Schon viele Male ist „LichtSpiel“ mit dem Kinoprogrammpreis ausgezeichnet worden (HK berichtete) – bisher allerdings noch nie direkt in der Heimatstadt. Jetzt erhielt der Schneverdinger Verein nicht nur die Ehrung vor Ort, sondern die Heideblütenstadt war zudem Gastgeber für die Vertreter zahlreicher Lichtspielhäuser, die von der „nordmedia“ ausgezeichnet wurden: Insgesamt 67 gewerbliche und nichtgewerbliche Filmtheater und Spielstellen aus Niedersachsen und Bremen wurden am 25. Juni bei einer feierlichen Verleihung im Kulturhaus „Alte Schlachterei“ in Schneverdingen mit einem Kinoprogrammpreis geehrt.
Die mit der stattlichen Summe von insgesamt 300.000 Euro dotierten Preise wurden für die Gestaltung hervorragender Jahresfilmprogramme und besonderer Filmreihen im Jahr 2025 vergeben: „Das Preisgeld wurde im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, so dass insgesamt 300.000 Euro vergeben werden können“, erklärt die „nordmedia“. Deren Geschäftsführerin Meike Götz moderierte die Veranstaltung in der Heideblütenstadt und betonte: „Die Verdopplung des Preisgeldes auf insgesamt 300.000 Euro ist für uns mehr als eine finanzielle Erhöhung. Sie ist ein bewusstes kulturpolitisches Signal: Kinos sind Kulturgut – und gerade in ländlichen Regionen werden sie häufig mit großem persönlichem Einsatz getragen, sei es in Familienbetrieben oder durch ehrenamtliches Engagement. Dieses Engagement wollen wir gezielt stärken und sichtbar machen“, so Götz bei der Preisverleihung, die zum ersten Mal in Kooperation mit dem Verein „LichtSpiel“ in Schneverdingen stattfand.
Der Verein betreibt seit nunmehr zwölf Jahren das Kino in der Heideblütenstadt – und zwar ehrenamtlich – und genauso oft hat das Lichtspielhaus in der Oststraße nun schon den Kinoprogrammpreis erhalten. Als „LichtSpiel“-Vertreter begrüßte Ulrich von der Heide, Koordinator des Programms für Erwachsene, zu Beginn der Preisverleihung die rund 100 Kinobetreiber und -betreiberinnen, die aus ganz Niedersachsen und Bremen nach Schneverdingen gereist waren. Vom Inselkino auf Spiekeroog ganz im Norden bis zu den Kinos Méliès und Lumière südlich in Göttingen reichte die Liste der ausgezeichneten Häuser. Darunter ebenfalls wieder das Kino der Heideblütenstadt: „Nun sind wir Gastgeber der Preisverleihung“, freute sich von der Heide als erster Redner. „Das ist etwas ganz Besonderes, diese Verleihung bei uns mit unserem kleinen Kino zu haben“, ergänzte Werner Mader vom Verein „LichtSpiel“.
Außerdem richtete Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens einige Grußworte an die vielen geladenen Gäste und hob die Bedeutung des Kinos als kulturellen Anker der Stadt, etwa für die Stadtentwicklung, hervor. „Heute stehen Menschen im Mittelpunkt, die mit großem Engagement dafür sorgen, dass Kino lebendig bleibt, als Ort der Kultur, der Begegnung und gemeinsamer Erlebnisse.“ Mit dem Preis werde nicht nur Qualität ausgezeichnet, sondern auch der Einsatz für kulturelle Vielfalt und für Filmkunst, so Moog-Steffens.
Ferner begrüßte Karl-Heinz Meier, Betreiber der „Lichtburg“ in Quernheim, die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Namen des Kinobüros Niedersachsen/Bremen. Als Preispate überreichte Jan Georg Schütte im Anschluss die Urkunden an die Kinobetreiber. Außerdem sorgte Comedian und Zauberkünstler Jan Martensen bei der Preisverleihung für magische Unterhaltung, bei denen auch das Publikum mitwirken konnte.
Es war also viel los auf der Bühne der „Alten Schlachterei“, die anschließend noch zum Kinosaal wurde: Im Rahmen der Preisverleihung wurde das von der „nordmedia“ geförderte Spielfilmdebüt „Superbuhei“ von Josef Brandl vorgestellt, das kürzlich auf dem Internationalen Filmfestival Shanghai Weltpremiere feierte. Produzent Jan Philip Lange von der „Junifilm“ war ebenfalls nach Schneverdingen gekommen und berichtete von den Dreharbeiten. „Superbuhei“ wurde von der hannoverschen Produktionsfirma Junifilm in Hannover, Neustadt am Rübenberge, Bremen und Schwanewede gedreht und wird am 12. November 2026 im Verleih von Barnsteiner-Film in die Kinos kommen. Außerdem wurde bei der Veranstaltung noch der Kurzfilm „Brave new past“ von Erik Schmitt gezeigt, der unter anderem mit dem „Short Tiger Award“ 2026 ausgezeichnet wurde.
Die Entscheidung über die Vergabe des Kinoprogrammpreises erfolgt übrigens durch eine Jury mit fünf Mitgliedern, die vom Kinobüro Niedersachsen/Bremen benannt werden. Für die aktuelle Bewertung waren in dem Gremium Thomas Kirchberg (LAG Jugend und Film), Magda Kokolashvili (Scala Programmkino, Lüneburg), Telke Reeck (Kino Lumiere, Göttingen), Michael Thyen (Schauburg Filmtheater, Quakenbrück) und Florian Vollmers (Film und Medienbüro Niedersachsen) vertreten.