Fast drei Millionen Euro für Schneverdingen-Süd

Erweiterung des Gewerbegebietes: Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann überreicht Förderbescheid

Fast drei Millionen Euro für Schneverdingen-Süd

Die Nachfrage nach Grundstücken zur Wohnbebauung in der Heideblütenstadt ist ungebrochen groß, neue Bauplätze mussten zuletzt aufgrund der Fülle von Interessenten verlost werden. Aber auch Gewerbebetriebe brauchen Platz. Nur so können sich neue Unternehmen ansiedeln und bereits ansässige Firmen erweitern. Das schafft Arbeitsplätze und sorgt für zusätzliche Steuereinnahmen. Und deshalb sind Verwaltungen gefordert, vorausschauend zu handeln, rechtzeitig ihre Hausaufgaben zu machen. In Schneverdingen bereitet die Stadt seit mehreren Jahren die Vergrößerung des Gewerbegebietes Südring vor. Hier geht es um eine Erweiterung um 11,78 Hektar Nettobaulandfläche. Am heutigen Donnerstag konnte sich Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) persönlich vor Ort ein Bild davon machen, was die Stadt Schneverdingen seit Jahren plant und vorantreibt. Darüber hinaus hatte er einen mit dem niedersächsischen Wappen versehenen Umschag im Gepäck, der es in sich hatte. Das weiße Pferd im roten Feld zierte nämlich einen Förderbescheid, den der Minister Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens überreichte: Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Erweiterung des Gewerbegebietes Südring mit rund 2,98 Millionen Euro.

„Wir haben hier den besten Blick auf die Fläche“, erklärte Moog-Steffens bei der Begrüßung des Ministers auf dem Gelände der Firma Vergölst und deutete auf das benachbarte, bislang landwirtschaftlich genutzte Areal. Zur kleinen Delegation, die den Minister in der Heideblütenstadt willkommen hieß, gehörten neben den Landtagsabgeordneten Dr. Karl-Ludwig von Danwitz (CDU) und Sebastian Zinke (SPD) auch Landrat Manfred Ostermann sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung und der „NBank“. Letztere hatte die Stadt bei ihrem Förderantrag begleitet und unterstützt.

„Die Gewerbeflächen im Stadtgebiet sind ausverkauft, die Flächen im kleinen Gewerbegebiet in Heber so gut wie“, berichtete Moog-Steffens. Seit Jahren bemühe sich die Stadt darum, den drohenden Engpässen mit der Erschließung und Vorhaltung neuer Gewerbeflächen entgegenzuwirken. Aufgrund der Lage, „umzingelt“ von Naturschutzgebieten, sei dies kein leichtes Unterfangen. Umso mehr freut sich die Bürgermeisterin, dass es gelungen sei, im Jahr 2015 16,6 Hektar Grundstücksfläche zu erwerben, um das Gewerbegebiet Südring zu erweitern. „Dazu waren sehr viele Gespräche erforderlich“, so Moog-Steffens. Seit 25. Januar vergangenen Jahres liegen mit der Rechtsverbindlichkeit des Bebauungsplanes „Schneverdingen Nr. 83 - Erweiterung Gewerbegebiet Südring“ die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Erweiterung vor. Nach Überplanung der Fläche verbleiben 11,78 Hektar Nettobaulandfläche. 0,78 Hektar befinden sich in Privatbesitz, die anderen elf Hektar sowie mit dem Vorhaben verbundene Erschließungs-, Ausgleichs- und sonstige Kompensationsflächen gehören der Stadt Schneverdingen beziehungsweise der städtischen Wohnungsbau-, Ansiedlungs- und Fremdenverkehrsgesellschaft mbH (Stadt GmbH).

Laut Moog-Steffens seien die Planungen eine besondere Herausforderung gewesen, weil sich die Erweiterungsflächen größtenteils in einer Wassergebiet-Schutzzone befänden. Deshalb habe es eine enge und konstruktive Zusammenarbeit mit der zuständigen Behörde des Landkreises Heidekreises gegeben. Im Zuge der Maßnahmen werde auch ein lehmgedichtetes Rückhaltebecken entstehen, „außerdem wird in diesem Bereich die Veerse renaturiert“, berichtete die Bürgermeisterin: „Jetzt kommt viel Arbeit auf uns zu. Bis zum 30. Juni kommenden Jahres soll das Gebiet erschlossen sein.“

Die zuwendungsfähigen Baukosten belaufen sich auf knapp 4,97 Millionen Euro. Aufgrund der 60-Prozent-Förderung bleibt unter Berücksichtigung der Baukosten ein Eigenanteil von rund 2,1 Millionen Euro. Weil die Gewerbeflächenplanung der Stadt Schneverdingen auf einem gemeinsam für den Wirtschaftsraum der Heideregion entwickelten Gewerbeflächenentwicklungskonzept basiert, stellte Moog-Steffens fest: „Heute ist ein sehr guter Tag für Schneverdingen und die Heideregion.“ Die Bürgermeisterin lobte das Engagement aller Beteiligten und zeigte sich erfreut, dass die Landtagsabgeordneten von Danwitz und Zinke das Vorhaben begleitet hatten. Er freue sich, unterstrich Althusmann bei der Übergabe des Förderbescheides, „im von mir sehr geschätzten Heidekreis“ ein wichtiges Signal geben zu können. Gerade in Corona-Zeiten sei es wichtig, Perspektiven zu schaffen, um so zur „Krisenresilienz“ beizutragen.

Der Wirtschaftsminister: „Der Bau eigener Infrastruktur ist eine der entscheidenden Grundlagen für wirtschaftliche Entwicklung und zur Unterstützung des Strukturwandels. Mit der Erschließung und dem Ausbau des Gewerbegebiets schafft die Stadt Schneverdingen einen wesentlichen Rahmen dafür, dass Arbeitsplätze in der Region erhalten bleiben und neue geschaffen werden können. Nur so können langfristig Investitionsrahmenbedingungen verbessert und die Region nachhaltig gestärkt werden.“

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