HSV Hamburg holt den Pott

12. Internationaler Heide-Cup bietet Handballsport der Extra-Klasse

HSV Hamburg holt den Pott

Was für ein Spektakel, welch Emotionen - die 12. Auflage des Internationalen Heide-Cups in der KSG-Turnhalle in Schneverdingen hatte es in sich. Auf dem Parkett tummelte sich am vergangenen Wochenende Weltklasse. In den sechs Mannschaften, drei aus der deutschen Bundesliga, dazu der aktuelle Dänische und Schweizer Meister sowie der französische Vertreter von St. Raphael VAR, fanden sich Olympiasieger, Weltmeister, Europameister, nationale Meister und Nationalspieler, die es addiert auf sicherlich mehrere tausend Länderspiele bringen. Die Aktiven, Manager der Vereine und Trainer fanden für die Organisation des Turniers nur lobende Worte - auch neben dem Parkett wurde Weltklasse vom Organisationsteam des TV Jahn Schneverdingen rund um Wolfgang Mayer geboten. Und dann hat mit dem HSV Hamburg auch noch der Lokalmatador das Turnier gewonnen.

In einem dramatischen Endspiel setzten sich die Hanseaten mit 46:45 nach Siebenmeterwerfen, nach normaler Spielzeit hatte es 37:37 gestanden, gegen den SC DHfK Leipzig durch. Die Halle stand Kopf, der HSV-Fanclub „Die Störtebecker“ feierte seine Spieler ab. Doch bereits der Turnierauftakt war emotional und ergreifend. Nach drei Jahren Turnierpause erklang vor dem ersten Pfiff des Schiedsrichtergespanns Matthias und Sebastian Klinke nicht wie in 2019 die Nationalhymne - es zog stattdessen Stille in die KGS-Sporthalle ein. Turnierorganisator Wolfgang Mayer, er übernahm das Mikrofon von der zuvor lobenden und begeisterten Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens, gedachte den kürzlich und in den vergangenen drei Jahren verstorbenen Helfern, Freunden und Stützen des Schneverdinger Handballsports. Die Zuschauer in der KSG-Sporthalle erhoben sich und legten eine emotionale Schweigeminute ein - die komplette Handball-Familie rückte zusammen und hielt inne. Als dann die Einlaufmusik der Teams aus Leipzig und dem schweizerischen Schaffhausen zur Auftaktpartie am Freitag erklangen, begann das Handballfest im Heidekreis, das an drei Tagen ein Feuerwerk an Handballkunst bot.

Bereits am ersten Turniertag deuteten die Ergebnisse, alle Spiele endeten nur mit einem Treffer Differenz, dass die Mannschaften nicht zum Spaß nach Schneverdingen gekommen waren, sondern inmitten ihrer Saisonvorbereitung unter maximalen Wettkampfbedingungen gute Ergebnisse, taktische Spielzüge und Erfolge für das Selbstbewußtein suchten. Und es ging eng zu, alle drei Partien endeten mit einem Treffer Differenz.

Der SC DHfK Leipzig setzte sich gegen die Kadetten Schaffhausen mit 28:27 (15:12) durch. In Spiel zwei am Freitag verlor Bundesligist HSG Wetzlar gegen den dänischen Meister GOG Gudme mit 30:31 (15:16). In der Abendpartie kochte die Stimmung über: Der HSV Hamburg schlug nach einem großen Kampf die Franzosen von St. Raphaël VAR mit 33:32 (15:16). Das Eröffnungsspiel am Sonnabend zwischen GOG Gudme und den Kadetten Schaffhausen endete 32:33 nach Siebenmeterwerfen (27:27, 13:12) - der perfekte Wachmacher für die Zuschauer rund um die Mittagszeit. Im Anschluss fuhr der SC DHfK Leipzig gegen St. Raphaël Var mit 25:23 (14:10) seinen zweiten Turniersieg ein und holte sich das Ticket für das Finale. Der HSV Handball zog mit einem Sieg gegen den letztmaligen Sieger HSG Wetzlar nach, siegte deutlich mit 29:22 (11:10). Im Qualifizierungsspiel um Platz fünf unterlag die HSG Wetzlar den Kadetten Schaffhausen mit 29:33 (12:16).

Das kleine Finale zwischen GOG Gudme und St. Raphaël VAR ging mit 39:27 (18:12) deutliche an die Mannschaft aus Dänemark. Zeigten die Dänen in dieser Partie schon Tempohandball mit viel Fitness, folgte im Abschluss das furiose Finale zwischen dem HSV Hamburg und dem Team aus Sachsen. Niemand in der Halle hielt es auf seinen Sitzen, die Emotionen kochten hoch - das Spiel riss jeden mit. Am Ende stemmten die erschöpfen, aber glücklichen Handballer aus Hamburg vor ihren Fans den großen Pokal in die heiße Hallenluft.

Heiß ging es auch rund um die Halle zu: Live-Musik, eine Schlemmermeile, ein Tombola - den Fans wurde ich den Pausen reichlich geboten. Auch Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens fand nur lobende Worte für die Veranstaltung. „Freunde von mir machen Urlaub in Südfrankreich und haben dort in der Lokalpresse von dem Heide-Cup in Schneverdingen gelesen“, freute sich die Bürgermeisterin über die enorme internationale Strahlkraft des Internationalen Heide-Cups. Für Chef-Organisator Wolfgang Mayer, er und sein vielköpfiges Team hatten viel Zeit und Herzblut in die Vorbereitung gesteckt, zeigte sich nach dem Turnierende mehr als zufrieden: „Die Mannschaften waren im Camp Reinsehlen perfekt untergebracht und versorgt, die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen und unser Team hat herausragende Arbeit geleistet“, freute sich Mayer. Von allen Seiten hagelte es Lob, gestandene Spieler, Trainer und Manager sprachen ihren persönlichen Dank an alle Beteiligten aus - die Reise in den Heidekreis hat allen gefallen.

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