„Für ein besseres Miteinander“

„Kommune Inklusiv“: Jessica Bleifuß und Carina Süptitz neu im Team

„Für ein besseres Miteinander“

Sie hat die Gesellschaft nach wie vor im Griff, die Coronavirus-Krise. Zwar haben sich Bund und Länder auf vorsichtige und schrittweise Lockerungen der strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie geeinigt, Kontaktbeschränkungen aber gelten zunächst weiterhin. Quer durch die Branchen arbeiten viele Berufstätige derzeit von Zuhause aus. Das gilt auch für das „Kommune Inklusiv“-Team in Schneverdingen, in dem es jüngst aus beruflichen Gründen zwei personelle Wechsel gegeben hat. Jessica Bleifuß hat die Projektleitung von Oliver Hofmann übernommen, Carina Süptitz ist Nachfolgerin der bisherigen Projektassistentin Lena Teßmann. Zweite Projektleiterin ist nach wie vor Ulrike Schloo.

„Kommune Inklusiv“ ist ein auf fünf Jahre angelegtes Projekt der „Aktion Mensch Stiftung“, für das sich bis Ende Juni 2016 bundesweit Kommunen hatten bewerben können. Gemeinsam hatten seinerzeit die Lebenshilfe Soltau und die Stadt Schneverdingen den Hut in den Ring geworfen - mit Erfolg. Im Frühjahr 2017 zählte Schneverdingen zu den fünf Kommunen, die aus 130 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt wurden. In Kooperation mit der Lebenshilfe Soltau als sozialem Träger und verschiedenen Projektpartnern wird in der Heideblütenstadt seitdem daran gearbeitet, in den Bereichen Freizeit, Arbeit, Bildung und Barrierefreiheit Möglichkeiten für mehr Teilhabe zu schaffen. Gemeinsam mit Akteuren vor Ort soll in der Stadt eine Gemeinschaft entstehen, „in der es normal ist, verschieden zu sein.“

Vieles ist seit Projektbeginn bereits realisiert worden - von der Bildung eines Netzwerkes über Plakataktionen bis hin zum niederschwelligen Raumangebot „freiRaum“ in der Rathauspassage. Koordiniert wird das Ganze vom „Kommune Inklusiv“-Team, das über ein Projektbüro im Rathaus verfügt.

Erschwert wird die Arbeit derzeit natürlich durch die Kontaktbeschränkungen. Die vier ins Leben gerufenen Arbeitsgruppen kommen dementsprechend nicht zusammen, Angebote wie Nachhilfegruppen für Migranten liegen brach. Das heißt aber nicht, dass aktuell gar nichts läuft, wie Projektleiterin Schloo berichtet: „Vieles geht bei uns sowieso telefonisch oder per E-Mail in unserem Netzwerk.“ Die beiden „Neuen“ hätten sich natürlich gern persönlich bei den verschiedenen Projektpartnern vorgestellt, doch das muss warten.

„Der Vorteil ist, dass wir ein bisschen mehr Zeit haben, uns in das Thema einzuarbeiten. Wir nehmen es, wie es kommt. Und es ist ja schon ein Silberstreif am Horizont zu sehen“, so Jessica Bleifuß. Die 37jährige ist in Schneverdingen aufgewachsen. Nach ihrem Studium hat sie viele Jahre als Redakteurin gearbeitet. „Ich bin dreifache Mutter. Als mein zweites Kind geboren wurde, habe ich mich für eine längere Familienzeit entschieden, in der ich mich vornehmlich ehrenamtlich im Bereich der schulischen Bildung engagiert habe“, so Bleifuß. Als Elternvertretreterin habe sie immer wieder mit dem Thema Inklusion zu tun. „Ich freue mich deshalb sehr, mit ‚Kommune Inklusiv‘ in und für meine Heimatstadt etwas bewegen zu können. Den Gedanken, etwas in die richtige Richtung schieben zu können, finde ich großartig.“

Ähnlich äußert sich der zweite „Neuzugang“, die 28jährige Carina Süptitz. Die gebürtige Schneverdingerin ist Mutter von zwei Kindern und hatte in ihrer vorherigen Tätigkeit, wie sie beschreibt, „sehr viel mit Veranstaltungsplanung und -koordination zu tun und war Ansprechpartnerin für jegliche Kundenwünsche.“ Am Projekt „Kommune Inklusiv“ begeistere sie „die Vielfalt und die Möglichkeit, Neues für ein besseres Miteinander aufbauen zu können. Ich freue mich, meine Energie bei ‚Kommune Inklusiv‘ einbringen zu können und wünsche uns allen nach der Corona-Zeit einen hoffentlich schnellen und gesunden Wiedereinstieg in die Projekte.“ Die drei Kolleginnen „treffen“ sich derzeit täglich virtuell, tauschen sich morgens in Videokonferenzen aus. „Viele Sachen gehen zwar gerade nicht, aber bei uns gibt es keine Pause. Wir können jetzt in Ruhe planen, die neuen Kolleginnen können sich einarbeiten“, so Schloo.

In Zeiten der Krise habe das Projekt auch in der Schneverdinger Geschäftswelt „einen Fuß in die Tür“ bekommen. „Viele Geschäftsleute erkennen dank Angeboten wie der digitalen Helferbörse den Mehrwert des Netzwerkes. Das ist das Positive in der Krise“, erläutert die Projektleiterin. Noch vor Beginn der Kontaktbeschränkungen sei die Ausbildung von 15 Engagementslotsen erfolgreich abgeschlossen worden. „Das war eine richtig gute Schulung und hat uns nach vorn gebracht. Mit dieser zusätzlichen Power können wir nun weitere Projekte voranbringen.“

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