Fast 1,5 Millionen Euro für Schneverdingen

Hohe Fördersumme für Sanierung des FZB-Jugendbereichs und Anbau für das Mehrgenerationenhaus

Fast 1,5 Millionen Euro für Schneverdingen

In der Coronakrise sind gute Nachrichten bislang eher Mangelware. Um so mehr freut sich Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens, die Bürgerinnen und Bürger der Heideblütenstadt mit erfreulichen Nachrichten aufmuntern zu können. Sie hat am 1. Mai die Mitteilung erhalten, dass die Stadt erhebliche finanzielle Mittel aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ erhält, um die geplante Sanierung des Jugendbereiches der Freizeitbegegnungsstätte (FZB) inklusive Anbau für das Mehrgenerationenhaus (MGH) an die FZB realisieren zu können. Dabei handelt es sich nicht nur um einen kleinen Zuschuss, sondern vielmehr um die stattliche Summe von 1.450.000 Euro, in diesem Fall eine 90-Prozent-Förderung. „Eine großartige Nachricht für die Stadt Schneverdingen“, so die Bürgermeisterin: „Wir haben auch fast eine Punktlandung hingelegt, da wir 1.470.000 Euro beantragt haben.“

Die frohe Botschaft erhielt die Bürgemeisterin über eine Mitteilung des für das Förderprogramm zuständigen niedersächsischen Umweltministeriums. Ob Stadtteilzentren, Kindergärten, Schulen oder Bürgerhäuser - in Niedersachsen werden 23 Projekte über das Programm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ mit Mitteln in Höhe von insgesamt rund 22,55 Millionen Euro gefördert. Die Projekte zur sozialen Integration werden mit einem Zuschuss aus Bundes- und Landesmitteln bis zu einer Höhe von 90 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten unterstützt, wobei der Bund davon 75 Prozent trägt.

Um „den sozialen Zusammenhalt und die Integration in Niedersachsen nachhaltig zu stärken“, werden in verschiedenen Regionen insgesamt acht Kindertagesstätten, zwei Schulen, zwei Kultur- und Bildungszentren, vier Bürgerzentren, zwei Jugend- und Quartierstreffs, drei Begegnungszentren und zwei Sport- und Grünflächen gefördert. Allein in der Region Lüneburg gibt es für sieben Projekte Mittel in Höhe von rund 6,7 Millionen Euro. Dazu Niedersachsens Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz Olaf Lies (SPD): „Ein gutes und lebenswertes Miteinander wird durch die gesellschaftliche Integration und den sozialen Zusammenhalt in unseren Städten und Gemeinden gestärkt. Die Unterstützung der Kommunen bei der Erhaltung und dem Ausbau von Stadtteilzentren, Kindergärten, Schulen, Bibliotheken, Bürgerhäusern oder Kultur- und Bildungszentren ist ein wichtiger Baustein. Damit sichern wir die Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen am öffentlichen Leben und verbessern die Lebensqualität in Stadt- und Ortsteilen spürbar.“

Das gilt auch für Schneverdingen, in dem mit dem „Bürgerzentrum Snevern“ ein weiterer wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung der Heideblütenstadt gemacht werden soll. „Ich freue mich sehr, dass wir diese Förderung erhalten, um unter anderem dem MGH ein neues Zuhause zu geben. Vielleicht gelingt es uns ja auch noch, aus einem anderen Förderprogramm Geld für die Sanierung des Bürgersaales zu bekommen“, unterstrich Moog-Steffens. Und weiter: „Ein großes Dankeschön geht an unseren Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil und unsere Landtagsabgeordneten Dr. Karl-Ludwig von Danwitz sowie Sebastian Zinke, die sich für dieses Projekt der Stadt Schneverdingen eingesetzt haben.“ Das Bürgerzentrum ist in Sachen Bauvorhaben nur ein Punkt auf der „To-do-Liste“ in der Heideblütenstadt, die nun der Reihe nach abgearbeitet werden soll. So wird das frühere Pfarrheim der katholischen Kirche in der Feldstraße umgebaut, damit es künftig von der Kreismusikschule genutzt werden kann. Diese nutzt bislang die Räumlichkeiten in der „Alten Schule“ in der Schulstraße mit. Die „Alte Schule“ wiederum soll ebenfalls umgebaut werden, um laut Verwaltung „die Funktion der städtischen Bücherei als zentrale Integrations- und Bildungseinrichtung zu sichern und zu stärken.“ Zudem sollen durch den Ausbau die Voraussetzungen geschaffen werden, die Touristinformation und das Stadtmarketing dorthin verlegen zu können (HK berichtete).

Was das „Bürgerzentrum Snevern“ angeht, so gehören neben der Sanierung des FZB-Jugendbereiches und dem Anbau für das MGH auch die Sanierung des in die Jahre gekommenen Bürgersaales zum Vorhaben, für das 4,3 Millionen Euro Gesamtkosten veranschlagt sind. Die Sanierung des Bürgersaales möchte die Stadt ebenfalls mit Hilfe von Fördermitteln realisieren. Angepeilt waren laut Moog-Steffens zunächst Gelder aus dem Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden - überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“, das eine Förderung von 66 Prozent der Gesamtkosten in Aussicht gestellt hat. Dieses Programm geht nun allerdings in das neue Programm „Lebendige Zentren - Erhalt und Entwicklung der Orts- und Stadtkerne“ über. Und dieses sieht für „finanzschwache Kommunen“, zu denen die Heideblütenstadt gezählt wird, sogar eine 90-Prozent-Förderung vor. „Das wäre für Schneverdingen natürlich der ganz große Wurf“, so die Bürgermeisterin. Den entsprechenden Antrag werde die Stadt Ende dieses Monats stellen.

Moog-Steffens und Detlef Lerch, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Umwelt, Ordnung, hoffen, dass die Baugenehmigung für das „Bürgerzentrum Snevern“ Ende 2021 vorliegt. „Es ist ein aufwendiges Verfahren, das auch noch zum Bund gehen wird. Aber es gibt ja bereits Vorentwürfe“, so Moog-Steffens. Und weiter: „Realistisch beginnen die Bauarbeiten nicht vor 2022. Wir rechnen mit einer Bauzeit von gut einem Jahr.“ Die Bürgermeisterin geht schon jetzt davon aus, „dass die hiesige Wirtschaft sicherlich von einem Projekt dieser Größenordnung profitieren wird.“

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