FFF-Demo: „Die Zeit für Veränderung ist gekommen - und zwar genau jetzt“

Rund 150 Demonstranten marschieren von der KGS Schneverdingen zum Rathaus

FFF-Demo: „Die Zeit für Veränderung ist gekommen - und zwar genau jetzt“

Beim vierten globalen Klimastreik der Initiative „Fridays for Future“ (FFF) gingen heute auch in Norddeutschland wieder Zehntausende Teilnehmer auf die Straße. Im Rahmen eines weltweiten „Klimastreiks“ waren Kundgebungen und Demonstrationen in etwa 500 deutschen Städten geplant. Konkreter Anlass für diesen Aktionstag war die UN-Klimakonferenz vom 2. bis 13. Dezember in Madrid. Auch in Schneverdingen gingen wieder überwiegend junge Protestler auf die Straße, um sich für den Klimaschutz stark zu machen. Organisiert hatte den Protestzug in der Heideblütenstadt ein halbes Dutzend Schülerinnen und Schüler der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Schneverdingen, die sich in der örtlichen „Fridays for Future“-Gruppe engagieren (HK berichtete).

Und so war dann auch die KGS Schneverdingen Ausgangspunkt für den Marsch der zumeist jungen Demonstranten. Von dort aus ging es über den Osterwaldweg und die Harburger Straße zum Rathaus. 500 Teilnehmer hatten die Organisatoren im Vorfeld angemeldet, es waren dann aber deutlich weniger auf den Beinen. Vielleicht etwas mehr als 150 Demonstrationsteilnehmer gingen für den Klimaschutz auf die Straße, davon etwa zwei Drittel Schüler im Alter unter 18 Jahren. Unterstützung erhielten sie von erwachsenen Protestlern, darunter Vertreterinnen und Vertreter von Umweltschutzorganisationen, Kirchengemeinden und Gewerkschaften. So waren zum Beispiel auch Wilfried und Birgit Ehlers aus Neuenkirchen in die Heideblütenstadt gefahren, um sich dem Demonstrationszug anzuschliessen. Er mache sich Sorgen um die Umwelt und das Klima - „und deshalb sind wir mit dabei“, so der 81jährige Ehlers, der sich auch in seiner Heimatgemeinde für den Umweltschutz stark macht. Sein Schild mit der Aufschrift „Wer das Umweltproblem nicht wahrnimmt, ist selber eins“ hatte er auch schon mal bei einer Protestaktion in Neuenkirchen in die Höhe gereckt „und auch in Soltau haben wir mitdemonstriert.“

Transparente und Schilder hatten auch die Schüler gemalt und gebastelt. „Change is coming“, also „Veränderung kommt“, stand auf dem großen Banner, das die jungen Demonstrantinnen in der ersten Reihe des Protestzuges in den Händen hielten. Lautstark skandierten die Teilnehmer die inzwischen bekannten Parolen der „Fridays for Future“-Bewegung: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, „Mehr, mehr Wald - weniger Asphalt“, „Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit der Kohle.“

Lautstark machten die Klimaschützer auch bei der kurzen Kundgebung vor dem Rathaus ihrem Ärger Luft. „Wir können noch umdrehen. Wir können diesen Wahnsinn noch aufhalten und unsere Welt retten“, rief Schülerin Henny Schröder ins Megaphon. In Sachen Klimaschutz sei dringend ein „Neustart in der Politik“ erforderlich. Es dürfe nicht so weitergehen, dass Politiker aus Angst vor dem Verlust von Wählerstimmen vor unpopulären Klimaschutzmaßnahmen zurückschreckten. „Gestern hat die EU den Klimanotstand ausgerufen. Das ist ein Anfang“, meinte die Schülerin, denn: „Es stellt sich nicht die Frage, ob wir den Klimawandel stoppen können, sondern ob wir das wollen.“

Ähnlich äußerte sich Mitstreiterin Lea Cordes: „Wir brauchen Lösungen aus der Politik. Keiner von uns allein kann die Welt retten.“ Nichtsdestotrotz könne jeder einzelne auch mit kleinen Veränderungen im eigenen Alltag etwas zum Klimaschutz beitragen. „Die Zeit für Veränderung ist gekommen - und zwar genau jetzt“, rief Cordes.

Eine Rede, die James Hiebert vorbereitet hatte, trug Anuschka Emde vor, da der Verfasser bei der Demonstration verhindert war. Waldbrände mit besorgniserregenden Ausmaßen, Dürren, schmelzende Gletscher, ein steigender Meeresspiegel - die Klimaerwärmung habe dramatische Folgen, von denen viele Menschen schon heute betroffen seien, zitierte Emde. Und weiter: „Noch können wir etwas ändern, noch können wir handeln. Es ist Zeit aufzustehen - und es ist Zeit, laut zu sein.“

Laut waren die Demonstrationsteilnehmer auch, als sie sich auf den Rückweg zur KGS machten. Sie stimmten einmal mehr ihre „Schlachtgesänge“ an. Und so erschallte es noch einmal aus etlichen Kehlen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut.“

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