„Jahr der Inklusion“ in Schneverdingen

Zahlreiche Vereine, Verbände und Organisationen beteiligen sich

„Jahr der Inklusion“ in Schneverdingen

Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens hat das Jahr 2020 in der Heideblütenstadt zum „Jahr der Inklusion“ erklärt. Zahlreiche Vereine, Verbände und Institutionen haben sich Gedanken darüber gemacht, wie sie das Thema in ihren eigenen Reihen aufgreifen und Maßnahmen zur Inklusion umsetzen können. Zudem haben sie verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen geplant. Moog-Steffens fungiert dabei als Schirmherrin und hat bereits fleißig die Werbetrommel gerührt, um Geschäfte und Betriebe, Privatpersonen sowie Vereine und andere Organisationen ins Boot zu holen und zur Beteiligung zu ermuntern. Dabei rannte sie fast überall offene Türen ein, wie sie am vergangenen Donnerstag im Rathaus berichtete. Gemeinsam mit Gerhard Suder, Geschäftsführer der Lebenshilfe Soltau, sowie den „Kommune inklusiv“-Projektleitern Oliver Hofmann und Ulrike Schloo informierte Moog-Steffens über die Grundidee und den aktuellen Stand.

„Kommune inklusiv“ - so heißt das auf fünf Jahre angelegte Projekt in Schneverdingen, das Anfang Juli 2018 offiziell startete und von „Aktion Mensch“ mit erheblichen finanziellen Mitteln gefördert wird. Schneverdingen ist eine von bundesweit nur fünf Modellkommunen, die involviert sind. In Kooperation mit der Lebenshilfe Soltau als sozialem Träger und verschiedenen Projektpartnern hat sich die Heideblütenstadt auf den Weg gemacht, um in Bereichen wie Freizeit, Arbeit und Bildung für mehr Teilhabe zu sorgen. Gemeinsam mit vielen Akteuren wird im Zuge des Projekts daran gearbeitet, dass eine Gemeinschaft entsteht, „in der es normal ist, verschieden zu sein.“

Mit dem „Jahr der Inklusion“ möchte Moog-Steffens die Bürgerinnen und Bürger noch einmal verstärkt auf das Projekt aufmerksam machen. „Wir wollen nichts überstülpen, sondern die Vereine dazu anregen, den Inklusionsgedanken in ihre Abläufe zu intergrieren, damit er dort verankert wird. Das ist die Intention“, so die Bürgermeisterin. Im Dezember vergangenen Jahres hatte es im Rathaus ein Vorbereitungstreffen zur Organisation des Schneverdinger Kinderfestes „Abenteuerland“ gegeben, an dem zahlreiche Vereinsvertreterinnen und -vertreter teilnahmen. Die Bürgermeisterin nutzte damals die Gunst der Stunde, um vor „vollem Haus“ für eine Beteiligung am „Jahr der Inklusion“ zu werben. „Viele hatten da bereits konkrete Ideen. Die Gedanken, die sich die Vereine gemacht haben, haben mich sehr beeindruckt“, so Moog-Steffens. Bislang haben Hofmann und Schloo etwa 60 von Vereinen und Instiutionen geplante Veranstaltungen und Projekte auf dem Zettel. Die Liste der Beteiligten ist lang - vom Heimatbund und Verein Heideblüte über die Calluna-Bühne, den Reit- und Fahrverein bis hin zu den Landfrauen und zum TV Jahn. Alle Interessierten, die sich beteiligen möchten, haben dazu verschiedene Möglichkeiten. Sie können ganz neue Projekte ins Leben rufen, bereits geplante inklusive Aktivitäten unter diesen Schirm stellen und so die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit wirkungsvoll nutzen, oder auch ihre eigenen Veranstaltungen, die ohnehin auf dem Plan stehen, inklusiver gestalten.

Wer letzteres ins Auge fasst, erhält vom „Kommune inklusiv“-Team gern ein Info-Blatt mit der passenden Überschrift „Da kann ja jeder kommen“. Darauf finden sich wertvolle Tips, wie barrierefreie Veranstaltungen richtig geplant und durchgeführt werden. So gibt es Anregungen zum Beispiel zu Zuwegen, Rettungswegen und Leitsystemen, zum Eingangsbereich, zur Beschilderung und zu vielem mehr. Eine große Auftaktveranstaltung zum „Jahr der Inklusion“ wird es übrigens nicht geben, da der Startschuss im Grunde schon Anfang dieses Monats gefallen ist. Das „Kommune inklusiv“-Team, das neben Hofmann und Schloo aus Lena Teßmann besteht, hat bereits einen Kunstwettbewerb für alle Schneverdinger Schülerinnen und Schüler der 1. bis 10. Klassen gestartet. „Eine Gesellschaft für alle“ lautet das Thema, es geht also um Toleranz und Vielfalt. Ausgelobt sind insgesamt 1.050 Euro Preisgeld für die Klassenkassen der Gewinner. Als Anregung haben 90 Klassen je einen 50x70 Zentimeter großen Keilrahmen erhalten, ebenso Info-Flyer für alle Schüler. Weitere Informationen zu diesem Wettbewerb, Abgabeschluss ist am 28. Februar, gibt es im Internet unter www.svd-inklusiv.de. Sollten ausreichend Kunstwerke beim „Kommune inklusiv“-Trio im Rathaus, Raum 222, abgegeben werden, dann wird es voraussichtlich eine Ausstellung der Arbeiten geben.

Der Christliche Verein junger Menschen (CVJM) Schneverdingen hat bereits mehrere Termine zum Thema Inklusion angekündigt, plant unter anderem einen Spielnachmittag und weitere Aktivitäten „für alle“. Auch ein Gemeinschaftsprojekt ist angedacht: Weil der BUND das „Jahr der Bio-Diversität“ plant, wird es eine gemeinsame Aktion mit der Lebenshilfe geben, um die Themen Naturschutz und Inklusion miteinander zu verbinden. So werden Mädchen und Jungen der Kita Lütenhof eine „Fackel der Vielfalt“ gestalten, die nach der ersten eigenen Aktion weitergereicht werden soll, verbunden mit der Aufgabe, ein kleines Naturschutzprojekt zu realisieren. Zum Auftakt werden die Kinder unter fachlicher Anleitung und gemeinsam mit den Eltern heimische Sträucher pflanzen. Der Empfänger der „Fackel“ soll dann ebenfalls etwas in dieser Richtung tun, zum Beispiel ein Beet mit Blühpflanzen anlegen oder ein Insektenhotel bauen.

Angedacht ist auch eine Plakataktion ähnlich der „Bunt statt Braun“-Kampagne, in deren Rahmen sich Schneverdinger fotographieren lassen und mit Slogans auf das Thema Inklusion aufmerksam machen. Auf die verschiedenen Aktivitäten im „Jahr der Inklusion“ soll in regelmäßigen Abständen mit Info-Flyern hingewiesen werden. Die Schneverdinger SPD plant zum Beispiel mit Vertretern der Zielgruppen eine Stadtbegehung in Sachen Barrierefreiheit. Laut Moog-Steffens interessieren sich mittlerweile viele andere Kommunen für das, was in Schneverdingen im Zuge des Projekts „Kommune inklusiv“ passiert. Auch das niedersächsische Sozialministerium hat bereits angefragt. Mitte April wird die Bürgermeisterin bei einer Veranstaltung des Ministeriums und des Landessportbundes in Hannover einen Kurzvortrag zum Thema halten.

Logo