EU-Projekttag: Schüler und Lehrer der KGS Schneverdingen zeigen gemeinsam Flagge

Am 27. April schulinterne Veranstaltung und öffentliches „Europakonzert“ mit rund 100 Mitwirkenden / Kartenvorverkauf läuft

EU-Projekttag: Schüler und Lehrer der KGS Schneverdingen zeigen gemeinsam Flagge

„Besuchen Sie Europa - solange es noch steht“ heißt es im Lied der Gruppe „Geier Sturzflug“, mit dem sie im Jahr 1983 einen Hit landete und - in eingängige Klänge verpackt - Stellung zum Wettrüsten im „Kalten Krieg“ bezog. 39 Jahre später ist die Welt leider immer noch nicht in Ordnung. Rund um den Globus gibt es kriegerische Auseinandersetzungen. Und auch in Europa kriselt es. Der „Brexit“ ist in aller Munde, Populisten sind in vielen Ländern auf dem Vormarsch. Um angesichts dieser Entwicklungen Flagge zu zeigen, beteiligt sich in diesem Jahr die Kooperative Gesamtschule (KGS) Schneverdingen am bundesweiten EU-Projekttag an Schulen, der am 27. April zum nunmehr 14. Mal auf dem Plan steht. Die KGS hat sich ohnehin auf die Fahnen geschrieben, „sich weiter nach Europa zu öffnen.“ Das wird sie im April auch nach außen transportieren. Vormittags zunächst bleiben Lehrer und Schüler unter sich und werden dabei auf vielfältige Art und Weise die 27 EU-Mitgliedsstaaten vorstellen. Abends gibt es dann um 19 Uhr ein öffentliches „Europakonzert“.

„Wir als Schule haben eine große Verantwortung, zu vermitteln, dass wir in Europa in guten Zeiten leben“, so Schulleiter Mani Taghi-Khani. Doch weil es in den Gesellschaften verschiedener Länder zunehmend extremistische Tendenzen und Populismus gebe, gelte es, „aufzupassen“ und auf die Gefahren hinzuweisen. „Als wir uns im Jahr 2018 in einer Klausurtagung mit diesem Thema befasst haben, war uns klar, das wir Europa stärker in den Fokus rücken möchten. Dabei war uns wichtig, die Schüler basisdemokratisch mitzunehmen“, so der Schulleiter. Die verschiedenen Gremien hätten dem Ganzen „100 Prozent Zustimmung gegeben“, so dass das Thema Europa im schulinternen Arbeitsplan in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt sein werde. Vorbild seien dabei die Berufsbildenden Schulen Soltau. „Das, was Leiterin Gaby Tinnemeier und ihr Team dort auf die Beine gestellt haben, ist bemerkenswert“, unterstrich Taghi-Khani. Die KGS wolle sich daher intensiv mit den BBS Soltau austauschen: „Wir sind uns sicher, dass wir gute Tipps bekommen.“ Mit der Umsetzung der Ideen ist in der KGS eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe befasst, sozusagen das „Europateam“ der Schule. Am Ruder sitzen die KGS-Europabeauftragte Britta Schmaler und ihre Kollegin Henrike Meyer. Unter ihrer Regie ist über die seit langem ohnehin schon gepflegten Partnerschaften mit ausländischen Schulen hinaus schon einiges angeschoben worden. So läuft zum Beispiel im Rahmen des Erasmus-Förderprogramms für Schulen der Europäischen Union ein Fortbildungsprojekt für Lehrkräfte. Diese erhalten darüber die Möglichkeit, Fortbildungen im europäischen Ausland zu besuchen sowie an Schulen in anderen EU-Ländern zu hospitieren. „Eine Kollegin war schon in Schweden, eine andere in Irland und wir strecken die Fühler auch nach Kroatien und Spanien aus. Diese Kontakte sollen vertieft werden, um unsere Austauschprogramme zu erweitern“, erläutert Schmaler.

Darüber hinaus sind weitere Vorhaben „in der Mache“. Im Vordergrund stehen nun aber erst einmal die Vorbereitungen auf den EU-Projekttag. Alle Schulzweige sind eingebunden. Ganze Klassen machen ebenso mit wie verschiedene Kurse, zum Beispiel der Spanischkurs. Apropos: Dass zum Zeitpunkt des Projekttages gerade spanische Austausschüler in der KGS zu Gast sein werden, könnte nicht besser ins Konzept passen. „Unser Ziel ist es, ein möglichst buntes und vielfältiges Bild von Europa zu vermitteln. Unsere Schüler sollen Europa mit allen fünf Sinnen erleben“, so Schmaler. Dazu wird in der Schule räumlich ein „künstliches Europa“ geschaffen, damit die Schülerinnen und Schüler nicht kreuz und quer durch die Gänge hetzen müssen, sondern in einem Bereich ganz entspannt auf die Reise gehen können. 27 verschiedene Gruppen der KGS stellen jeweils einen der EU-Mitgliedsstaaten vor. Jede Gruppe fungiert somit quasi als „Botschafter“ des jeweiligen Landes. Da werden dann zum Beispiel landestypische Spezialitäten angeboten, Trachten präsentiert oder Tänze gezeigt. „Die Schüler haben tolle Ideen. Ich finde es schön, als Projektarbeit gemeinsam mit ihnen kreativ etwas zu erarbeiten. Und das ist auch gut für das Klassenklima“, sagt Lehrerin Joana Graue.

Nach dieser schulinternen Veranstaltung gibt es abends ab 19 Uhr im Forum der KGS ein öffentliches „Europakonzert“ mit rund 100 Mitwirkenden. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der KGS präsentieren ein buntes Programm mit Musik aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, wobei die meisten Lieder in den jeweiligen Landessprachen gesungen werden. Auch die Heidekreis-Musikschule um ihren Leiter Jürgen Heusler ist eingebunden. Das Schulorchester spielt zum Auftakt die Europahymne. Es folgen die unterschiedlichsten Musikbeiträge, die vom Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms über „Belfast Child“ von den „Simple Minds“ bis hin zur Kleinen Nachtmusik von Wolfgang Amadeus Mozart und „Siehst du die Sonne“ von Peter Maffay reichen. Die Bläserklassen sind mit von der Partie, außerdem der Lehrerchor. Solisten sind ebenso zu hören wie Lehrer-Schüler-Duette. Moderiert wird der Abend von den Schülerinnen Lil Paulin Heinecker und Viktoria Versemann vom „Mamma Mia!“-Ensemble der KGS, die zudem „Super Trouper“ von Abba auf Schwedisch singen werden. In der Pause serviert die Schülerfirma Spezialitäten aus einigen EU-Mitgliedsstaaten. Als Kooperationspartner der KGS ist auch die Firma Heide-Events mit eingebunden, die für eine ansprechende Dekoration sorgen und sich um Licht und Beschallung kümmern wird.

Die KGS erwartet zum Konzert lokale und überregionale Prominenz. Ob Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil im Publikum sitzen wird, ist noch nicht sicher, zugesagt haben unter anderem Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil, Landtagsabgeordneter Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, Landrat Manfred Ostermann, der Chef der Bundesagentur für Arbeit Celle, Sven Rodewald, sowie hochrangige Vertreter der Leuphana-Universität. Es gibt noch rund 100 Karten, die nur per E-Mail an Europakonzert@kgs-schneverdingen.eu bestellt werden können.

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