Erntedankgottesdienst im Höpen

Zentrale Schneverdinger Feier unter Corona-Bedingungen

Erntedankgottesdienst im Höpen

Erntedank ist vor allem in ländlich geprägten Gebieten ein hohes kirchliches Fest, zu dem der Altar mit den Erntegaben geschmückt wird, und das verbunden ist mit einem sehr ursprünglichen Gefühl von Dankbarkeit für Kürbisse, Äpfel, Kartoffeln und Blumen - und für noch viel mehr Unsichtbares. Zum Erntedankfest ist traditionell auch der Gottesdienst in diesen Regionen gut besucht. Doch In Corona-Zeiten gibt es viel weniger Platz in der Kirche, weil wegen der Abstandsregeln Bänke und Plätze frei bleiben müssen, auch in Schneverdingen. Dort haben die Gemeinden aber eine gemeinsame Lösung gefunden: Am Erntedankfest am 4. Oktober um 10 Uhr gibt es einen Freiluftgottesdienst auf dem Festspielgelände im Höpen als zentrale Feier für alle aus dem Kernort Schneverdingen und den Außendörfern. 250 Menschen können auf dem weitläufigen Gelände coronagerecht Platz finden.

„Wir haben alle ein schwieriges halbes Jahr hinter uns. Seit langer Zeit hat es in unserem Land nichts Vergleichbares gegeben. Und dennoch müssen wir erkennen, dass wir auch dieses Jahr für viele Dinge dankbar sein können“, unterstreicht Martin Hauffe, Vikar an der Peter-und-Paul-Kirche, der den Gottesdienst leiten wird. Das Höpental wird dann zum Kirchenraum und der Platz, an dem sonst die Heidekönigin präsidiert, ist dem Altar vorbehalten.

Vikar Hauffe, der Wintermoorer Küster Peter Rubow und seine Frau Erika sowie Kirchenvorsteher Jürgen Schröder aus Schiel bereiten den Gottesdienst vor. Auf einem landwirtschaftlichen Anhänger, den Peter Inselmann vom Hof Höpen zur Verfügung stellt, wird der Erntedankaltar geschmückt, mit der ganzen Fülle der Gaben. Dazu bindet Jürgen Schröder aus Birkenstämmen ein Kreuz. Eine Erntekrone wird vom Wintermoorer Schützenverein „Gut Ziel“ mit Schützenkönig Michael Seuthe gebunden. Bei diesem Freiluftgottesdienst mit musikalischer Unterstützung durch den Posaunenchor darf auch gesungen werden. Mit dabei sein wird zudem die Heidschnuckenherde von Schäfer Steffen Schmidt (vormals Schäfer Günter Beuße). Auf dem Erntedanktisch werden aus diesem Anlass neben ungesponnener Wolle auch gestrickte Strümpfe und Felle liegen.

Hauffe erinnert an die Dankbarkeit gegenüber „Menschen, die uns unterstützen“. „Gerade in diesem Jahr“, so Schröder, im Hinblick auf Krankenschwestern, Altenpfleger und alle, deren Hilfe in diesen Monaten besonders wichtig war. Stellvertretend werden daher der Rettungswagen des DRK und ein Löschzug der Feuerwehr beim Gottesdienst anwesend sein.

Weil es auch am Erntedanksonntag nicht erlaubt ist, mit dem Auto bis zum Höpental zu fahren, gibt es für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, einen kostenlosen Kutschenshuttle vom Parkplatz beim Heidegarten zum Festspielgelände.

Um die Corona-Bedingungen einzuhalten, gelangen die Gottesdienstbesucher - mit Mund-Nasen-Schutz - durch zwei Eingänge auf das Gelände und sitzen dann in vier Blöcken, wobei alle ihre Namen in Listen eintragen müssen. Der Gottesdienst im Höpen findet auch bei Regen statt, dafür sollten sich die Besucher gegebenenfalls mit einem Regenschirm ausrüsten.

Schröder betont, er habe schon immer einmal gewünscht, das Erntedankfest draußen, mit einem landwirtschaftlichen Anhänger, zu feiern. „Ich freu mich ganz riesig und bin richtig gespannt - mit Kribbeln im Bauch“, erklärt Erika Rubow. Die Organisatoren hoffen auf viele Erntegaben und bitten darum, diese am 2. Oktober im Kirchenbüro abzugeben.

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