„Ein Meilenstein für Schneverdingen“

Land fördert Projekt „Bürgerzentrum Snevern“ mit fast 1,5 Millionen Euro

„Ein Meilenstein für Schneverdingen“

Es soll, so Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens, „ein Ort des sozialen Miteinanders“ werden, das geplante „Bürgerzentrum Snevern“. Im Zuge des Projekts wird die dringend notwendige Sanierung der Freizeitbegegnungsstätte (FZB) in Angriff genommen, zudem wird das Mehrgenerationenhaus (MGH) zur FZB umziehen (HK berichtete). Dieses Vorhaben kann die Stadt Schneverdingen nur realisieren, weil es gelungen ist, erhebliche Fördermittel zu akquirieren. Am vergangenen Montag war Monika Scherf zu Gast in der Heideblütenstadt. Die Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung überreichte den Aufnahmebescheid für den Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ an die Bürgermeisterin. Mit dieser 90-Prozent-Förderung fließt eine Summe in Höhe von 1.450.000 Euro in die Heideblütenstadt.

Dieses Geld wird in das neue „Bürgerzentrum Snevern“ investiert. Im Rahmen einer Neukonzeption werden dort mit dem Umbau des Jugendbereiches, einem Anbau für das MGH und dem Anschluss an den vorhandenen Bürgersaal alle Einrichtungen am Standort zusammengeführt und barrierefrei ausgebaut. „Das neue Bürgerzentrum gibt den Menschen vor Ort die Möglichkeit, sich zu engagieren und bringt unterschiedliche Bevölkerungsgruppen näher zusammen. Das ist der Grundstein für eine gelungene soziale Integration, wie wir sie in den ländlichen Regionen Niedersachsens fördern wollen“, betonte Scherf bei der Bescheidübergabe. Sie und ihr Team des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg kümmern sich um die Bewilligung von Fördermitteln, die in diesem Fall von Bund und Land zur Verfügung gestellt werden. Mit der Stadt Schneverdingen habe es „eine intensive Zusammenarbeit“ gegeben, berichtete Scherf und sprach mit Blick auf das geplante Bürgerzentrum von einer „Win-win-Situation“: „Es ist ein Klasse-Projekt“, sagte die Landesbeauftragte und ließ Grüße an den Stadtrat ausrichten, der eine „mutige Entscheidung“ getroffen habe.

„Als Modellkommune der Aktion Mensch ‚Kommune Inklusiv‘ passen wir zu 100 Prozent in dieses Förderprogramm hinein“, erklärte Moog-Steffens. Mit der Förderung werde die dringende Sanierung der Freizeitbegegnungsstätte, unter anderem im energetischen und im haustechnischen Bereich, möglich. Zudem erhalte das Mehrgenerationenhaus ein neues Zuhause, das über multifunktional nutzbare Räume verfügen werde.

„Ein Meilenstein für Schneverdingen, denn endlich wird die vorhandene bauliche und organisatorische Trennung der Räume des Jugend- und des Bürgersaalbereiches aufgehoben, um damit die Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus zu vertiefen und Kooperationen zu stärken. Ohne die Förderung aus dem Investitionspakt wäre der Umbau der FZB für die Stadt Schneverdingen nicht möglich gewesen“, unterstrich die Bürgermeisterin und zeigte sich erfreut über die „konstruktive Begleitung“ durch das Amt für regionale Landesentwicklung. Sie würdigte in diesem Zusammenhang auch das Engegement des SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil und der Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke (SPD) und Dr. Karl-Ludwig von Danwitz (CDU) sowie die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zuständigen Fachbereiche der Stadtverwaltung. „Es war ein hartes Stück Arbeit“, betonte die Bürgermeisterin. Zudem habe der Stadtrat mit seiner Entscheidung die Weichen gestellt. Dr. Christa Krüger vom Team des Mehrgenerationenhauses berichtete über die Arbeit des MGH sowie dessen vielfältige Angebote und erläuterte, warum es an der Zeit sei, dem bislang genutzten Gebäude im Osterwaldweg „Adieu“ zu sagen: „Die Räume sind eng und verwinkelt, die Türen schmal und zum Büro führt eine steile Treppe hoch. Man sieht nicht, wer kommt und wer geht“, so Krüger. Und weiter: „Dass sich eine Zusammenlegung mit der FZB anbietet, war schon seit langem klar.“ Zudem gebe es „bereits jetzt viele Überschneidungen mit der Freizeitbegegnungsstätte und dem Jugendbereich“, berichtete Krüger. Das bestätigte Bettina Allzeit als Leiterin des FZB-Jugendbereichs, die der Landesbeauftragten ebenfalls die Angebote „ihres“ Hauses vorstellte.

Detlef Lerch, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Umwelt, Ordnung, ist sich sicher, dass die Zusammenführung von MGH und FZB „noch mehr Leben hineinbringen wird.“ Er erläuterte kurz die geplanten Baumaßnahmen und den Zeitplan. Weil verschiedene Projekte, die in Schneverdingen realisiert werden, ineinandergreifen, geht Lerch nicht davon aus, dass die Baumaßnahme „Bürgerzentrum Snevern“ vor Ende 2022 in Angriff genommen werden kann. „Wir hoffen, dass wir zum Jahresende mit der Musikschule umziehen können. Der Umbau der ‚Alten Schule‘ wird dann etwa eineinhalb bis zwei Jahre dauern. Erst danach können wir mit dem Bürgerzentrum beginnen“, so der Fachbereichsleiter. Er berichtete, dass die Kommunen Schneverdingen und Neuenkirchen bereits seit 2014 am Städtebauförderungsprogramm teilnehmen. In diesem Rahmen seien bereits Projekte im „Schröers-Hof“ in Neuenkirchen gefördert worden. In Schneverdingen habe es einen Förderbescheid für die Sanierung und Umgestaltung der „Alte Schule“ gegeben.

„Gut, dass Sie so ein Projekt angehen. Sie haben sich viel vorgenommen“, meinte Scherf zu ihren Gastgeberinnen und Gastgebern. Sie sei froh, dass sie in Corona-Zeiten inzwischen wieder persönlich Förderbescheide übergeben könne, unterstrich die Landesbeauftragte: „Das ist für mich auch ein Zeichen der Wertschätzung der Arbeit, die geleistet wird.“

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