Kostenloses Saatgut

Blühflächen für Menschen und Insekten in Schneverdingen

Kostenloses Saatgut

Vor vielen Wohn- und Gewerbegrundstücken erstrecken sich kleine und größere unversiegelte Flächen, die bereits zum Straßengrundstück und damit der öffentlichen Hand gehören. Diese sogenannten Straßenrabatten dienen der Auflockerung und Verschönerung des Straßenbildes, der Vermeidung unnötiger Versiegelung und mitunter der Lenkung des Verkehrsflusses. Die Pflanzen, die innerhalb der Straßenrabatten wachsen, werden als Straßenbegleitgrün bezeichnet. Bei der Anlage von Straßenbegleitgrün werden in Schneverdingen in der Regel robuste Bodendecker verwendet. Wer etwas mehr Naturnähe wünscht, kann in diesem Jahr über die Stadtverwaltung auf Anfrage kostenlose Saatgutmischungen in Kleinmengen erhalten, darauf macht die Stadtverwaltung jetzt aufmerksam.

Die Mischungen werden von einem Wildsamenproduzenten bezogen, der an mehr als 50 Standorten bundesweit gebietsheimisches Saatgut vermehrt. Der Vorteil dieser sogenannten Regiosaaten: Die heimischen blütenbesuchenden Insekten haben sich im Laufe ihrer Entwicklung an die heimischen Wildblumen angepasst. Sie sind zur Nahrungssuche auf diese Pflanzen angewiesen. Das Fehlen von Blüten ist eine der Hauptursachen für den starken Rückgang von Insekten.

„Doch Blüte ist nicht gleich Blüte. Säen wir Kalifornischen Goldmohn, Elfenspiegel oder Spiegeleiblume aus, unterstützen wir damit allenfalls die anpassungsfähigen „Allesfresser“ unter den Insekten, zu denen beispielsweise auch die Honigbiene zählt. Auch wenn wir uns an diesen Blumen freuen – für die allermeisten der aktuell gefährdeten heimischen Insektenarten sind sie weitestgehend wertlos“, so Brabara Kreie von der Stadt Schneverdingen. Regiosaaten berücksichtigen, dass sich die einzelnen Pflanzenarten im Laufe ihrer Entwicklung an die jeweiligen Umweltbedingungen angepasst haben. Diese sind im norddeutschen Tiefland anders als im Voralpenland. Die Pflanzen haben den Blühzeitraum in ihrem Erbgut gespeichert und geben ihn an ihre Nachkommen weiter. Dieser Zeitraum kann bei einzelnen Pflanzenarten im Nord-Süd-Verlauf über Wochen voneinander abweichen. Norddeutsche Insekten wiederum sind auf norddeutsche Blüten getaktet und so fort.

In Schneverdingen wurden Wildblumensaatgutmischungen beispielsweise in der Nähe des Kiosks am Bahnhof sowie auf einer Fläche im Nordpark ausgebracht. Diese von der Cittaslow-Projektgruppe „Heide-Blütenstadt“ konzipierten Flächen sind Modellflächen, die zeigen, dass Naturnähe und Schönheit Hand in Hand gehen können.

Außer für Straßenrabatten steht das Saatgut auch für die Anlage von schmalen Blühstreifen in Seitenräumen von an Privatgrundstücke grenzenden Stichwegen zur Verfügung. Die Anlieger müssen die Samen allerdings selbst aussäen und den Boden entsprechend vorbereiten.

Das Rathaus ist zur Vermeidung von Corona-Infektionen für die Öffentlichkeit geschlossen. Wer Interesse an den Samentütchen hat, sollten sich deshalb telefonisch oder per E-Mail melden: Bei Barbara Kreie, Ruf (05193) 93609, E-Mail: barbara.kreie@schneverdingen.de oder Martina Nachreiner, Ruf (05193) 93610, E-Mail: martina.nachreiner@schneverdingen.de.

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