„Fridays for Future“: Schneverdinger Schüler machen erneut mobil

Am 29. November Demonstration in Schneverdingen / Organisatoren hoffen auf 500 Teilnehmer

„Fridays for Future“: Schneverdinger Schüler machen erneut mobil

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut“, „Mehr, mehr Wald - weniger Asphalt“ - Parolen wie diese skandierten am 24. Mai dieses Jahres rund 800 Demonstrationsteilnehmer, überwiegend Schülerinnen und Schüler aus der Heideblütenstadt, als durch Schneverdingen zum Rathaus marschierten. Auf ihren Transparenten und Schildern standen Botschaften wie „Die Welt braucht uns!“ und „Stoppt den Klimawandel“. Lautstark und friedlich gingen die Protestler damals für die Ziele der „Fridays for Future“-Bewegung auf die Straße. Am 29. November wird es anläßlich des vierten globalen „Klimastreik“-Aktionstages unter dem Motto „#NeustartKlima“ eine weitere Demo geben, organisiert von sechs Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Schneverdingen, die sich in der örtlichen „Fridays for Future“-Gruppe engagieren. Stellvertretend für das gesamte Organisationsteam informierten die 17jährige Anuschka Emde sowie Lea Cordes und Tim Rosebrock (beide 16 Jahre) am vergangenen Montag über die geplante Demo.

Hatten die erste Demonstration in Schneverdingen noch etwa 20 Schülerinnen und Schüler der Anfang des Jahres gegründeten Gruppe auf die Beine gestellt, so ist es jetzt noch ein halbes Dutzend Jugendlicher. „Die Planung der ersten Aktion war schon kräftezehrend. Und viele gehen ins Abitur oder Studium und haben deshalb keine Zeit gefunden“, so Emde. Somit sei die Arbeit nun auf deutlich weniger Schultern verteilt. Die bei der Veranstaltung im Mai gesammelten Erfahrungen haben die Schülerinnen und Schüler bei der Planung berücksichtigt. „Beim letzten Mal war die Kundgebung am Rathaus einfach zu lang, deshalb wird sie diesmal deutlich kürzer ausfallen. Es wird nur ein bis zwei kurze Redebeiträge von Schülern geben“, berichtete Emde. „Außerdem gehen wir diesmal geschlossen zur KGS zurück, die Demonstration wird sich nicht am Rathaus auflösen“, ergänzte Rosebrock. Die Demonstrationsteilnehmer versammeln sich am 29. November zunächst an der Kooperativen Gesamtschule. Von dort aus marschieren sie um 11.30 Uhr auf der Straße Am Timmerahde zum Osterwaldweg und weiter bis zur Oststraße. Dann geht es über die Harburger Straße und Schulstraße zur Kundgebung am Rathaus. Gegen 13 Uhr laufen die Teilnehmer über die Schulstraße und Harburger Straße sowie den Masurenweg zurück zur KGS.

Die jungen Organisatoren haben den Beginn auf 11.30 Uhr gelegt, weil dieser Termin in die Pausenzeit fällt. Außerdem soll die Demonstration spätestens um 14 Uhr enden, damit alle Teilnehmer der KGS rechtzeitig in ihre Schulbusse steigen können. Die Initiatoren hoffen aber auch, dass sich dem Demonstrationszug neben Schülern auch zahlreiche andere Interessierte anschließen. „Wir fänden es toll, wenn auch möglichst viele Eltern und ältere Bürgerinnen und Bürger zur Demonstration kommen, denn es ist ein Thema, das alle angeht“, unterstrich Cordes. „Alle Schüler, die mitlaufen wollen, brauchen eine Entschuldigung “, betonte Emde: „Die Schulleitung haben wir informiert.“ Und Cordes: „Beim letzten Mal gab es keine Probleme. Es kommt darauf an, wie die Lehrer und die Eltern damit umgehen. Die Lehrer waren sehr verständnisvoll und wir hoffen, dass das wieder so ist.“ Zur Vorbereitung einer solchen Demonstration, die Veranstalter hoffen auf rund 500 Teilnehmer, gehört natürlich weitaus mehr. So muss in den sozialen Netzwerken und mit Hilfe von Plakaten die Werbetrommel gerührt werden, vor allem aber sind Absprachen mit den zuständigen Behörden zu treffen. „Wir haben mit der Bürgermeisterin gesprochen und alles beim Ordnungsamt, Landkreis und der Polizei angemeldet. Man kennt sich durch die erste Demo, alle sind hilfsbereit. Das ist sehr angenehm“, berichtete Emde.

Den Aktionstag am 29. November gibt es, weil die deutsche „Fridays for Future“-Bewegung mit dem Klimapaket der Bundesregierung alles andere als zufrieden ist. Dieses führe „nur noch tiefer in die Klimakrise“, heißt es auf der Internetseite der Bewegung. Mit „business as usual“ und „viel Pillepalle“ müsse endlich Schluss sein. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, gehen die Aktivisten nun am Freitag vor dem Beginn der UN-Klimakonferenz, die in den ersten beiden Dezemberwochen in Madrid auf dem Programm steht, erneut auf die Straße. Mehr als 330 Ortsgruppen beteiligen sich bundesweit am Aktionstag. Dass das nicht alle gut finden, ist den KGS-Schülern durchaus bewußt. Sie kennen Gegenbewegungen wie „Fridays for Hubraum“, wünschen sich aber eine sachliche und faire Debatte, frei von Emotionen. Kritiker seien zur Diskussion auf den sozialen Kanälen der Ortsgruppe wie Facebook oder Instagram eingeladen. In Schneverdingen selbst werde bereits viel für den Klimaschutz getan, auch an der KGS werde das Thema Nachhaltigkeit keinesfalls stiefmütterlich behandelt.

„Uns ist wichtig, dass sich in der Politik etwas verändert. Aber wir wollen einfach noch einmal aufzeigen, dass auch jeder Einzelne etwas zum Klimaschutz beitragen kann“, hob Cordes hervor. Und Rosebrock: „Bei den ersten Demonstrationen ist leider das Thema Schuleschwänzen viel zu stark in den Fokus gerückt. Das wichtige Thema Klimaschutz wurde in den Diskussionen völlig vergessen.“ Bei der Demo am Freitag verpassten die Schüler des 12. Jahrganges gerade einmal 135 Minuten Unterricht, die anderen Schüler nur 90 Minuten, so der 16jährige: „Für diese Zeit ist das Thema Klimaschutz einfach mal wichtiger, schließlich geht es um die Zukunft von uns allen.“

Logo