Grenzenloser Jubel und Freudentränen: TVJ Schneverdingen Deutscher Meister

Nach irrem Comeback und Verletzungspech: Faustballerinnen setzten sich im dramatischen Finale gegen TSV Calw durch

Grenzenloser Jubel und Freudentränen: TVJ Schneverdingen Deutscher Meister

Grenzenloser Jubel und Freudentränen bei den Bundesligafaustballerinnen des TV Jahn Schneverdingen: Die Spielerinnen aus der Heideblütenstadt entthronten bei der Deutschen Meisterschaft in Moslesfehn am vergangenen Sonntag den Titelträger TSV Calw und krönten ihre starken Leistungen mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. In einem völlig verrückten Endspiel mit mehreren Verletzungspausen und einem unerwarteten Comeback gewann das Team aus der Lüneburger Heide mit 3:1-Sätzen gegen den Titelverteidiger.

Die an diesem Wochenende am stärksten aufspielenden Mannschaften hatten sich für das Endspiel qualifiziert: Schneverdingen deutlich gegen Ahlhorn und Calw ähnlich klar gegen Dennach. Die Norddeutschen erwischten im spannenden Finalmatch einen Fehlstart: Calw nutzt Unsicherheiten in der Abwehrreihe des Jahn zu einer schnellen 5:0-Führung. TV-Trainerin Christine „Tine“ Seitz nahm schon früh eine erste Auszeit, um ihre „Fünf“ neu einzustellen. Titelverteidiger Calw nahm den Vorsprung natürlich gern mit. Henriette Schell vom TSV erhöhte mit reichlich Power auf 9:3.

Der TV Jahn Schneverdingen wechselte früh, brachte Annika Kriger für Nationalmannschaftskollegin Theresa „Terry“ Schröder. Auch wenn Kriger gleich offensiv erfolgreich agierte, die Spielerinnen des TSV Calw brachten den Satzgewinn unter Dach und Fach, denn Henriette Schell machte das 11:6 per Angabe klar. Auch im zweiten Abschnitt agierte das TSV-Team zunächst überlegen: Schell machte weiter kräftig Druck, beim TV Jahn Schneverdingen hingegen sahen die Zuschauer ratlose Gesichter - 5:2. Die Jahnlerinnen stellten allerdings eindrucksvoll unter Beweis, dass man sie niemals abschreiben sollte. Auch diesmal nicht, denn sie schafften den 6:6-Satzausgleich, gingen dann selbst mit 9:8 in Führung. Immer wieder nahmen die Heidjerinnen nun die Angreiferin des Gegners, Henriette Schell, aus dem Match. So gab es den ersten Satzball und kurz darauf auch einen zweiten. Helle Großmann verwandelte zum 12:10 und 1:1-Zwischenstand.

Plötzlich lief es wie am Schnürchen beim Ersten der Nord-Bundesliga: Mit 4:0 eilten die Schneverdingerinnen nun davon. Dann aber knickte TVJ-Schlagfrau Helle Großmann um und musste aus der Partie genommen werden. Sie wurde durch Kimberly Groß ersetzt. Und das Verletzungspech wartete mit einer Fortsetzung auf, denn nur einen Ballwechsel danach musste auch Theresa Schröder vom Feld. Sie hatte es am ohnehin schon lädierten Knie erwischt.

Zwar spielte der TV Jahn nun ohne etatmäßigen Angriff, doch der Kontrahent konnte daraus kein Kapital schlagen. Es gelang dem TSV Calw nicht, den Rückstand nennenswert aufzuholen - mit 11:4 sicherten sich die Schneverdingerinnen den 2:1-Satzvorsprung. Wenig später kehrte Helle Großmann zurück aufs Feld, wieder fit gemacht und getaped vom Teamarzt der Männer-Nationalmannschaft. Der TV Jahn agierte nun mit viel Selbstvertrauen, Calw dagegen mit neuem Personal: Anna Winkler kam für Laura Flörchinger ins Team.

Großmann begeisterte mit einer starken Leistung und peitschte ihre Mannschaftskameradinnen zum 7:3 und 9:4 nach vorn. Auch den Matchball zum 10:4 machte die Jahn-Schlagfrau. Sechs Matchbälle gegen sich, schlug ihr Gegenüber vom TSV gleich ihr nächstes Service ins Netz.Das war die Entscheidung. Die Jahnlerinnen fielen sich in die Arme, jubelten über den Gewinn der Goldmedaille. Der Titelverteidiger musste sich diesmal mit Silber begnügen.

Für den TV Jahn Schneverdingen spielten Helle Großmann, Theresa Schröder, Hinrike Seitz, Laura Kauk, Kimberly Groß und Annika Kriger.

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