Galeriebesuch per Mausklick

Malerin und Bildhauerin Lilo Schmidt-Wiedenroth: Kunst in Corona-Zeiten

Galeriebesuch per Mausklick

„Der Zweck der Kunst ist es, den Staub des Alltags von unseren Seelen zu waschen“ - ein Zitat des großen spanischen Malers, Grafikers und Bildhauers Pablo Picasso, das vortrefflich in die düsteren Corona-Zeiten passt, in denen der Alltag besonders „staubig“ erscheint. Es fehlt einfach, das unbeschwerte Miteinander. Auch die Schneverdinger Malerin und Bildhauerin Lilo Schmidt-Wiedenroth und ihr Ehemann Ingo Schreiber vermissen im Lockdown die Geselligkeit bei Ausstellungseröffnungen, den fröhlichen und ungezwungenen Austausch mit Kunstfreunden von nah und fern. Die Hoffnung stirbt jedoch bekanntlich zuletzt - und so wird die Zeit genutzt, die Ausstellungen in der Galerie „Rotes Sofa“ und im „Atelier im Hof“ in der Oststraße 6 auf Vordermann zu bringen, die Schubladen zu sichten und Pläne für die Zukunft zu schmieden.

In der Galerie „Rotes Sofa“ sind derzeit Bilder und Skulpturen diverser Künstlerinnen und Künstler zu sehen, unter anderem von Peter Richard und Anneke Winkelaar, Peter Brauchle, Ralf Leidinger, Cäcilie Cichonski, Manfred von Kühnemund, Evelin Kolthammer und René Chicherie. Bilder und Skulpturen von Lilo Schmidt-Wiedenroth dürfen natürlich nicht fehlen, die es auch direkt nebenan im „Atelier im Hof“ zu sehen gibt. Dort werden zudem weiterhin Objekte von Ingo Schreiber, Keramiken von Gräfin Gerda von Tretti, Keramikbroschen von Monika Plöghoft, Keramiken von Bärbel Bals und Glasobjekte von Vetro Forno präsentiert.

Im Laufe ihrer Karriere hat Lilo Schmidt-Wiedenroth unzählige Bilder und Grafiken anderer Künstlerinnen und Künstler gesammelt, die sich in etlichen Schubladen verbergen, darunter zum Beispiel Arbeiten von Bruno Bruni, Ernst Fuchs, Olga Kopka, Horst Antes und vom unvergessenen deutschen Zeichner und Grafiker Horst Janssen, aber auch Arbeiten der Rixdorfer Künstler Albert Schindehütte, Arno Waldschmidt und Uwe Bremer. Interessierte Kunstfreunde können sich diesbezüglich unter Ruf (05193) 1885 bei Lilo Schmidt-Wiedenroth melden.

Was ihre eigenen Arbeiten angeht, so wurden jüngst drei Bilder der Künstlerin auf Ausschreibung der Galerie Onil in Bremen einjuriert: „Frau mit Schleier“, „Frau in Rot“ und „Tanzende“. Auch darüber hinaus war die Schneverdingerin nicht untätig, sind doch unter Regie von Thorsten Laussch vier neue Filme entstanden, die ab 25. Februar bei der Malerin als DVD erhältlich sind. Laussch ist Schauspieler, Fernseh- und Rundfunkmoderator, Sprecher, Sänger, Autor und Entertainer und unter anderem als „Hausmeister Rudi“ und durch diverse NDR-Sendungen bekannt. In den Filmen, die auch auf Youtube zu finden sind, wird Schmidt-Wiedenroth in ihrem Atelier gezeigt, das ebenso vorgestellt wird wie die Galerie „Rotes Sofa“ und der Skulpturengarten.

Apropos: „Wir haben sehr gute internationale Skulpturen in unserem Garten, die sehr schön anzusehen sind“, so die Malerin, „darunter von ausgezeichneten Künstlern, die durch öffentliche Auftragsarbeiten von sich reden gemacht haben.“ So bereichern den Skulpturengarten seit kurzem Werke des Bildhauers Peter Brauchle, der in Lustadt im Bundesland Rheinland-Pfalz lebt und arbeitet. Für seine Arbeiten verwendet er bevorzugt die Materialien Bronze, Aluminium, Stein und Beton. Nicht in Stein gemeißelt, aber ins „Netz“ gestellt, wurde eine „virtuelle Galerie“, in der sich Kunstfreunde nun auch Bilder von Lilo Schmidt-Wiedenroth anschauen können. Wer auf der Seite www.kunstmatrix.com ihren Namen in die Suchmaske eingibt, kann sich per Mausklicks durch eine 3D-Galerie bewegen, um sich einen Überblick über eine Auswahl ihrer Arbeiten zu verschaffen. „Außerdem wird gerade an einem Wikipedia-Eintrag über mich gearbeitet“, berichtet die Künstlerin. Damit seien derzeit Kunsthistoriker und -sammler Thomas Waelz und Kunsthistorikerin von Wangenheim beschäftigt.

Aktuell bietet Schmidt-Wiedenroth Weineditionen und Duftkarten als Präsente an, ebenso ihren Kalender, den es zum Sonderpreis gibt. In der „Mache“ ist außerdem ein erotisches Kochbuch, das Rezepte von Ingo Schreiber und Zeichnungen von Lilo Schmidt-Wiedenroth enthalten wird. „Es geht um außergewöhnliche Rezepte mit aphrodisierendem Hintergrund“, verrät Schreiber, der die Vernissagen in der Oststraße 6 seit längerem mit orientalisch angehauchten Kleinigkeiten und selbstgemachten Saucen und Dips kulinarisch bereichert. Das Künstlerpaar möchte, wie es erläutert, mit einem Augenzwinkern „einen humoristisch-erotischen Lesegenuss bieten.“

Wenn die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wieder öffentliche Veranstaltungen zulassen, dann soll es rund um Galerie und Atelier wieder Ausstellungen, Lesungen, Konzerte und auch Vorträge zu Themen wie „Pflanzliche Ernährung“ geben.

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