Filmvorführung mit Biss | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Stephan Graf von Bothmer begleitet Klassiker „Nosferatu“

Filmvorführung mit Biss

Ein Stummfilmkonzert steht am Mittwoch, dem 16. September, um 19 Uhr im Kulturhaus Alte Schlachterei in Schneverdingen, Am Markt 2, auf dem Programm. Auf der Leinwand ist der Klassiker „Nosferatu“ zu sehen, live musikalisch am Fügel interpretiert von Stephan Graf von Bothmer. Seine extrem suggestive Musik durchdringt den Film in einer besonderen Tiefe. Das Publikum scheint förmlich in den Film hineingesogen zu werden. Der Abend verspricht eine ebenso wunderbare wie unheimliche Reise ins Unbewusste, in das Land der heimlichen Ängste und Wünsche.

Der deutsche Stummfilm „Nosferatu“ von F.W. Murnau aus dem Jahr 1922 gehört zu den künstlerisch wertvollsten deutschen Filmproduktionen aller Zeiten. Er gehört der Schauerromantik an und entspringt einer hochromantischen Märchenwelt, die F.W. Murnau im Wesentlichen „on location“, also außerhalb der Filmstudios oft in der Natur realisierte – was mit den schweren Kameras damals eine Sensation war. Die poetische Bildsprache, mystifizierte Naturaufnahmen, wie sie vorher noch nie eingesetzt wurden und die sensationelle Darstellung Max Schrecks sorgen zusammen mit von Bothmers Musik für ein mystisches Erlebnis. Zur Handlung: Als der junge aufstrebende Makler Thomas Hutter von seinem Vorgesetzten in die Karpaten geschickt wird, um dort ein lukratives Immobiliengeschäft mit einem gewissen Graf Orlok abzuschließen, nimmt er den Auftrag entschlossen an. Doch seine frisch angetraute Frau Ellen will ihn am liebsten nicht gehen lassen. Zu groß sind ihre Ängste um Thomas, zu schwer belasten sie ihre Albträume, die von Tod und Verderben durchzogen sind. Thomas wischt Ellens Bedenken beiseite. Als er jedoch das Schloss des Grafen endlich erreicht und sich die Tore hinter ihm schließen, spürt er, dass Ellen vielleicht Recht hatte. Und dass der Graf nichts anderes in sich trägt als den Tod – und das Verderben.

Der Pianist und Komponist Stephan Graf von Bothmer füllt mit seinen spektakulären Stummfilmkonzerten Theater und Konzerthäuser auf fünf Kontinenten und begeisterte bisher mehr als 300.000 Gäste. Auf dem Schleswig-Holstein-Festival und in der Laeiszhalle Hamburg, in Berlin im Admiralspalast, im Wintergarten Varieté und im Berliner Dom, sogar beim Rock-Pop-Festival im Flughafen Tempelhof nach Björk, Blur und den Pet Shop Boys. Er spielte auf dem Justus-Frantz-Festival auf Gran Canaria, in der National Concert Hall Budapest und der Philharmonie Kasachstan. Viermal wurde er in die Philippinen eingeladen, spielte in Uruguay, Brasilien, Kolumbien sowie in Russland und im Kosovo.

Stephan Graf von Bothmer war der erste Komponist, der eine Neukomposition zur restaurierten Fassung von „Metropolis“ vorstellte – und zwar im zweimal ausverkauften Zoopalast Berlin und in der Laeiszhalle Hamburg.

Stummfilme sind wieder populär. Dass sein Konzept aufgeht, liegt aber an der Musik. Sie ist packend, mitreißend, modern und verschmilzt mit dem Film zu einer perfekten expressiven Einheit. Filmmusik live. Dabei schöpft er musikalisch aus der Moderne (Pink Floyd, Tekkno, Deep Purple, 20er-Jahre-Jazz) ebenso wie aus der Tradition (Beethoven, Wagner, Chopin, Bartok, Cage und andere) und entwickelt für jedes Konzert eine neue, unwiederholbare Live-Filmmusik. Sie zieht den Zuschauer förmlich in den Film hinein und lässt mal die Dramaturgie, mal die Handlung, mal die Fotografie und mal die psychologische Ebene hervortreten.

„Gute Filmmusik besteht aus einer ständigen Variation der filmmusikalischen Rolle, dem permanenten Ringen um das Wesen des Filmes und der eigenen Position dazu“, sagt von Bothmer. In den vergangenen 21 Jahren hat er eine einzigartige filmmusikalische Methode voller Intensität entwickelt und mehr als 1.000 Filme neu vertont.

Die Veranstaltung in der Alten Schlachterei findet in Kooperation des Kulturvereins mit dem Kino „LichtSpiel“ und der Volkshochschule im Heidekreis statt.

Karten gibt es im Vorverkauf für 20 Euro und an der Abendkasse für 24 Euro.