Kita „Heidekäfer“: Das große Krabbeln hat begonnen

Neue Kindertagesstätte in Schneverdingen feierlich eingeweiht

Kita „Heidekäfer“: Das große Krabbeln hat begonnen

„In unsereren Kindergärten sind die Kleinsten die Größten“, betonte Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens am vergangenen Freitag bei der feierlichen Einweihung der neuen Kindertagesstätte „Heidekäfer“, in der „das große Krabbeln“ bereits am 1. August dieses Jahres begonnen hat. Und so sorgten die Kleinen bei der offiziellen Einweihungsfeier auch für die passende Geräuschkulisse. „Das Toben und Lachen ist ein gutes Zeichen, dass sie sich hier ausgesprochen wohlfühlen“, stellte die Bürgermeisterin zufrieden fest. Zahlreiche Gäste, darunter Vertreterinnen und Vertreter des Rates, der Verwaltung, des Bauhofes, des Landkreises, der anderen Kinderbetreuungseinrichtungen und der am Bau beteiligten Unternehmen sowie des Trägers „agilo gGmbH“ nutzten die Gelegenheit, sich die Räumlichkeiten anzuschauen.

„Alle haben Hand in Hand zusammengearbeitet“, lobte Moog-Steffens und ging in ihrer kurzen Rede auf die Planung und Realisierung des Projektes ein, die bereits im März 2016 begonnen hatte. Seinerzeit hatte die Stadt Schneverdingen aufgrund der Bedarfsentwicklung im Kita-Bereich und des nahenden Endes der Antragsfrist des Förderprogramms „RAT IV“ kurzfristig einen Antrag zur Förderung des Neubaus beim Land Niedersachsen eingereicht. Bewilligt wurden die Gelder schließlich im September 2017. Die Planung selbst lief seit März 2016 - und im September 2016 wurde die „agilo gGmbH“ aus Hamburg nach einem Interessenbekundungsverfahren als Träger auserkoren. Insgesamt hatte es sechs Bewerbungen gegeben. Für den Neubau waren laut Moog-Steffens Investitionskosten in Höhe insgesamt 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Die Baukosten inklusive des Anlegens von Pkw-Stellplätzen beliefen sich auf rund 2,27 Millionen Euro, die Ausstattung habe etwa 130.000 Euro gekostet. 360.000 Euro hätten Bund und Land beigesteuert, weitere 995.000 Euro stammten vom Landkreis Heidekreis. Somit habe die Stadt etwas mehr als eine Million Euro aus eigener Tasche zu zahlen. „Die Abrechnungen der Bauleistungen sind aber noch nicht vollständig abgeschlossen, die genaue Gesamtinvestitionssumme steht daher noch nicht fest“, so die Bürgermeisterin.

Was bereits feststeht, besser gesagt fest steht, ist das Gebäude, das auf dem rund 4.900 Quadratmeter großen Grundstück am Zahrenser Weg entstanden ist. Mit den Vor- und Erdarbeiten hatten die beauftragten Unternehmen am 9. Juli 2018 begonnen. Richtfest wurde am 2. November 2018 gefeiert. Fertig war das Gebäude Mitte Juli dieses Jahres, dann folgten Restarbeiten, außerdem wurden für die Krippen- und Kita-Kinder altersgerechte Außenspielgeräte aufgebaut. Ende Juli zogen die Kleinen und ihre Betreuerinnen, die im Jugendbereich der Freizeitbegegnungsstätte vorübergehend ein Domizil gefunden hatten, in den Neubau um.

Technische Details zum Bau erläuterte Architekt Hans-Jürgen Schmidt. Er hob hervor, dass sein Büro bei der Planung des Projektes eng mit dem Träger zusammengearbeitet habe - und zwar auf Grundlage des pädagogischen Konzeptes der „agilo gGmbh“. Das Gebäude verfüge über 890 Quadratmeter Nettonutzfläche, davon 760 im Erdgeschoss. Im Obergeschoss befänden sich ausschließlich Nebenräume. Bei der Planung sei das Thema Sicherheit ganz besonders intensiv in den Fokus genommen worden, machte Schmidt deutlich: Jeder Raum verfüge über eine Außentür als Notausgang, alle Scheiben seien aus Sicherheitsglas, und aufgrund der Spezialtürzargen könnten sich die Mädchen und Jungen nicht die Finger einklemmen. „Außerdem gibt es Fenster in den Türen und zu den Bädern, damit die Erzieherinnen die Kinder stets im Blick haben können“, so der Architekt weiter. Zudem sei das rund 2.000 Quadratmeter große Außengelände komplett eingezäunt.

Neben dem Wohl der Kinder seien aber auch Umweltschutzaspekte berücksichtigt worden: „Wir haben Wert gelegt auf umweltverträgliche Materialien, geheizt wird mittels einer Wärmepumpe“, berichtete Schmidt.

Das Gebäude verfügt über vier großzügig dimensionierte und lichtdurchflutete Gruppenräume mit dazugehörenden Nebenräumen. „Eisfüße“ verhindert eine Fußbodenheizung, vor starker Sonne und grellem Licht schützen elektrisch bedienbarer Sicht- und Sonnenschutz an den Gruppenraumfenstern. Weiterhin gibt es einen Bewegungsraum, einen Fachraum zum Forschen und Experimentieren, einen Atelier- und Werk-raum, eine Mensa, eine modern ausgestatte Küche und ein Büro sowie im Dachgeschoss einen Besprechungsraum und Abstellräume.

Die Kita „Heidekäfer“ bietet 50 Elementarplätze in zwei Gruppen, die laut Moog-Steffens „derzeit bereits komplett ausgelastet sind“. Weiterhin gibt es 30 Krippenplätze in zwei Gruppen, die, je nach Altersstruktur, mit jeweils bis zu 15 Kindern belegt werden können. Hier sind aktuell noch acht Plätze frei. Die Leitung der Kita hat Svantje Palm, die sich gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Jessica Geißler engagiert in die Planung und Ausstattung des Neubaus sowie in die Strukturierung und Personalauswahl eingebracht hat. „Ich freue mich, dass unser Team vollzählig ist“, so Palm. Ein großes „Dankeschön“ richtete sie an die Stadt Schneverdingen „für die Unterstützung und das Vertrauen.“

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