„Die Rätsel der Alme“ | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Ausstellung „Andenkungen“ / Cornelia Becker liest am 7. Juni in der Alten Schlachterei

„Die Rätsel der Alme“

Eine Lesung zur Ausstellung „Andenkungen“ im Kulturhaus Alte Schlachterei in Schneverdingen, Am Markt 2, steht am Sonntag, dem 7. Juni, um 11.30 Uhr auf dem Programm. Schriftstellerin Cornelia Becker aus Berlin stellt ihr neues Buch „Die Rätsel der Alme“ vor, zu dem Künstlerin Dietlind Horstmann-Köpper Übermalungen angefertigt hat. Der Eintritt ist frei. Die Lesung findet begleitend zur Ausstellung von Dietlind Horstmann-Köpper und Jobst Deventer zum ersten Jahrestag des Kulturhauses Alte Schlachterei statt.

Die Ausstellung ist dem verstorbenen Schauspieler Rolf Becker gewidmet. Dieser hatte den Kulturverein Schneverdingen lange Jahre unterstützt. In ihren Arbeiten zeigen Deventer und Horstmann-Köpper, wie persönliche Erinnerungen das gegenwärtige Leben prägen und welche Bedeutung diese Erinnerung für die Zukunft hat. Kunst hat die Aufgabe Dinge zu reflektieren, für die man im Alltag zu wenig Zeit hat. Oft spürt sie die Geschichte von Orten auf, deren frühere Bedeutung nicht mehr sichtbar ist. So auch im Kulturhaus Alte Schlachterei. „Als ich als Kind meinen Weg zum Kindergarten von der Blumenstrasse zur Bahnhofstraße ging, kam ich an diesem Haus, einem Schlachthof, vorbei. Heute steht hier ein Kulturhaus – was für eine Veränderung“, so Horstmann-Köpper.

Die Malerin aus schneverdingen arbeitet schon lange zum Thema Erinnerung. Gegen das Vergessen beschäftigt sie sich seit 2009 intensiv mit dem Holocaust. Sie hat eindrückliche Porträts jüdischer Künstler wie Rose Ausländer, Else Lasker-Schüler und Paul Celan geschaffen. Und sie dokumentierte 2022 das Schicksal der eigenen Familie in der Zeit der britischen Besatzung in der Lüneburger Heide in den Arbeiten der Ausstellung „Unvertraute Erinnerungen“ im Dialog mit dem Roman der Schriftstellerin Tanja Langer.

Auch Jobst Deventer aus Rieckenbostel ist in Schneverdingen kein Unbekannter. Im Jahr 2018 zeigte er im „KunstRaum“ und in der Friedhofskapelle im Rahmen der Ausstellungsreihe „Das Gedächtnis der Dinge“ eine Videoinstallation aus alten Fotos. In der Ausstellung „Andenkungen“ zeigt er seine Arbeit „Zeitlinien“. Aus Zeichnungen und Skizzen hat Deventer eine Bilderschau erstellt, die einen Zeitraum von 50 Jahren umfasst. Auf dem großen Bildschirm in der Alten Schlachterei spiegeln sich die Zeiten – nicht entlang eines Zeitstrahls, vielmehr in einer scheinbar willkürlichen Abfolge, die einen Raum für eigene Erinnerungen und Zeitbezüge öffnet. So entsteht ein kurzweiliges Kaleidoskop – witzig, melancholisch, sarkastisch und böse, immer aber persönlich, was sich nicht zuletzt in zahlreichen Selbstportraits ausdrückt.

Die Ausstellung umfasst Malerei, Installation und Skulptur. Am Freitag, dem 26. Juni, um 18 Uhr steht die Finissage mit der Band „Ulla und die Vielsaitigen“ auf dem Programm.