Verfahren läuft noch immer

Gerüchte um Pastor Frank Hasselbergs Zukunft

Verfahren läuft noch immer

Vor genau einem Jahr sorgte die Nachricht, die der Kirchenkreis Rotenburg vermeldet hatte, für Unglauben: Pastor Frank Hasselberg aus Schneverdingen war vorübergehend suspendiert und gegen ihn ein innerkirchliches Verfahren eingeleitet worden. Jetzt - zwölf Monate später - hat sich daran nichts geändert: Das Verfahren läuft noch immer. Dafür verdichtet sich in jüngster Zeit das Gerücht „Hasselberg muß im Herbst weg“.

„Wegen des Verdachts auf finanzielle Unregelmäßigkeiten hat die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers Pastor Frank Hasselberg vorübergehend vom Dienst suspendiert“, hieß es in der damaligen Mitteilung (HK berichtete). Und weiter: „Die Disziplinarkammer der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, ein unabhängiges kirchliches Gericht, wird über weitere disziplinarische Maßnahmen entscheiden.“ Diese Vorwürfe gegen den Pastor der Markusgemeinde Schneverdingen und der Heberaner Friedenskirche waren damals allerdings schon nicht neu, sondern schwelten bereits seit rund eineinhalb Jahren - bis heute also seit rund zweieinhalb Jahren. Hasselberg, seinerzeit bereits erkrankt, hatte angesichts seiner Suspendierung jeden Verdacht von sich gewiesen: „Ich bin sicher, dass ich am Ende des Verfahrens vollständig rehabilitiert sein werde. Seit 25 Jahren bin ich Pastor, 20 Jahre davon in Schneverdingen - und ich habe mir nie etwas zuschulden kommen lassen“, so Hasselberg vor einem Jahr zum HK.

Seither hat sich offensichtlich nicht viel bewegt: Das Verfahren läuft noch immer, doch niemand mag sich wirklich konkret dazu äußern. Pastor Dr. Johannes Neukirch, Pressesprecher der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, bestätigt auf HK-Anfrage lediglich, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei und auch noch kein Termin dafür genannt werden könne. Neukirch verweist darauf, dass alles sehr genau nach rechtsstaatlichen Prinzipien betrachtet werde: „Das mag zwar unbefriedigend erscheinen und Gerüchte nähren, zeigt aber auch, dass alles ordentlich geprüft wird.“ Zur weiteren Zukunft Hasselbergs, insbesondere zu obengenanntem Gerücht vermag sich Neukirch nicht zu äußern.

Hasselberg selbst möchte dazu und zu seinem Verfahren insgesamt auch keine Stellung nehmen. Und Dr. Michael Blömer, Superintendent des Kirchenkreises Rotenburg/Wümme, hält sich ebenfalls zurück. Er ist erst seit November vergangenen Jahres im Amt - sozusagen „Quereinsteiger“ in dieser Angelegenheit. Blömer führt wie Neukirch die Langwierigkeit des Verfahrens ins Feld.

Direkt auf das Gerücht „Hasselberg muß im Herbst weg“ angesprochen, macht er zumindest klar: „Dass Herr Hasselberg weg muß, stimmt nicht.“ Mehr will der Superintendent in dieser Sache nicht sagen, kündigt dazu aber für die kommenden Wochen eine Pressemitteilung an. Daraus wiederum lässt sich zumindest rückschließen, dass eine gewisse Bewegung in die Angelegenheit kommt - in welche Richtung auch immer.

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