„Guten Rutsch“ gewünscht: In voller Montur ins Quellenbad-Nass

Neue Attraktionen des Schneverdinger Quellenbades eingeweiht

„Guten Rutsch“ gewünscht: In voller Montur ins Quellenbad-Nass

Es dauert zwar noch eine ganze Weile bis zum nächsten Jahreswechsel, im Schneverdinger Quellenbad hieß trotzdem schon am heutigen Mittwoch „Guten Rutsch“. Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens, Stadtwerke-Aufsichtsratsmitglied Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, Badbetriebsleiter Jens Schröder sowie Vertriebsleiter Thomas Brede und weitere Mitarbeiter der Stadtwerke hatten sich nicht etwa im Datum geirrt, sondern gaben Lars Weber, Geschäftsführer der Heidjers Stadtwerke, sowie dem frischgebackenen Aufsichtsratsvorsitzenen Rolf Weinreich die besten Wünsche mit auf den 19 Meter langen Weg. Die beiden nämlich weihten die neue Rutsche im Quellenbad ein. Und weil in einem Freibad ein bisschen Spaß sein muss, hatte Weber die Idee, dies „in voller Montur“ zu tun. Und so ging es dann sozusagen in „Arbeitskleidung“, also in Anzug und Kravatte, aus fünf Metern Höhe ins frische Nass, wobei die ungewöhnliche Badebekleidung sichtlich eine bremsende Wirkung hatte.

Dass es sich durchaus um eine „schnelle Rutsche“ handelt, wie Badbetriebsleiter Schröder zuvor betont hatte, demonstrierte anschließend von Danwitz. In Badehose legte er ohne Anzug-Bremse ein deutlich höheres Tempo vor und sorgte dementsprechend beim Eintauchen für mächtig Wirbel. „Eine Welle“ hatten auch viele Schneverdinger gemacht, als nämlich „ihre“ Rutsche im Jahr 2015 abgebaut wurde. Das allerdings ließ sich damals nicht verhindern, zumal der Technische Überwachungsverein (TÜV) die in die Jahre gekommenene Konstruktion „stilllegte“ und auf den Abbau bestand. Das wiederum ärgerte Schneverdinger der verschiedensten Generationen, denn in der Heideblütenstadt hatte die Quellenbad-Rutsche schon beinahe Kultstatus.

„In den Jahren 2017 und 2018 hat sich der Stadtwerke-Aufsichtsrat immer wieder mit diesem Thema befaßt. Es stellte sich stets die Frage, ob eine neue Rutsche angesichts der Auflagen und der erforderlichen Maßnahmen wirtschaftlich Sinn macht“, so Weinreich. Nicht nur in diesem Gremium und im Stadtrat war das Ganze Thema, auch die ganz jungen Schneverdingerinnen und Schneverdinger machten sich immer wieder für eine neue Rutsche im Quellenbad stark, wie Bürgermeisterin Moog-Steffens bei der Einweihung berichtete: „Alle Kinderbürgermeisterinnen haben sich dafür eingesetzt, es kamen sogar Kinder in meine Erwachsenensprechstunde.“ „Auch politisch wurde nie aufgegeben und immer wieder nachfgefragt“, unterstrich Weinreich.

Letztlich ist es neben den Entscheidungsträgern insbesondere auch Badbetriebsleiter Jens Schröder zu verdanken, dass es nun geklappt hat. Er suchte nämlich stetig über das Internet nach einer bezahlbaren Rutsche - und stieß dabei auf eine „Gebrauchte“. Diese hatte bis dato in einem See südlich von Göttingen gestanden. Wegen des dort stark schwankenden Wasserstandes mußte sie jedoch demontiert werden. „Der Hersteller baute sie ab und hat sie generalüberholt. Wir haben sie dann direkt vom Hersteller gekauft. Das war uns wichtig, denn so liegen die erforderlichen TÜV-Zertifizierungen vor“, berichtete Weber.

Doch der „Papierkram“ ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite soll das neue Highlight des Quellenbades natürlich auch optisch glänzen - im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb haben es die Fachleute der Firma komplett neu verzinkt und die Rutschfläche kräftig poliert. Die fünf Meter hohe, 19 Meter lange und mit Wellen versehene Breitrutsche aus Edelstahl sieht nun wieder aus wie neu. Über ein Pumpensystem wird sie mit Beckenwasser benetzt. Aufgrund des Kreislaufs wird dabei kein Wasser verschwendet. Komplett montiert hat die neue Attraktion des Bades rund 80.000 Euro gekostet.

Noch sind zwar die Abstandsregeln zu beachten, doch nach der Coronakrise können auf der zwei Meter breiten Rutsche zwei bis drei Kinder gleichzeitig ins Wasser hinuntergleiten. Weil die Rutsche nun auf der gegenüberliegenden Seite des Schwimmeisterhäuschens steht, haben die Aufsichten das Geschenen bestens im Blick. „Das ist ein Highlight für die Kinder in Schneverdingen“, freute sich Moog-Steffens. Von einem „Highlight“ für ihn persönlich sprach auch Weinreich: „Die Einweihung der neuen Attraktionen ist ein guter Start für mich als neuer Aufsichtsratsvorsitzender.“

Er und Weber ließen es sich nicht nehmen, nach der zweifachen Rutschpartie auch die andere neue Attraktion im Bad auszuprobieren, mit der die Heidjers Stadtwerke zusätzlich für Schwung sorgen. Und so testeten die beiden „Men in Black“ in ihren klitschnassen Anzügen auch die rund 32 Meter lange Seilbahn aus Robinienholz, die Badefreunde zur rasanten Fahrt über das Wasser einlädt. Dieses Spielgerät hat rund 7.000 Euro gekostet. „Es war eine einmütige Entscheidung des Aufsichtsrates, das Bad um weitere Attraktionen zu bereichern. Wir haben am Matschspielplatz gesehen, wie gut so etwas angenommen wird. In diesem Bereich sind immer viele Eltern mit ihren Kindern“, so Weber.

Das Quellenbad ist seit heute für Besucher geöffnet. Wie beim Heidjers Wohl gilt wegen der Corona-Krise auch im Quellenbad, dass Gäste die Dauer ihres Aufenthaltes im Vorfeld online über www.heidjers-wohl.de/reservierung reservieren müssen. Wegen der Corona-Bestimmungen dürfen nicht mehr als 400 Gäste gleichzeitig im Quellenbad sein. Das Personal im Bad werde vorübergehend von ein bis zwei Kräften auf nun bis zu fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt, erläuterte Schröder.

Für die Besucher gibt es auf den Liegewiesen markierte Bereiche. Sie können sich in den mit Kreide gezogenen Kreisen niederlassen, so dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Das Duschen in den Umkleiden wird zwar nicht möglich sein, dafür aber kommt aus den im Freien stehenden Duschen warmes Wasser. Die Toiletten sind geöffnet und werden regelmäßig gereinigt und desinfiziert. An verschiedenenen Stellen im Bad hängen Desinfektionsmittelspender. Geöffnet ist täglich von 14 bis 20 Uhr, der Kiosk im Bad öffnet um 14 Uhr. Bei schlechtem Wetter werden die Pforten des Bades auch schon mal früher geschlossen.

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