„Die Drei von der Baustelle“

Anbau an Schneverdinger Seniorenzentrum Wiesentrift feierlich eingeweiht

„Die Drei von der Baustelle“

Was haben ein Pastor, eine Firmenchefin und eine Bürgermeisterin gemeinsam? Die Liebe zu Baustellen. Was wie ein Witz mit schräger Pointe klingt, beschreibt vielmehr das „Gemeinschaftsgefühl eines Trios“ zu einem Schneverdinger Großbauprojekt, das jetzt vollendet worden ist. Bei der Einweihung des Erweiterungsbaus am Seniorenzentrum Wiesentrift ging folgender Satz nicht allein Pastor Harm Cordes, sondern auch Bauunternehmerin Susann Wesseloh sowie Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens über die Lippen: „Ich liebe Baustellen.“ Warum, das erklärten „die Drei von der Baustelle“ den zahlreichen Besucher der Feier auf individuelle Weise. Im Anschluss an die offizielle Einweihung durften geladene Gäste sowie Interessierte aus nah und fern beim Tag der offen Tür einen Blick in die neuen Räumlichkeiten werfen. Für rund 3,7 Millionen Euro entstand hier ein Anbau, der für 38 demente Menschen Platz bietet.

Die Veranstaltung am 17. Januar ging weit über eine Eröffnungsfeier hinaus. Sie startete mit einer Andacht, die Cordes zusammen mit Pastrorin Katherina Friebe gestaltete - „stellvertretend für alle Gemeinden, die sich dem Haus verbunden fühlen“, hoben die beiden Vertreter der Kirchengemeinde Peter und Paul hervor. Und das Haus, das habe der Pastor in den vergangenen Monaten allmählich Form annehmen sehen: „Besonders beeindruckend war für mich, als für einen so großen Bau auch ein natürlich sehr großes Fundament entstand.“ Und das Fundament stimme hier in jeder Hinsicht, meinte Cordes.

Er war nicht der einzige, der des öfteren über den Bauzaun schaute. Moog-Steffens gab ebenfalls zu: „Auch ich liebe Baustellen - wenn auch nicht jede für eine Bürgermeisterin immer eine Freude ist. Aber diese hier war es auf jeden Fall.“ Denn an der Erweiterung der Wiesentrift sei der Baufortschritt immer gut zu sehen gewesen. Entstanden sei nicht weniger als ein „Meilenstein für Schneverdingen im Bereich der Altenpflege“. Und ein solcher sei enorm wichtig für die Heideblütenstadt: „Wir sind eine immer älter werdende Gesellschaft. Allen von den 18.800 Menschen in Schneverdingen sind mehr als 6.500 alter als 60 Jahre. Damit sind wir die ‚älteste‘ Stadt im Heidekreis.“ Sie freue sich sehr, dass der gemeinnützige Verein für Diakonie als Eigentümer und Bauherr den Mut gehabt habe, ein solches Projekt wie die Wiesentrift anzugehen und nun auch noch den Schritt für eine Erweiterung der Einrichtung gemacht zu haben.

Mit dem Erweiterungsbau hat das Seniorenzentrum 37 Zimmer für weitere 38 demenziell erkrankte Bewohner geschaffen. Der neue Bereich ist direkt mit dem Hauptgebäude verbunden. Nach einer Bauzeit von rund einem Jahr, sind auf 1.600 Quadratmetern lichtdurchflutete und freundliche Zimmer entstanden, alle mit bodentiefen Fenstern und einem behindertengerechten Duschbad ausgestattet. Herzstück der Wohnbereiche sind die zentral gelegenen, gemeinsamen Aufenthaltsbereiche, die je nach Bedarf auch für Veranstaltungen genutzt werden können. Hier laufen viele Aktivitäten und Beschäftigungen, die speziell auf die Krankheit Demenz ausgerichtet sind.

„Als ich 1992 im Verein für Diakonie startete, habe ich noch nicht viel über Demenz gewusst“, erinnerte sich Friedrich Heine. Zehn Jahre später erlebte der heutige Vereinsvorsitzende dann die Eröffnung einer Einrichtung, die speziell auf die Belange bei der Pflege von Demenzkranken ausgerichtet ist: die Wiesentrift. „Am 13. Oktober 2002 hat der Verein für Diakonie auf diesem Grundstück das - wie es damals hieß - ‚Pflegeheim von morgen‘ eröffnet.“ Die Wiesentrift zu erweitern, das sei schon länger geplant gewesen, habe jedoch gedauert: „Es gab noch andere Projekte, die erst abgeschlossen werden mussten, unter anderem der Umbau des Tannenhofes.“ Heines Lob ging unter anderem auch an Wesseloh-Bau, das als Generalunternehmen nicht nur ein tolles Ergebnis abgeliefert, sondern auch die im Vertrag vereinbarten 3,65 Millionen Euro nur knapp überschritten habe: „Harmonisch zusammengearbeitet und pünktlich abgeliefert.“

„In nur 13 Monaten haben wir zusammen mit unseren Partnern das Gebäude erstellt - die Planungsphase war wesentlich länger“, freute sich auch Susann Wesseloh. „Dabei mussten die Teams tief in die Erde gehen, damit im Anschluss an das Haupthaus alles ebenerdig fortgeführt werden konnte“, so die Bauunternehmerin, die Baustellen übrigens natürlich schon aus beruflichen Gründen liebe. Insgesamt 52 Baubesprechungen habe es gegeben, so Wesseloh weiter. „Und bei denen gab es immer wieder neue Details zu klären“, ergänzte Jamal Bounoua. Der Wiesentrift-Geschäftsführer ist mit dem Ergebnis äußerst zufrieden: „Es ist toll, die Erweiterung der Wiesentrift jetzt eröffnen zu können.“ Zudem würdigte er die Geduld seines Team und der Nachbarn, die über Monate die Belastungen der Bauarbeiten gut gemeistert hätten - ein bisschen Liebe zu Baustellen war auch dabei sicher hilfreich.

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