Feuchte Tücher verstopfen Pumpen, Bürgermeisterin kritisiert Hamsterkäufe

Stadt Schneverdingen und Heidjers Stadtwerke appellieren an Bürgerinnen und Bürger, Feuchttücher nicht in die Toilette zu werfen

Feuchte Tücher verstopfen Pumpen, Bürgermeisterin kritisiert Hamsterkäufe

Nach wie vor werden in der Coronakrise die Toilettenpapierregale in den Supermärkten im Zuge von Hamsterkäufen regelmäßig „leergeräumt“. Das macht sich allerdings mittlerweile auch in den Pumpstationen und den Kläranlagen der Heidjers Stadtwerke (Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen) bemerkbar: Viele Bürgerinnen und Bürger weichen wegen des Mangels an Toilettenpapier auf feuchtes Toilettenpapier aus, das meistens über die Toilette entsorgt wird. Das ist für die Anlagen schlecht, wie Sascha Bülow, Betriebsleiter für Kläranlagen und Kanalnetz bei den Heidjers Stadtwerken, erklärt. „Im Gegensatz zu Toilettenpapier lösen sich Feuchttücher nicht auf. Sie verbinden sich zu langen, nicht zerreißbaren Zöpfen und verstopfen die Pumpen im Kanalnetz und der Kläranlage“, informiert er.

Das Ganze sei, so Bülow weiter, mehr als unangenehm: „Unsere Kollegen haben es in den vergangenen Tagen vermehrt mit verstopften Abwasserpumpen zu tun. Sie müssen die Anlagen von Hand jedes Mal mühevoll von den langfaserigen Tüchern befreien, die sich um die Pumpenlaufräder gewickelt haben.“ Er appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, nichts außer gewöhnlichem Toilettenpapier in die Toilette zu spülen. „Alles andere gehört in die Restabfalltonne“, betont er und fügt hinzu: „Jeder kann selbst ein einfaches Experiment machen: Träufelt man Wasser auf Toilettenpapier, fällt es sofort in sich zusammen. Wenn man das mit Feuchttüchern, Taschentüchern oder Küchenpapier probiert, dann passiert gar nichts.“ Auch Reste von Speisen, Öle, Medikamente oder Hygieneartikel wie Wattestäbchen und Tampons gehörten nicht in die Toilette, sondern in den Restabfall.

„Wir tragen bei den Heidjers Stadtwerken Verantwortung für die sichere und zuverlässige Reinigung des Abwassers und somit auch für den Gewässerschutz. Funktionierende Kläranlagen sind Teil der Daseinsvorsorge und ein wichtiges Element im großen ‚Wasserkreislauf‘", betont Stadtwerke-Geschäftsführer Lars Weber, „das betrifft jeden von uns.“

Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens ergänzt, dass sie immer öfter Anschreiben und Telefonanrufe von Mitbürgerinnen und Mitbürgern erhalte, die sich neben der allgemeinen Angst um die Ausbreitung des Coronavirus auch Sorgen um die Versorgung mit Gegenständen des täglichen Bedarfs infolge der Hamsterkäufe machten. Diese Sorgen bezögen sich insbesondere auf die Versorgung mit Toilettenpapier. „Als Bürgermeisterin appelliere ich an alle, Hamsterkäufe zu unterlassen. Vielmehr möchte ich Sie aufrufen, nicht mehr zu kaufen als Sie brauchen und verbrauchen, um nicht Notlagen zu schaffen, die es nicht gibt“, so Moog-Steffens.

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