Kino auch in Corona-Zeiten

Schneverdinger Verein „LichtSpiel“ zeigt Filme im Saal des Gemeindehauses Mitte

Kino auch in Corona-Zeiten

Weltweit leiden auch die Lichtspielhäuser nach wie vor unter den Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Größere Kinos haben inzwischen aber wieder geöffnet und können unter Einhaltung strenger Auflagen vor deutlich reduziertem Publikum Filme zeigen. Die Kinobetreiber setzen aktuell große Hoffnungen auf den neuen Film des Regisseurs Christopher Nolan. Sie alle drücken kräftig die Daumen, dass dessen neuestes Werk „Tenet“ als Initialzündung die bislang leeren Kinosessel wieder füllt und zumindest ein wenig die Kasse klingeln lässt. Das kleine Schneverdinger Kino des Vereins „LichtSpiel“ in der Oststraße hingegen kann seine Türen wegen der geltenden Regelungen des Landes Niedersachsen auch weiterhin nicht öffnen. Die Macher aber möchten die Bevölkerung trotzdem mit anspruchsvollen Filmen unterhalten und kooperieren daher mit der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Peter und Paul. Diese stellt den Saal ihres Gemeindehauses in der Friedenstraße 3 zur Verfügung, in dem ab 5. September Filme gezeigt werden - und zwar wöchentlich, immer samstags ab 19 Uhr.

Auch in den vergangenen beiden Monaten mussten die Schneverdinger und ihre Gäste in Sachen Filmgenuss keinesfalls darben. So hatte der Kinoverein ein Open-Air-Programm im und mit dem Biergarten am Rathaus präsentiert, davon zwei Veranstaltungen als „Sommer im Biergarten“ zusammen mit dem Kulturverein. Dieses Angebot wurde vom Publikum gut angenommen. „Im Durchschnitt waren jeweils mehr als 50 Besucher da“, so Werner Mader vom „LichtSpiel“-Vorstand. Insgesamt habe der Verein 462 Besucher gezählt. Auch Mader bedauert es, dass das „LichtSpiel“-Kino derzeit geschlossen bleiben muss. Aufgrund der Corona-Abstandsregel mache eine Öffnung derzeit einfach keinen Sinn. „Wir haben aber versucht, trotz Corona Kino anzubieten und deshalb Kurzfilme über das Internet präsentiert. Das kam bei unserem Publikum gut an. Viele haben uns gesagt, dass sie sich gefreut haben, etwas von uns zu hören - und darüber, dass wir nicht aufgeben“, berichtet Mader. Der Kinoverein sei froh, seinem Publikum trotz widriger Umstände wieder Filme zeigen zu können und dazu den Saal des Gemeindehauses der Kirchengemeinde Peter und Paul in der Friedenstraße 3 nutzen dürfe. In diesem wird ab 5. September ein wöchentliches Kinoprogramm geboten. Los geht es am 5. September mit dem Film „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“, einer preisgekrönten Satire über die mazedonische Gesellschaft, in der eine 31jährige verächtet wird, weil sie sich nicht an die chauvinistischen Traditionen hält. Am 12. September folgt die Dramödie „The Farewell“, eine Woche später das Drama „Die Wütenden - Les Miserables“. In Kooperation mit der Schneverdinger Gruppe „GeDenkMal“ zeigt der Kinoverein dann am 26. September die Komödie „JoJo Rabbit“.

Weil die moderne Kinotechnik des Vereins „LichtSpiel“ nicht in den Gemeindesaal mitgenommen werden kann, werden die Filme per Beamer präsentiert. Deshalb sind sie auch nicht ganz so aktuell wie am regulären Standort. „Wir können wegen der Technik ausschließlich Filme zeigen, die bereits auf Blu-ray-Disc erschienen sind“, erklärt Mader.

Karten im Vorverkauf gibt es jetzt auch wieder online unter der Adresse www.lichtspiel-schneverdingen.de. Die Kinokasse in der Oststraße 31 ist freitags von 10 bis 12 Uhr wie gewohnt ebenfalls zum Vorverkuf geöffnet. Einlass und Abendkasse (Restkarten) gibt es immer ab 18 Uhr im Gemeindehaus in der Friedenstraße 3.

„Somit haben wir zunächst einmal ein September-Programm. Danach werden wir sehen, wie es weitergeht“, erläutert Mader. Derzeit gebe es zum Beispiel die Idee, eine Schulaula für Vorstellungen zu nutzen - „und dann wäre auch wieder Kinderkino möglich.“ Vorführungen für die Kleinen sind wegen der Corona-Pandemie derzeit ebenso gestrichen wie die Dokumentarfilmreihe und die Blockbusterreihe des Stadtjugendringes. Es wird aber wieder Vorstellungen im Rahmen der Reihe „Kirchen und Kino“ geben, die erste am 14. September ebenfalls im Saal des Gemeindehauses Mitte (Bericht folgt).

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