„Die Gemeinschaft stärken“

Schneverdinger Mehrheitsgruppe SPD/Grüne: Öffentliche Gruppensitzung zum Thema Ehrenamt

„Die Gemeinschaft stärken“

Zur öffentlichen Gruppensitzung hatte die Mehrheitsgruppe SPD/Grüne im Schneverdinger Stadtrat vor kurzem in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe „Kommune inklusiv“ in den Ratssaal eingeladen. Rund 20 Vereinsvertreter informierten sich über den Arbeitskreis „Freizeit“ und die geplante Freiwilligen- beziehungsweise Ehrenamtsbörse.

Im Jahr 2018 hatte die Mehrheitsgruppe, bestehend aus den Fraktionsmitgliedern der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen, erstmals zu einer öffentlichen Gruppensitzung eingeladen. Die Gruppe wollte damit signalisieren, daß sie für Themen und die damit verbundenen Anregungen aus der Öffentlichkeit ein offenes Ohr hat und gern zur Beantwortung möglicher Fragen zur Verfügung steht. Zum ersten Treffen im vergangenen Jahr wurden alle Schneverdinger Vereine eingeladen - und zahlreiche Vereinsvertreter waren dieser Einladung gefolgt. Die Gäste berichteten damals über ihre Vereinsarbeit und gingen dabei auch auf Schwierigkeiten und Hürden ein. Es sind vor allem Nachwuchssorgen in der Vereins- und Vorstandsarbeit sowie fehlende Beratung in rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Aspekten, an denen so manch Verein zu knabbern hat.

Auch die im vergangenen Jahr in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) war und ist für die Vereine eine Herausforderung. Daher hatte die Mehrheitsgruppe einige Wochen später zu einer weiteren öffentlichen Gruppensitzung eingeladen, in der ein Vertreter eines auf das Vereinsleben spezialisierten Unternehmens einen Vortrag zum Thema DSGVO hielt. Kürzlich stand eine weitere öffentliche Sitzung auf dem Plan. Als Referenten konnten Sozialdemokraten und Grüne die Projektleiter von „Kommune inklusiv“ in Schneverdingen, Ulrike Schloo und Oliver Hofmann, gewinnen. „Kommune inklusiv“ wird von der Aktion Mensch gefördert und von der Stadt Schneverdingen in enger Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Soltau umgesetzt (HK berichtete). Es gibt vier Handlungsfelder, die in der heideblütenstadt erarbeitet wurden: „Schneverdingen für alle“, „Arbeitsmarkt für alle“, „Bildung für alle“ sowie „Freizeit für alle“. In letzterer Gruppe werden diverse Themenfelder beackert, die die Schneverdinger Vereine betreffen. Bereits im November 2017 hat die Arbeitsgruppe in ihren zahlreichen Sitzungen einen Fragebogen zur Bestandsaufnahme über das Angebot der Schneverdinger Vereine erstellt. In der Auswertung hat sich der Wunsch der Vereine nach Vernetzung untereinander sowie auch mit anderen Institutionen herauskristallisiert. Weiterhin wünschten sich die Vereine einen Leitfaden für die Darstellung von Angeboten und die Durchführung von barrierefreien Veranstaltungen sowie eine zentrale Anlaufstelle. Am meisten am Herzen liegt ihnen jedoch die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements. Mit Blick auf diese Anregungen hat die Arbeitsgruppe dann ein Konzept für eine Ehrenamts- beziehungsweise Freiwilligenbörse erarbeitet.

Schloo und Hofmann erläuterten den rund 20 Vereinsvertretern den Stand der Planungen. Ziele der geplanten Freiwilligenböse sind die Akquise und Vermittlung von Freiwilligen, eine ratgebende Stelle bei Fragen von Ehrenamtlichen und Anbietern, eine Erstanlaufstelle für Neubürger sowie Schulungen in Schneverdingen für Ehrenamtliche und Anbieter. Das Augenmerk wird dabei insbesondere auf die Vernetzung der Vereine und die Einrichtung eines Notfallservices gelegt. Zudem sollen zur Stärkung des Ehrenamts motivierende Maßnahmen geplant und umgesetzt werden. Die Einbindung in andere soziale Bereiche sowie eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit sind weitere Punkte, die als Ziel einer Freiwilligenbörse genannt wurden. Doch das wesentliche Problem bleibt. Dazu Schloo an: „Wir brauchen mehr helfende Hände, inspirierende Köpfe, weitererzählende Münder und Zeitspender.“ Laut Schloo und Hofmann habe das Mehrgenerationenhaus (MGH) Interesse bekundet, auf Grundlage des Konzeptes der Arbeitsgruppe als Träger der Freiwilligenbörse zu fungieren. Somit könnten Fördermittel beantragt werden.

Auch zum Ehrenamtslotsen können sich Interessierte künftig in Schneverdingen ausbilden lassen. Diese Schulung mit den Themen Netzwerke, soziale Medien, Recht, Projektplanung und Einbindung in kommunale Strukturen, ist kostenfrei und läuft direkt in der Heideblütenstadt. Ein Informationsabend dazu steht am 27. Juni um 18 Uhr im „freiRaum“ auf dem Plan, dem neuen Raumangebot des Projektes „Kommune inklusiv“. Diese sehr gut ausgestatteten Räumlichkeiten können Interessierte für Treffen auf Grundlage von sozialen Belangen nutzen. Die Belegung wird über das Büro „Kommune inklusiv“ im Rathaus über einen Belegungsplan gesteuert. Weiterhin berichteten Schloo und Hofmann über einen Förderworkshop der Aktion Mensch. An diesem Termin wird die zuständige Förderberaterin der Aktion Mensch, wie auch im vergangenen Jahr, Vereine und Institutionen bei der Förderung von geplanten Projekten und Vorhaben diverser Zielgruppen und Themenschwerpunkte einzeln beraten. Beide Projektleiter ermutigten die anwesenden Vereinsvertreter dazu, künftige Veranstaltungen barrierefrei zu gestalten. Die neu aufgelegten und in der Sitzung verteilten Broschüren mit einem Leitfaden für Barrierefreiheit sind bereits erhältlich. Aber auch Ulrike Schloo und Oliver Hofmann stehen mit ihrem Team zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung und geben gern Hilfestellung.

Im Anschluß an die Präsentation und Diskussion ermunterte Weinreich die Vereinsvertreter zum weiteren Meinungsaustausch. Der Gruppensprecher betonte, „daß es sehr wichtig ist, mit den Vereinen im Gespräch zu bleiben, die Probleme und Sorgen ernst zu nehmen. Auch wenn man auf politischer Ebene nicht immer helfen kann, so ist es doch wichtig, die Gemeinschaft durch diese Treffen zu stärken.“ Weitere öffentliche Gruppensitzungen seien geplant, die nächste stehe im Herbst dieses Jahres auf dem Plan. Weitere Infos zu dieser Veranstaltung und auch die Präsentationen mit den entsprechenden Links sind im Internet unter www.spd-schneverdingen.de zu finden.

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