„Ein Stück vom Glück abgeben“ | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Elf Schneverdingerinnen und Schneverdinger feiern gemeinsam den „Sechzigsten“ und sammeln Spenden für gute Zwecke

„Ein Stück vom Glück abgeben“

„Ein Stück vom Glück abgeben“ – das haben sich die elf Schneverdingerinnen und Schneverdinger auf die Fahnen geschrieben, die ihre runden Geburtstage gemeinsam feiern und das Ganze mit Spendenaktionen verbinden. Das Motto: „Gemeinsam feiern, gemeinsam lachen und dabei auch an andere denken“. Das knappe Dutzend Geburtstagskinder hat am 12. September dieses Jahres den jeweils 60. Geburtstag zelebriert. Was vor vielen Jahren als gemeinsame Geburtstagsfeier begann, ist längst zu einer liebgewonnenen Tradition geworden. Die elf Jubilare, die sich selbst augenzwinkernd die „66er“ nennen, haben bereits ihren 30., 40. und 50. Geburtstag zusammen gefeiert. Dass auch der „Sechzigste“ wieder ein besonderes Ereignis werden sollte, stand für die elf Freunde außer Frage.

Das Besondere an diesen Feiern: Jedes Geburtstagskind lädt seinen gesamten Freundes- und Familienkreis zur großen Fete ein. So wird aus elf Geburtstagen eine große Party, bei der Menschen aus den unterschiedlichsten Lebensabschnitten und Freundeskreisen zusammenkommen. In diesem Jahr folgten rund 500 bis 600 Gäste der Einladung. Zwei Live-Bands sorgten für Stimmung, auch für Speisen und Getränke war bestens gesorgt. Gefeiert wurde in einer großen Halle in Schneverdingen – und zwar bis in die frühen Morgenstunden.

Eine solche Veranstaltung erfordert natürlich einiges an Vorbereitung, Organisation und eine geeignete Räumlichkeit. Die gesamte Feier finanzieren die elf Geburtstagskinder aus eigener Tasche. Doch bei den Geschenken setzen sie seit Jahren auf eine ganz besondere Idee: Statt persönlicher Geburtstagsgeschenke baten sie ihre Gäste um Spenden für gemeinnützige Zwecke. Auf dem Tresen stand dafür ein Spendenturm bereit, der im Laufe des Abends reichlich mit Scheinen und Münzen gefüllt wurde. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Stolze 4.561 Euro kamen zusammen. Für die „66er“ war schnell klar, dass das Geld in der Region bleiben und dort ankommen sollte, wo es gebraucht wird. Bei der Auswahl der Spendenempfänger spielten zwei Gedanken eine besondere Rolle: Zum einen wollten sie eine wichtige soziale Arbeit vor Ort unterstützen, zum anderen sollte auch die nächste Generation von der Spendenfreude der Gäste profitieren. So fiel die Wahl zum einen auf den Hospizdienst Schneverdingen. Dessen Arbeit halten die elf Geburtstagskinder für ausgesprochen wertvoll und wichtig. Mit einer Spende von 2.561 Euro möchten sie dazu beitragen, dass diese wichtige Begleitung und Unterstützung auch weiterhin geleistet werden kann.

Die übrigen 2.000 Euro gehen an die vier Fördervereine der Schneverdinger Grundschulen. Die Grundschule am Osterwald, die Grundschule am Pietzmoor, die Grundschule in Hansahlen und die Grundschule in Lünzen erhalten jeweils 500 Euro. „Damit kommt die Spende unmittelbar den Kindern und den Schulen vor Ort zugute“, unterstreichen die „66er“. Bei der Übergabe der Spendenschecks, die kürzlich auf dem Programm stand, war die Freude auf beiden Seiten groß. Die Vertreterinnen und Vertreter der vier Fördervereine sowie drei Vertreterinnen des Hospizdienstes nahmen die Spenden dankbar entgegen und bedankten sich bei den elf Jubilaren und ihren Partygästen.

Doch was steckt hinter dieser besonderen Art, Geburtstag zu feiern? Für die „66er“ ist die Antwort ganz einfach: Sie haben das Gefühl, im Leben auf der glücklichen Seite gestanden zu haben. Sie durften in Schneverdingen aufwachsen, haben viel Gutes erfahren und blicken dankbar auf ihr bisheriges Leben zurück. Dieses persönliche Glück möchten sie nicht einfach für sich behalten, sondern, wie sie betonen, „ein Stück vom Glück abgeben.“

Die elf Geburtstagskinder – Wolfgang Mayer, Frank Michael Ahrens, Michael Ringe, Matthias Wiemann, Enno Bosselmann, Jörg Eisele, Lars Martin Christiansen, Bernd Ruschmeyer, Matthias Wrede, Johannes Baden und Agnes Fach – sind alle gebürtige Schneverdinger. Einige leben noch heute in der Heideblütenstadt, andere hat es inzwischen an andere Orte verschlagen. Die Verbundenheit mit ihrer Heimat ist jedoch geblieben.

Und wie geht es nun weiter mit der tollen Tradition? Ob es zum 70. Geburtstag noch einmal eine Feier dieser Größenordnung geben wird, lassen die „66er“ vorerst offen. Bis dahin ist es schließlich noch eine Weile hin. Vielleicht wird aber schon früher wieder gemeinsam angestoßen: „Eine weitere Feier mit 66 Jahren wäre zumindest eine Überlegung wert“, so die Feier-Freunde. Fest stehe: „Wenn elf Schneverdinger gemeinsam Geburtstag feiern, kommt nicht nur eine Menge Lebensfreude zusammen. Manchmal bleibt am Ende auch für andere ein ordentliches Stück Glück übrig.“