissen auch die Heidjers Stadtwerke (Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen), die sich im aktuellen Aktionszeitraum erstmals um das „FaMi-Siegel“ beworben haben - mit Erfolg. Am vergangenen Mittwoch überreichte Lena Heß, Geschäftsstellenleiterin des Überbetrieblichen Verbundes Familie & Beruf (ÜBV), das Zertifikat an Stadtwerke-Geschäftsführer Lars Weber, Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Möhrmann sowie an Daniela Krause, Leiterin Controlling, und Patrick Söhnholz,Vertreter des Betriebsrats.

Im März 2011 hat der Überbetriebliche Verbund Familie & Beruf im Heidekreis offiziell das „FaMi-Siegel“ als Kennzeichen familienfreundlicher Betriebe eingeführt. Dieses erhalten Unternehmen, die - wie in einem unabhängigen Verfahren überprüft wird - ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vielfältig unterstützen. Diese Kennzeichnung wurde gemeinschaftlich entwickelt von der Leuphana-Universität Lüneburg, der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHK), der DGB-Region Nordostniedersachsen, dem Arbeitgeberverband Lüneburg-Nord-ostniedersachsen, der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbh Stadt und Landkreis Lüneburg sowie dem Überbetrieblichen Verbund Frau & Wirtschaft Lüneburg-Uelzen. Unternehmen aus dem Heidekreis, die sich um das „FaMi-Siegel“ bewerben, müssen zunächst einen Fragebogen ausfüllen, den die Leuphana-Universität auswertet. Auch Besuche vor Ort gehören zur Überprüfung der Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So hatte Heß auch die Heidjers Stadtwerke besucht, um sich mit Vertreterinnen und Vertretern des Unternehmens über die Angebote im Hause rund um Familienfreundlichkeit auszutauschen. „Hier wird vieles über persönliche Gespräche auf dem kurzen Dienstweg geregelt“, stellte Heß dabei fest.

Hinzu kommt eine Reihe von Regelungen, von denen die rund 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heidjers Stadtwerke profitieren. So gibt es zum Beispiel flexible Arbeitszeiten, angepasst an die Möglichkeiten der Kinderbetreuung oder Pflege Angehöriger. Freistellungs- und Urlaubsregelungen gehen über die gesetzlichen Ansprüche hinaus. Gleitzeit und Lebensarbeitszeitkonten sind hier die Stichworte: „Ende vergangenen Jahres haben wir Lebensarbeitszeitkonten eingeführt. Dies ermöglicht längere Ausszeiten, zum Beispiel zur Pflege Angehöriger, für ein Sabbatical oder auch den früheren Eintritt in den Ruhestand. Das kommt bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr gut an“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Weber. Und weiter: „Um Fachkräfte zu gewinnen oder zu halten, müssen wir etwas Besonderes bieten, müssen attraktiv für Arbeitnehmer sein. Und da sind Mitarbeitergesundheit, gutes Betriebsklima und Familienfreundlichkeit wichtige Themen.“

Die Heidjers Stadtwerke setzen auf Gesundheitsförderung der Mitarbeiter im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, sorgen für eine individuelle Vorbereitung des Wiedereinstiegs nach Elternzeit oder Krankheit und sind zudem Mitglied des ÜBV. Letzteres wiederum eröffnet Mitarbeitern Möglichkeiten zur Kinderbetreuung in den Ferien. „Das ‚FaMi-Siegel‘ bietet eine gute Möglichkeit, das, was wir ohnehin machen, auch nach außen zu bringen“, so Weber. Dass sich das Siegel werbewirksam nutzen lässt, unterstrich auch Heß. Im aktuellen Aktionszeitraum, der Anfang des Jahres begonnen habe, seien die Heidjers Stadtwerke das 16. Unternehmen aus dem Heidekreis, das das Siegel erhalten habe. „Weitere vier werden folgen“, so Heß weiter. Die Geschäftsstellenleiterin ermutigt Betriebe, sich mit dem Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zu befassen und regelmäßig zu schauen, wo es gegebenenfalls Verbesserungsmöglichkeiten gebe. Das aktuelle Siegel ist bis übrigens Ende 2021 gültig, danach kann, falls gewünscht, eine Rezertifizierung erfolgen.

Interessierte Betriebe, die sich ebenfalls als „ausgezeichnet famlienfreundlich“ zertifizieren lassen möchten, können sich im Internet unter www.famisiegel.de informieren oder auch direkt in der Geschäftsstelle des ÜBV unter der Telefonnummer (05191) 970612.

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