Die Spannung steigt: Wird Minou „Deutsche Meisterin“ im Vorlesen?

Axel Witt, Gymnasialzweigleiter der KGS Schneverdingen: „Wir drücken alle Daumen und sind sehr stolz“

Die Spannung steigt: Wird Minou „Deutsche Meisterin“ im Vorlesen?

Berlin, Berlin, sie fährt heut’ nach Berlin: Die zwölfjährige Minou Taghi-Khani aus Schneverdingen hat sich in Begleitung ihrer Mutter auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. Von Hannover aus ging es mit der Bahn in die Metropole an der Spree. Statt Sightseeing ist jedoch höchste Konzentration angesagt, „kämpft“ die junge Heideblütenstädterin doch um die „Deutsche Meisterschaft“ im Vorlesen. In den 60 Jahren dieses Wettbewerbs ist Minou die erste Schülerin aus dem Heidekreis, die es bis ins „Endspiel“ geschafft hat. 16 der besten Leserinnen und Leser aus ganz Deutschland reisen mit der Hoffnung an, den Titel in ihre jeweiligen Heimatstädte zu holen. Klar, dass die Schulkameradinnen und -kameraden von Minou sowie die Lehrerschaft der KGS Schneverdingen, in der sie die Klasse 7i besucht, aus der Ferne sämtliche Daumen drücken werden.

Für die KGS Schneverdingen ist ihr Gastspiel in der Hauptstadt etwas ganz Besonderes: Seit mehr als zwei Jahrzehnten nimmt die Schule am Vorlesewettbewerb des Deutschen Börsenvereins teil. Dabei lesen jährlich mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler aus mehr als 7.000 Schulen bundesweit aus Büchern ihrer Wahl vor.

Wie im Fußball hatte Minou zunächst den anspruchsvollen Weg der Qualifikation zu meistern. Und das machte sie mit Bravour. Nachdem sie zunächst den Klassen- und dann den Schulentscheid gewonnen hatte, ging es auf höheren Ebenen immer weiter. Beim Kreisentscheid konnte die Zwölfjährige den nächsten Sieg feiern, jubelte schließlich im Mai nach dem Gewinn des Bezirksentscheids und ließ dann auch auf Landesebene die Konkurrenz hinter sich - ein beachtlicher Erfolg. Als beste Leserin des 6. Jahrgangs in Niedersachsen geht es nun in Berlin um den ganz, ganz großen Wurf.

Am vergangenen Montagmittag hatte die Schneverdingerin ein ihr unbekanntes Buch zugeschickt bekommen. Sie musste sich also auf ihre vier Buchstaben setzen, das Buch so schnell wie möglich durchlesen und zudem eine passende Textstelle finden und für sich erarbeiten. Im „Endspiel“ wird sie zunächst eine selbstverfasste 30-sekündige Einleitung vortragen, ehe sie dann rund drei Minuten Zeit hat, die ausgewählte Textstelle vorzulesen.

Heute hat sie noch ein wenig Zeit, sich in der Metropole zu „akklimatisieren“. Zudem wird sie mit den anderen 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Fernsehstudio in Augenschein nehmen, in dem das große Finale ausgetragen wird. In diesem werden dann am morgigen Freitag die Kameras auf die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerichtet sein, denn es gibt ab 11 Uhr eine Liveübertragung im Internet, die unter https://www.vorlesewettbewerb.de/finale zu sehen ist. Darüber hinaus wird die Aufzeichnung des Lesewettstreits am Sonntag im Fernsehen gezeigt - und zwar beim Kinderfernsehsender „Kika“.

Natürlich werden zahlreiche Klassen und Kurse des 6. und 7. Jahrgangs der KGS Schneverdingen die Veranstaltung live verfolgen und die Daumen drücken, darunter auch die Deutsch-Fachbereichsleiterin Sabine Dalhoff und Gymnasialzweigleiter Axel Witt. Letzterer betont: „Die KGS nimmt seit vielen Jahren mit voller Überzeugung in allen 6. Klassen an diesem traditionellen Wettbewerb teil. Dabei haben es schon Schülerinnen und Schüler bis zum Bezirksentscheid geschafft. Aber was Minou bereits jetzt erreicht hat, ist überragend und mit Worten kaum zu beschreiben. Die KGS ist sehr stolz, dass sie von Minou in Berlin vertreten wird.“

Selbst wenn es nichts werden sollte mit dem „DM-Titel im Vorlesen“, allein der Einzug ins Finale ist eine tolle Leistung, auf die Minou stolz sein kann. Den zweiten Platz hat sie übrigens schon - wie 14 andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer - in jedem Fall sicher, da am morgigen Freitag nur der Sieger beziehungsweise die Siegerin gekürt wird.

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