Großreinemachen in Schneverdingen

Müllsammelaktion am 20. März auch in Corona-Zeiten: Wer macht mit?

Großreinemachen in Schneverdingen

Die Tage werden endlich länger, die Sonne lässt sich blicken, die Temperaturen steigen. In Corona-Zeiten gehört der Spaziergang in der Natur zu den wenigen Freizeitbeschäftigungen, die den pandemiegeplagten Bürgerinnen und Bürgern geblieben sind. Wer in diesen Tagen die frische Luft genießt, erfreut sich an der aus dem Winterschlaf erwachenden Flora. Doch leider ziehen nicht nur Frühblüher die Blicke auf sich, sondern auch achtlos weggeworfene Plastikflaschen, Verpackungen und anderer Unrat. Der Müll in der Natur ist nach wie vor ein großes Problem, auch für die Fauna: Nicht selten verheddern sich Tiere in Kunststoffschnüren und anderen Müllteilen oder halten sie manchmal auch für Nahrung - häufig mit tödlichen Folgen. Auch deshalb ist es eine gute Idee, Jung und Alt zum Großreinemachen aufzurufen. In der Heideblütenstadt steht am Samstag, dem 20. März, eine entsprechende Aktion auf dem Plan. Das Motto lautet „Schneverdingen räumt auf“.

Organisiert wird das Ganze vom Stadtjugendring Schneverdingen. Dessen stellvertretender Vorsitzender Michael Baden spricht von einer „sinnvollen, gemeinschaftlichen Aktion an der frischen Luft, mit der wir gleichzeitig unsere Heimatstadt sauberer und lebenswerter machen können.“ Angesichts der in der Corona-Pandemie geltenden Einschränkungen musste das Organisationsteam allerdings kurzfristig umplanen. Daher sind nun statt der ursprünglich vorgesehenen Gruppen und Vereine einzelne Haushalte aufgerufen, in der Heideblütenstadt beim „Aufräumen“ am 20. März in ihrer jeweiligen Umgebung zwar nicht zu Jägern, unbedingt aber zu Sammlern zu avancieren.

Entstanden ist die Idee für einen gemeinsamen „Putztag“ in Schneverdingen in einer gemeinsamen Kaffeepause während der Engagementlotsen-Ausbildung. Der Gedanke war dabei, Schneverdinger Vereine, Schulklassen, andere Gruppen oder Privatpersonen in einem gemeinsamen Projekt zusammenzubringen. Silke Worthmann, Doerthe Elmers, Heidi Ruschmeyer, Denise Riebesell und Ulrike Schloo waren so begeistert von der Idee, dass schnell Taten folgten. Und so wurde der Stadtjugendring ins Boot geholt. Dieser engagiert sich stark in der Kinder- und Jugendarbeit in der Heideblütenstadt und hat sich auf die Fahnen geschrieben, diese interessant und attraktiv zu gestalten. Die derzeit 25 Mitglieder des jungen Teams treffen sich einmal im Monat zum Gedankenaustausch und zur Planung vielfältiger Aktivitäten. Dazu gehören zum Beispiel die Ferienpass-Aktion, das „HöpenAir“-Festival, die „Musik am Mittwoch“, der Dämmerschoppen, das „AcoustiX“-Festival und ein Stand auf dem Weihnachtsmarkt.

Eine Stärke des Stadtjugendrings ist die hervorragende Vernetzung, gehören ihm doch mehr als 40 Vereine und Organisationen an, unter anderem diverse Schützen- und Sportvereine. „Damit wurde hier eine gute Basis für ein großes Projekt gefunden“, betont Inka Ovens, 1. Vorsitzende des Stadtjugendrings. Und weiter: „Mit dem Aktionstag ‚Schneverdingen räumt auf‘ wollen wir zeigen, dass alle helfen können, unsere Stadt lebenswert zu erhalten.“

Durch die Vernetzung mit „Kommune Inklusiv“ konnten zusätzliche Partner eingebunden werden. Dazu Ulrike Schloo vom „Kommune Inklusiv“-Team: „Unser Grundsatz von einem ‚Schneverdingen für alle‘ kommt hier prima zum Tragen. Müll sammeln und unsere Stadt sauber halten, das können wir alle, egal welche Sprache wir sprechen, welches Alter und Geschlecht, welche Religion, Kultur oder anderen Merkmale wir haben.“

Es soll eine starke Gemeinschaft entstehen, was in der Corona-Pandemie mit den aus ihr resultierenden Einschränkungen jedoch alles andere als einfach ist. Deshalb hatte das Planungsteam auch zunächst vor, die Aktion abzusagen, entschied sich dann jedoch für eine „coronakonforme Variante“. Dazu Doerthe Elmers vom Organisationsteam: „Wir möchten den Menschen keine weitere Absage erteilen, sondern lieber mal wieder einen kleinen Lichtblick schenken.“ Auch Mitstreiterin Silke Worthmann freut sich, dass die Landfrauen nun doch aktiv werden können.

Das neue Konzept sieht vor, dass alle, die mitmachen möchten, jeweils ausschließlich mit Personen aus dem eigenen Haushalt ausschwärmen beziehungsweise - je nach dann geltender Regelung - gegebenenfalls auch mit Zusatzpersonen. Am 20. März können ab 8.30 Uhr Müllsäcke, Greifer und Handschuhe beim Bauhof abgeholt werden, die von Helferinnen und Helfern des Stadtjugendrings ausgegeben werden. Zwischen 9 und 13 Uhr kann der gesammelte Müll dort auch abgegeben werden. Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens freut sich über die geplante Aktion und sagte spontan zu, einen Container bereitstellen zu lassen.

Statt der ursprünglich geplanten gemeinsamen Stärkung zur Mittagszeit werden die Helferinnen und Helfer des Stadtjugendrings nun als „kleines Dankeschön“ Gutscheine an die fleißigen Müllsammler ausgeben. „Wichtig ist eine vorherige Anmeldung, damit wir entsprechend vorbereitet sind“, betont Inka Ovens. Anmeldungen werden per E-Mail unter info@sjr-schneverdingen.de oder auch über die Internetseite www.svd-raeumt-auf.de entgegengenommen.

Auch unter Corona-Bedingungen ist eine größere Aktion dieser Art natürlich ein besonderer Ansporn, gemeinsam etwas in Sachen Natur- und Umweltschutz zu bewegen. Organisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass jeder Einzelne stetig seinen kleinen, aber feinen Beitrag leisten kann, denn: Müll sammeln geht auch allein, zum Beispiel auf dem heimischen Feldweg.

„Wer möchte, nimmt zum nächsten Spaziergang einfach eine kleine Mülltüte mit und kann so den gesammelten Unrat korrekt im nächsten Mülleimer oder daheim entsorgen“, heißt es in einem Appell des BUND. Auch Sportlerinnen und Sportler könnten während ihres Trainings an der frischen Luft mithelfen: So habe sich mit dem sogenannten „Plogging“ eine Nebenform des Joggens etabliert, „bei dem sich nach jedem Müllstück gebückt wird.“ Wer sich vornehme, bei jedem Spaziergang mindestens fünf Müllteile mitzunehmen und richtig zu entsorgen, räume ganz nebenbei Stück für Stück die Natur auf - frei nach dem Motto: „Jedes Teil zählt“. Die Umweltschutzorganisation unterstreicht dabei jedoch, dass Müllvermeidung stets an erster Stelle stehen müsse, „denn am besten ist der Müll, der gar nicht erst entsteht.“

Logo