Das Debüt ist geglückt, das Team hat die Deutsche Meisterschaft fest im Blick: Die Faustballerinnen des TV Jahn Schneverdingen haben beim fünften Spieltag der Bundesliga Nord in Hagen ihre Pflichtaufgaben erfüllt und mit zwei Siegen einen weiteren großen Schritt in Richtung Deutsche Meisterschaft gemacht.
Überschattet wurde die Vorbereitung auf den Spieltag zunächst von einer unglücklichen Nachricht: Abwehrspielerin Luca von Loh zog sich unter der Woche abseits des Faustballplatzes eine Fingerfraktur zu – ausgerechnet in ihrer Comebacksaison nach ihrer Faustballpause. Damit wird die 25-Jährige in den verbleibenden Bundesligaspielen fehlen und auch ein Einsatz bei einer möglichen Deutschen Meisterschaft ist derzeit ungewiss.
Gleichzeitig stand allerdings für Nachwuchsspielerin Nina Karahmetovic ein besonderer Tag bevor: Die Jugendspielerin gehörte erstmals zum Bundesligakader der Schneverdingerinnen und sollte in Hagen wenig später ihre Premiere in der höchsten deutschen Spielklasse feiern.
Im ersten Spiel des Tages trafen die Heidschnucken auf den Gastgeber TSV Hagen 1860: Die Rheinländerinnen hatten zuvor das wichtige Duell im Tabellenkeller gegen den TuS Wakendorf deutlich für sich entschieden und gingen entsprechend mit Rückenwind in die Partie. Die Bedingungen in der Hagener Faustball-Arena waren dabei alles andere als einfach. Nächtlicher Regen hatte den Platz aufgeweicht und insbesondere die Ballannahme auf dem matschigen Untergrund erschwert.
Mit Helle Großmann und Aniko Müller im Angriff, Alina Karahmetovic im Zuspiel sowie Lena Meyer und Laura Kauk in der Abwehr übernahm der TV Jahn dennoch früh die Kontrolle über das Spielgeschehen. Vor allem Müller überzeugte mit druckvollen Angaben und großem Einsatz in der Defensivarbeit. Die Schneverdingerinnen ließen sich von den schwierigen Bedingungen nicht aus dem Konzept bringen und sicherten sich mit 11:6, 11:9 und 11:4 einen souveränen 3:0-Erfolg. Die erstmalig mitgereiste Nina Karahmetovic unterstützte ihre Mannschaft dabei zunächst noch lautstark von der Auswechselbank.
Im anschließenden Duell mit dem TuS Wakendorf folgte dann ihr großer Moment. Trainerin Christine Seitz schenkte der Jugendspielerin ihr Bundesligadebüt und stellte sie direkt im Angriff auf. Großmann rückte dafür ungewohnt in die Defensive, während Müller die Hauptverantwortung in Angabe und Rückschlag übernahm. Alina Karahmetovic im Zuspiel sowie Mannschaftsführerin Laura Kauk in der Abwehr komplettierten die Formation. Die Nervosität war Nina Karahmetovic zu Beginn noch anzumerken, doch mit jedem Ballwechsel gewann sie mehr Sicherheit. Die linkshändige Angreiferin fand immer besser in die Partie und stellte die Wakendorfer Defensive mit ihrer ungewohnten Schlaghand vor Probleme. Als ihr schließlich die ersten Bundesligapunkte gelangen, wich die anfängliche Nervosität endgültig der Freude.
Die Schneverdingerinnen kontrollierten die Partie weitgehend, mussten jedoch den zweiten Satz aufgrund einiger Nachlässigkeiten und Fehlangaben abgeben. Anschließend fanden die Heidschnucken wieder zu ihrer Linie zurück und entschieden die Begegnung mit 11:5, 10:12, 11:7 und 11:4 verdient für sich.
„Nina hat ihre Sache wirklich hervorragend gemacht“, lobte Zuspielerin Alina Karahmetovic ihre jüngere Schwester nach dem Spiel. „Natürlich war sie vor ihrem ersten Bundesligaeinsatz aufgeregt, aber sie hat sich schnell reingekämpft und ihre Chancen mutig genutzt. Gerade ihre ersten eigenen Punkte haben gezeigt, dass sie auf diesem Niveau mithalten kann.“
Mit den beiden Erfolgen festigt der TV Jahn Schneverdingen den zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga Nord und kommt seinem großen Saisonziel – der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft – einen weiteren entscheidenden Schritt näher. Vor den beiden verbleibenden Spieltagen haben die Rot-Weißen die Qualifikation zur Endrunde weiterhin komplett in eigener Hand.
Zum Einsatz kamen: Helle Großmann, Aniko Müller, Alina Karahmetovic, Laura Kauk, Lena Meyer und Nina Karahmetovic.