Erster Radfahrkongress

50 Interessierte bei SPD-Veranstaltung im Bürgersaal der FZB

Erster Radfahrkongress

Gut 50 Interessierte haben sich jüngst am Radfahrkongress im Bürgersaal der Freizeitbegegnungsstätte (FZB) beteiligt, zu dem die Schneverdinger SPD eingeladen hatte. Ausgehend von ihrem Wahlprogramm wollten die Sozialdemokraten mit dieser Veranstaltung weitere Anregungen bekommen, wie die Heideblütenstadt fahrradfreundlicher gestaltet werden kann.

Zunächst ging Doris Blume-Winkler, stellvertretende Kreisvorsitzende des Allgemeinden Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), in ihrem Vortrag auf die „Fahrradstadt Schneverdingen“ ein. Diese habe bereits „gute Aktivitäten“ entfaltet, nannte sie beispielhaft die Tempo-30-Zonen. Allerdings dominiere das Auto trotzdem. Radler und Fußgänger teilten sich „zum Teil schlechte Wege“, Radfahrerschutzstreifen würden nicht akzeptiert. Da 40 bis 50 Prozent aller Autofahrten in Städten kürzer als fünf Kilometer seien, gebe es Ansatzpunkte, Strecken künftig eher mit dem Rad als mit dem Auto zu fahren. Immerhin seien 60 Prozent der Bürger interessiert, vermehrt das Fahrrad zu benutzen, allerdings seien sie auch besorgt wegen ihrer Rolle als schwächere Verkehrsteilnehmer. Diese Bürger müssten überzeugt werden. Der Straßenraum müsste neu aufgeteilt werden, in Schneverdingen müssten beispielsweise deshalb Parkplätze aufgegeben werden. Ein Radverkehrskonzept müsste Ziele und Strategien aufzeigen, Quell-Ziel-Beziehungen und einen Radnetzplan enthalten, so Blume-Winkler.

Felix Menzel von der SPD präsentierte die Ergebnisse der im Vorfeld auf der SPD-Internetseite gestarteten Umfrage, an der sich 65 Bürgerinnen und Bürger beteiligt hatten. Gründe dafür, das Fahrrad nicht häufiger zu benutzen, seien laut Menzel fehlende Radwege, die mangelnde Qualität der bestehenden Radwege, Bequemlichkeit und das Verhalten der Autofahrer im Straßenverkehr. Um das Auto öfter stehen zu lassen müssten laut Umfrage Fahrradwege ausgebaut und saniert werden, mehr Rücksicht im Verkehr stattfinden sowie Fahrradstrecken oder sogar ein Radwegenetz ausgewiesen werden. Für ein sicheres Radfahren müsste am ehesten vor dem Rathaus und an den drei Ausfallstraßen mehr getan werden. Die Umfrageteilnehmer bezeichneten je zur Hälfte (15:15) überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten als wichtig beziehungsweise als unwichtig. Ebenso geteilt war der Bedarf an Leihlastenrädern an Super- oder Baumärkten. Dagegen wurden mehrheitlich Abstellmöglichkeiten für Fahrradanhänger an Kindergärten sowie öffentliche Ladestationen für E-Bikes gewünscht.

Als weitere Ideen zur Förderung des Radfahrverkehrs nannten Teilnehmer ein Tempolimit von 30 oder 40 Stundenkilometern, die Bereitstellung von Duschen und Gewährung von Prämien für Radfahrer durch die Arbeitgeber, die Einrichtung eines Radfahrerbeirats sowie Elternschulungen. Mit diesem Hintergrundwissen verteilten sich die Kongressteilnehmer anschließend an vier Thementische, an denen sie weitere Vorschläge machen konnten.

Als neuralgische Punkte wurden weiterhin unter anderem fehlende Radwege am Ende der Alten Landesstraße sowie zwischen Schneverdingen und Wintermoor sowie gefährliche Bereiche an der Einmündung der Feldstraße in die Marktstraße und beim Seitenwechsel auf der Verdener Straße in Höhe Auf dem Eck (FZB) genannt. Für den ruhenden Verkehr wurden mehr Fahrradbügel, Platz für Fahrradanhänger und Abstellmöglichkeiten auch an touristische Zielen gewünscht. Für die Sicherheit der Radfahrer kamen Vorschläge wie die Einrichtung von Fahrradstraßen oder von Einbahnstraßen, genannt wurde hier die Schulstraße, auf denen dann den Radfahrern mehr Platz eingeräumt werde. Wichtig seien eine bessere Verkehrserziehung und die Sensibilisierung der Autofahrer.

Ein Folgekongress steht am Donnerstag, dem 22. September, ab 19 Uhr im Bürgersaal der FZB auf dem Programm.

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