„Die Gesundheit hat oberste Priorität“

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Stadtjugendring arbeitet intensiv am Höpen-Air 2021

„Die Gesundheit hat oberste Priorität“

Musiker, Schauspieler, Konzertveranstalter, Tontechniker, Bühnenausstatter - eine gesamte Branche ist von den Einschränkungen und Auflagen, die die Corona-Pandemie mit sich gebracht hat, schwer getroffen. „Keine Veranstaltungen - kein Einkommen“, heißt es landauf, landab. Kein Zweifel: Die Corona-Pandemie hat verheerende Folgen für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Zahlreiche kleine Kultureinrichtungen stehen am finanziellen Abgrund, für Künstlerinnen und Künstler geht es längst um die nackte Existenz. Zwar haben Bund und Länder Hilfspakete geschnürt und weitere Fördermaßnahmen versprochen, doch das ist in vielen Fällen nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, ist derzeit von Kulturschaffenden und Künstlern immer wieder zu hören, die versuchen, mit einer gehörigen Portion Zweckoptimismus durch die prekäre Situation zu kommen. Auch der Stadtjugendring Schneverdingen als Veranstalter des Höpen-Air-Festivals wirft die Flinte nicht ins Korn und arbeitet weiterhin an der Veranstaltung, die für den 5. Juni kommenden Jahres geplant ist. Dann wird, so die Hoffnung der Organisatoren, das Höpen-Air in seinem 40. Jahr über die Bühne gehen.

Mit den Vorbereitungen ist eine Mannschaft unter neuer Regie befasst: „Produktionsleiter“ Dennis Huhn, der das Höpen-Air zwölf Jahre mit viel Herzblut betreute und es in diesem Zeitraum maßgeblich weiterentwickelt hat, übergab den Staffelstab vor geraumer Zeit an ein Team aus langjährigen Weggefährten. Huhn sah aus persönlichen und terminlichen Gründen den Zeitpunkt gekommen, die Festivalleitung abzugeben, denn: „Die Organisation und Durchführung einer Veranstaltung dieser Größenordnung ist sehr zeitintensiv und eine große Herausforderung.“

„Wir danken Dennis für seine aufopferungsvolle Arbeit an diesem tollen Festival über so viele Jahre“, so Michel Baden vom Stadtjugendring Schneverdingen, der das neue Organisationsteam koordiniert. „Die Fülle an Aufgaben ist für uns zukünftig nur im Team zu schaffen“, so Baden weiter. Die Neuverteilung der Aufgaben und die gestiegenen Anforderungen brächten einige kleinere Veränderungen rund um die Veranstaltung mit sich, im Großen und Ganzen blieben der familiäre Charakter und die Atmosphäre des Festivals jedoch erhalten. „Eine Freilichtbühne mitten in der Natur, viele großartige Konzerte an einem Abend, faire Eintritts- und Getränkepreise sowie eine einmalige Atmosphäre - das sind seit fast vier Jahrzehnten die Zutaten für das Höpen-Air-Festival in Schneverdingen“, nennt Baden die wichtigsten Faktoren. Unter Leitung von Dennis Huhn sei die Besucherzahl auf um die 5.000 Festivalfreunde angewachsen. Diese Erfolgsgeschichte solle nun fortgeschrieben werden.

Von dem, was die Organisatoren und Helfer vor, während und nach dem Festival zu leisten haben, bekommen wohl nur die wenigsten etwas mit. Vom Sicherheitskonzept über die Verpflichtung der Bands bis hin zur Einteilung der Helferinnen und Helfer ist eine Menge Organisatorisches zu bewältigen - eine Fülle von Aufgaben, die seit jeher komplett ehrenamtlich bewältigt werden. Viele Schneverdinger packen mit an, so hat die CDU aus der Heideblütenstadt zum Beispiel zugesagt, sich mit „Manpower“ beim Aufstellen des Bauzaunes einzubringen. Apropos: In Corona-Zeiten sind natürlich nochmals höhere Hürden zu meistern, wie Baden berichtet: „Wir organisieren und planen nun schon seit vielen Monaten. Das ist seit März nicht einfacher geworden und in manchen Bereichen wie beim Sponsoring oder Buchen der Bands haben wir viele neue Herausforderungen kennenlernen müssen.“ Nichtsdestotrotz sei das gesamte ehrenamtliche Team weiterhin „voller Tatendrang dabei“, um zum „Vierzigsten“ ein ansprechendes Programm auf die Beine zu stellen. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung mit überregional bekannten Bands sei indes nicht kurzfristig umsetzbar. „Um die Voraussetzungen zu schaffen, dass das Höpen-Air im Juni nächsten Jahres stattfinden kann, mussten wir in den vergangenen Monaten bereits diverse Dinge anschieben, buchen und organisieren“, betont Baden. Und weiter: „Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass wir die Entwicklungen rund um das Corona-Virus einfach ignorieren. Ganz im Gegenteil, es macht uns Sorgen und hat zum Beispiel dazu geführt, dass wir all unsere Sommerveranstaltungen, die zur Finanzierung des Höpen-Airs beitragen, absagen mussten.“

Baden betont: „Auch für uns hat die Gesundheit oberste Priorität, und jeder Besucher kann sicher sein, dass wir beim Festival nichts machen werden, was nicht erlaubt oder nicht regelkonform ist. Und sollte es im kommenden Sommer rechtlich und organisatorisch nicht möglich sein, ein Höpen-Air so durchzuführen, wie wir es kennen und lieben, dann werden wir es - zu diesem Zeitpunkt - auch nicht tun.“ Da es aber noch fast sieben Monate Zeit gebe, bleibe das Organisationsteam positiv gestimmt „und wir stecken nach wie vor mit großem Engagement in den Vorbereitungen“, unterstreicht Baden. Die Tatsache, dass das Musikfest unter freiem Himmel über die Bühne gehe und zudem ein großes und weitläufiges Gelände zur Verfügung stehe, „macht uns optimistisch, dass das Festival wie geplant oder unter Auflagen stattfinden kann.“ Daher habe der Vorverkauf bereits begonnen „und wir als Veranstalter sichern allen Kartenkäufern zu, dass alle gekauften Tickets ihre Gültigkeit behalten und jeder bei Bedarf auch sein Geld in vollem Umfang zurückbekommen kann.“

Musikalisch dürfen sich die Besucher auf ein abwechslungsreiches Programm freuen: Gebucht sind die Bands „Riders Connection“, „Monsters of Liedermaching“, „Fiddler‘s Green“, „Tequila & the Sunrise Gang“ und „Green 4A Day“. In den Umbaupausen unterhält Sänger und Songwriter „Grillmaster Flash“ die Besucher. Moderator Oliver Hofmann wird durch den Abend führen. Eintrittskarten können ab sofort über die Internetseite www.hoepenair.de bestellt werden und sind ferner bei der Post in Schneverdingen sowie der Schneverdingen-Touristik erhältlich. Baden weist darauf hin, dass es zum Vorverkaufsstart eine limitierte Auflage von 1.000 Tickets „zu einem vergünstigten Frühbucherpreis gibt.“

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