IG „Pro Hund Schneverdingen“ will „Dialog statt Verbote“ | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Initiative macht gegen ganzjährigen Leinenzwang im Camp Reinsehlen mobil

IG „Pro Hund Schneverdingen“ will „Dialog statt Verbote“

Es ist weit über die Grenzen der Heideblütenstadt Schneverdingen hinaus bekannt, das Camp Reinsehlen. Die etwa 100 Hektar große und so gut wie baumfreie Fläche hat einen speziellen „Standortvorteil“, nämlich ihre große Sandmagerrasenfläche. Das Areal kann auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken, war es doch Militärflugplatz, Flüchtlingslager und Truppenübungsplatz. Wie der Name Camp schon sagt, war das Gelände von 1950 bis 1994 Basislager für Übungen britischer und kanadischer Streitkräfte mit ihren Panzern in der Lüneburger Heide. Glücklicherweise sind sie vorbei die Zeiten, in denen mit schwerem Gerät mächtig Staub aufgewirbelt wurde. Aber Wirbel gibt es jetzt aus anderen Gründen, was mit dem „besten Freund des Menschen“ zu tun hat. „Seit mehr als zwei Jahrzehnten funktionierte hier das Miteinander von Naturschutz, Landwirtschaft und Hundehaltern durch eine faire, saisonale Leinenpflicht hervorragend. Damit soll nun Schluss sein: Die Stadt plant eine ganzjährige Leinenpflicht“, teilt die aus entsprechendem Anlass neu gegründete Interessengemeinschaft (IG) „Pro Hund Schneverdingen“ mit, die bereits zum Start 15 aktive Mitglieder zählte, inzwischen auf 23 „Herrchen“ und „Frauchen“ angewachsen ist und jetzt von der Stadt mit Nachdruck „die Rückkehr zur Verhältnismäßigkeit“ fordert.

Der Rat der Stadt hatte im Dezember 2025 beschlossen, die ganzjährige Leinenpflicht ab Januar dieses Jahres auch auf das Camp Reinsehlen auszuweiten. Bislang galt dort nur während der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 15. Juli die landesweite Leinenpflicht. In dieser Zeit dürfen zudem die Magerrasenflächen nicht betreten werden. „Ein jahrzehntelang bewährtes System ohne Not abzuschaffen, ist für uns nicht nachvollziehbar“, heißt es in der Pressemitteilung der Interessengemeinschaft. Besonders wichtig sei der IG dabei insbesondere der psychosoziale Aspekt: Für viele Menschen, gerade für Senioren oder Alleinstehende, sei „der Hund der engste Begleiter und der tägliche Gang in die Natur die wichtigste soziale Schnittstelle.“ Das Camp Reinsehlen sei ein Ort der Begegnung. „Wenn dieser Freiraum durch unnötige Verbote entwertet wird, leidet darunter auch die Lebensqualität und die Gesundheit vieler Mitbürger“, so die Initiative. Die IG kritisiert, dass die ausgewiesenen Hundeflächen in Schneverdingen nicht ausreichten, damit sich der eigene Hund austoben könne, ohne andere zu stören. Das weitläufige Gelände des Camps hingegen sei ideal. Zudem weist sie in diesem Zusammenhang auf die rechtliche Lage hin: Das Tierschutzgesetz verpflichte Halter zur artgerechten Bewegung ihrer Vierbeiner. Und deshalb fragen die Hundehalterinnen und -halter: „Wo sollen Hunde in Schneverdingen künftig noch frei laufen können, wenn bewährte Flächen ganzjährig gesperrt werden?“

Die Interessengemeinschaft „Pro Hund“ setzt, wie sie betont, „auf Dialog statt Verbote“ und fordert die Stadt Schneverdingen auf, „Kompromisse wie ausgewiesene Freilaufzonen zu prüfen.“

Wer mit der IG Kontakt aufnehmen möchte, kann sich unter dem Link https://www.facebook.com/groups/2111201023032064 an die Facebook-Gruppe „Pro Hund“ wenden.