Keine Militärübungen mehr auf den „Roten Flächen“

VNP erinnert: Vor 25 Jahren endete das „Soltau-Lüneburg-Abkommen“

Keine Militärübungen mehr auf den „Roten Flächen“

Die Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide VNP erinnert an das Ende der militärischen Nutzung im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide vor 25 Jahren. Im Juli des Jahres 1963 war das sogenannte „Soltau-Lüneburg-Abkommen“ in Kraft getreten, das britischen Truppen der Rhein-Armee auf insgesamt 34.500 Hektar Gesamtfläche die Möglichkeit eröffnete, in den auf einer Karte rot umgrenzten Gebieten in Teilen auch innerhalb des bestehenden Naturschutzgebietes Lüneburger Heide militärische Übungen abhalten zu können - mehr als 30 Jahre.

„Nach Ende des ‚Kalten Krieges‘ wurden diese Übungen erst im Jahr 1994 in den ‚Roten Flächen‘ eingestellt und die so stark genutzten Flächen an die Eigentümer zurückgegeben“, erinnert Steffen Albers, Assistent der VNP-Geschäftsführung. „Zu ihnen zählte auch der Verein Naturschutzpark e.V. (VNP): über 1.800 Hektar von Panzern im Grunde zerstörte Flächen des VNP im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mussten renaturiert werden.“

Wofür der VNP unter seinem langjährigen Vorsitzenden Dr. h.c. Alfred Toepfer viele Jahre gekämpft hatte, war nun Wirklichkeit geworden und erforderte vom VNP einen gewaltigen Kraftakt. „Die militärischen Übungen auch innerhalb bewohnter Ortschaften, die Zerstörung von ehemaligen Heideflächen, erntereifen landwirtschaftlichen Flächen oder die Inkaufnahme von erheblichen Schäden in den Wäldern durch Panzer hatten nun ein Ende“, betont Albers.

Schon ab 1992 wurden vom VNP Versuchsflächen im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide angelegt, auf denen der Verein klären wollte, mit welchen Methoden von Panzern verwüstete Flächen renaturiert werden können. „Da zum Beispiel die Wurzeln junger Heidesämlinge besonders windempfindlich sind, wurde auf den zerstörten ehemaligen Heideflächen nach Einebnung des Bodens die Grassorte ‚Feinschwingel‘ eingebracht“, erläutert Albers. „Er bildet kleine Bulten, die für Windruhe am Boden sorgen und damit die Keimung anderer Pflanzen begünstigen. Im Anschluss hat sich die Ausbringung von Heide-Plaggmaterial bewährt, um Samenmaterial in die verwüsteten Bodenstrukturen zu bringen. Die aufkommende Heide verdrängte nach einigen Jahren den ‚Feinschwingel‘.“

Als noch größeres Problem stellten sich in diesen Flächen massiv aufkommende Gehölze wie Birken und Kiefern heraus. So habe der VNP - gefördert vom Land Niedersachsen und über Projekte der EU - gewaltige Anstrengungen unternommen, den flächigen Gehölzanflug zu beseitigen, um offene Heidelandschaften entwickeln und dauerhaft erhalten zu können. Dabei geholfen, betont der VNP, hätten auch „großartige ehrenamtliche Initiativen wie in der Ortschaft Behringen, wo engagierte Helferinnen und Helfer des Ortes bis heute durch ihren Einsatz zum Erhalt der Heide in ihrer Heimat beitragen.“ Auch in vielen anderen Ortschaften rund um das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide helfen ehrenamtlich Aktive dem VNP durch immer wiederkehrende Entkusselungsaktionen, aufkommende Gehölze aus der Heide zu entfernen.

„An diesen gewaltigen Aufwand sollten alle Besucherinnen und Besucher des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide denken, wenn sie durch heute intakte Heideflächen im ehemals militärisch genutzten Teil des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide wandern“, mahnt Albers. „Ohne den Einsatz des VNP mit seiner im Jahr 2002 gegründeten VNP Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide und ohne die Initiative von Naturfreunden der Region für den Erhalt dieser einmaligen Landschaft wären diese Flächen heute Wald - und viele auf offene Landschaften angewiesene bedrohte Tier- und Pflanzenarten verschwunden.“

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