Ein schwerer Schlag - der Frust sitzt tief

Schneverdinger „HöpenAir“ verschoben / Termin für 2022 steht fest

Ein schwerer Schlag - der Frust sitzt tief

Eigentlich sollte in diesem Jahr „runder Geburtstag“ gefeiert werden, denn das „HöpenAir“-Festival in Schneverdingen wird „Vierzig“. Doch statt großer Vorfreude auf die ausgelassene Geburtstagsparty, die am 5. Juni im Höpental über die Bühne gehen sollte, herrscht nun Frust und Enttäuschung bei den ehrenamtlichen Veranstaltern des Stadtjugendrings. Mit Bekanntgabe des Sechs-Stufen-Plans der niedersächsischen Landesregierung war jetzt klar, dass das Open-Air auf der Schneverdinger Freilichtbühne in diesem Sommer nicht stattfinden kann. Gespräche mit den kommunalen Behörden hatten dies bestätigt. Letztendlich mussten die Veranstalter auch wegen fehlender Planungssicherheit und der Unsicherheit in Bezug auf die politischen Rahmenbedingungen und finanziellen Förderungen jetzt die Reißleine ziehen.

Seit gut 14 Monaten läuft die zeitraubende Organisation des Musikfestivals. Viele der Verträge wurden bereits im Laufe des vergangenen Jahres geschlossen. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung braucht einen langen Vorlauf, sind doch Verhandlungen mit den Bands zu führen, Technik und Bühne zu buchen und diverse Anträge zu stellen. Auch Verträge und Gespräche mit Securityunternehmen, Verleihern, Gastronomen, Werbepartnern und Anbietern sanitärer Ausstattung gehören zum umfangreichen Organisationsprogramm. Es sei nicht möglich gewesen, „sich zurückzuhalten und die Entwicklung abzuwarten“, so Michael Baden von der Festivalleitung, denn: „Das hätte bedeutet, dass wir die Veranstaltung aus organisatorischen Gründen kurzfristig nicht mehr auf die Beine gestellt bekommen hätten. Der Frust sitzt tief.“

Natürlich hatten die Planer des Festivals im Hintergrund bereits einige Szenarien zur Umsetzung durchgespielt. Diverse Auflagen zum Infektionsschutz und Hygienekonzepte hätte das Team durchaus umsetzen können. Zusätzlich hatten die Schneverdinger in einer Arbeitsgruppe mit zahlreichen anderen Festivalorganisatoren in Niedersachsen an Konzepten gearbeitet und waren mit einem gemeinsamen Positionspapier an die Landespolitik herangetreten. „Ziel war es, ins Gespräch zu kommen, auf die Situation aufmerksam zu machen und Wege zu finden, kleine Festivals in diesem Sommer möglich zu machen“, so Baden, „doch leider lässt der besagte Stufenplan des Landes Niedersachsen das ‚HöpenAir‘ in 2021 nicht zu.“

Im besten aller Fälle - Stufe 1 - seien lediglich 500 Personen auf dem Gelände zugelassen. Abzüglich der Helfer, Techniker, Bands, Securityleute, Gastronomen und weiterer Mitwirkender wären demnach nur rund 250 Besucher erlaubt. Das aber sei bei einer durchschnittlichen Besucherzahl von 3.500 in den vergangenen Jahren und einer ähnlichen Kalkulation für das diesjährige Festival weder organisatorisch noch wirtschaftlich möglich. „Das ist nicht nur ein schwerer finanzieller Schlag für alle beteiligten Personen. An viele hundert Stunden an Vorbereitung schließt sich nun noch eine aufwendige Rückabwicklung und Umorganisation an“, erklärt Baden. Dies sei reichlich zusätzliche Arbeit für das ehrenamtliche Team des Stadtjugendringes. Nichtsdestotrotz wollen die Organisatoren den Kopf nicht in den Sand stecken und nach vorn schauen, denn aufgeschoben sei nicht aufgehoben.

Ein neuer Termin für die große „Geburtstagsparty“ ist schon gefunden: Am Samstag, dem 11. Juni 2022, soll der „Vierzigste“ nachgefeiert werden. Es steht allerdings noch nicht fest, ob dann die bereits für dieses Jahr vorgesehenen Bands auftreten werden. Derzeit sind die Organisatoren in, wie sie erklären, „guten Gesprächen“ und bemüht, „alle MusikActs von 2021 auch für den neuen Termin buchen zu können.“ So oder so dürften sich alle Interessierten auf ein erstklassiges Programm auf der Freilichtbühne im Höpental freuen, unterstreichen die Organisatoren. Alle bereits gekauften Tickets behalten ihre Gültigkeit. Mehr dazu erfahren Interessierte auf der Internetseite www.hoepenair.de. Eintrittskarten sind an den Vorverkaufsstellen nun vorerst nicht mehr erhältlich. Wer das „HöpenAir“ unterstützen möchte, kann sich auf der Internetseite des Festivals eines der letzten 200 vergünstigten Frühbuchertickets sichern. Diese sind für den neuen Termin gültig. Ab Herbst gibt es dann die neuen Eintrittskarten zum regulären Preis. Voraussichtlich werden dann auch alle weiteren Infos rund um den Konzertabend bekannt gegeben.

Der Stadtjugendring als Veranstalter hofft auf Verständnis für die Verlegung. In einer Mitteilung dazu heißt es: „Wir sind traurig, und es tut uns Leid für alle, die sich wie wir auf die tollen Bands und die einmalige Atmosphäre im Höpental gefreut haben. Wir nehmen einfach nochmal Anlauf und sehen uns alle hoffentlich im Jahr 2022.“

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