Künstlerin öffnet Schubladen

Lilo Schmidt-Wiedenroth lädt Interessierte zur „Entdeckungstour“ ein

Künstlerin öffnet Schubladen

Aquarellmalerei, Buntstift- und Kreidezeichnungen, Skulpturen aus Holz oder Metall, abstrakte Malerei - Kunst lebt nicht nur von der Kreativität der Schaffenden, sondern von der Vielfalt und Variabilität der Möglichkeiten. Dass auch das Corona-Virus „flexibel“ ist und mit neuen Varianten wieder weltweit zu verschärften Regelungen führt, verunsichert natürlich nicht nur Kunst- und Kulturschaffende. Aber auch in dieser Szene wird gelitten, leben Künstlerinnen und Künstler doch vom Austausch mit Gleichgesinnten und Interessierten, aus dem nicht selten auch Inspiration geschöpft wird. Die Schneverdinger Malerin und Bildhauerin Lilo Schmidt-Wiedenroth ist angesichts der aktuellen Entwicklungen besorgt. Jüngst postete sie ein Foto auf ihrer Facebook-Seite, das bei einer Vernissage in ihrer Galerie „Rotes Sofa“ entstanden ist und fröhliche Kunstfreunde, Arm in Arm, bestens gelaunt in ihren Räumen zeigt. Sie kommentierte die Aufnahme mit der Frage, wann eine solche Unbeschwertheit wohl wieder möglich sein werde. Eine Frage, die sich derzeit wohl jeder stellt. Es nützt aber nichts, die Flinte ins Korn zu werfen - und so lädt Schmidt-Wiedenroth seit einiger Zeit, quasi zur Überbrückung, zu einer Weihnachtsausstellung der etwas anderen Art ein, bei der es sich eher um eine „Entdeckungstour“ handelt.

„Bis zum Jahresende wird es aus Corona-Gründen keine öffentlichen Veranstaltungen geben, wir haben auch unsere geplante Lesung abgesagt“, so die Künstlerin. Wer sich bei trübem Wetter und aktuell wenig rosigen Aussichten ein wenig Farbe in den Alltag holen möchte, der kann sich nach Terminabsprache im „Atelier im Hof“ und in der Galerie „Rotes Sofa“ in der Oststraße 6 in Schneverdingen nach Voranmeldung per E-Mail an lilos@galerie-rotes-sofa.de oder per Telefon unter (05193) 1885 umschauen.

„Ich mache gern alle Schubladen auf und zeige alles ganz in Ruhe. Man muss nur ein wenig Zeit mitbringen“, sagt Schmidt-Wiedenroth: „Die aktuellen Corona-Regeln werden natürlich beachtet.“ Neben Bildern und Objekten von René Chicherio aus Frankreich sowie Bildern von Peter Richard Winkelaar und Skulpturen von Anneke Winkelaar sind unzählige weitere Arbeiten der verschiedensten Künstlerinnen und Künstler zu entdecken. Ein Hingucker sind zum Beispiel die Bronzen und Kunststoff-Skulpturen von Peter Brauchle, die Arbeiten von Norbert Jäger und die „Streifen-Bilder“ und die beleuchtete Eisenskulptur von Ralf Leidinger. Neben aktuelleren Werken von Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Werke in Ausstellungen in der Galerie „Rotes Sofa“ präsentiert haben, sind aber auch etliche „verborgene Schätze“ zu bestaunen, die Schmidt-Wiedenroth im Laufe ihrer langen Karriere als Malerin, Zeichnerin, Grafikerin, Bildhauerin und Galeristin gesammelt hat. Und wer sich daran erinnert, dass sie die „Kleine Galerie“ in Schneverdingen bereits im Jahr 1973 eröffnet hat, kann sich ausmalen, das im Laufe der vergangenen fast fünf Jahrzehnte eine Fülle interessanter Arbeiten renommierter Künstlerinnen und Künstler zusammengekommen ist. Daher verbergen sich in den Schubladen Grafiken, Drucke und Originale, die ein Teil der Schneverdinger „Kunst-Geschichte“ sind. Das eine oder andere Exemplar können Interessierte dabei zum Sonderpreis erstehen.

Wer durch die Räume stöbert, findet zwar Bilder und Drucke en masse sowie die unterschiedlichsten Skulpturen und Objekte, doch es gibt weitaus mehr zu entdecken: Keramiken, Glaskunst, Schmuck, Wein-Editionen mit Motiven der bekanntesten Bilder von Lilo Schmidt-Wiedenroth, streng limitierte Duftkarten mit Motiven ihrer Bilder, Kalender, Kataloge, Filme und Bücher. Apropos Bücher: Die „Zwangspause“ in Sachen öffentliche Veranstaltungen nutzen Schmidt-Wiedenroth und ihr Mann Ingo Schreiber, um gemeinsam an einem Buch zu arbeiten, zu dem sie romantische Bunststiftzeichnungen und er zu den Bildern passende lyrische Texte verfasst. Außerdem ist ein neuer Film über das Schaffen der Künstlerin geplant, den wieder Filmemacher Andreas Schütte drehen und schneiden wird. Der Film ist als Ergänzung zur Dokumentation „Kunst wie ich sie will“ gedacht und soll um die 20 Minuten lang sein.

Darüber hinaus bereitet die Künstlerin bereits Veranstaltungen für das kommende Jahr vor. So ist für April eine Ausstellung des international gefragten Steinbildhauers Norbert Jäger vorgesehen, der sich mit seinen teils mehrere Metern hohen Skulpturen einen Namen gemacht hat. Im Mai soll es dann ein weiteres Highlight geben. Geplant ist eine Präsentation des Künstlers Mihai Grosu aus Rodenbach, der voraussichtlich seine „Digitalia“-Kunst, faszinierende Computergrafiken, ausstellen wird. Mihai Groso setzt die Faszination der wiederkehrenden Linien in Szene - die Illusion der Form, die sich ständig verändert.

„Es ist eine ganze Reihe toller Leute, die hier zu uns in die Galerie kommen“, freut sich Schmidt-Wiedenroth.Sehr gefreut hat sie sich auch darüber, dass sie seit August einen Eintrag im Internetlexikon Wikipedia hat. Eine Überraschung, die ihr Freunde bereitet haben - und die sie sehr zu schätzen weiß. „Das hat für meine Freunde sehr viel Arbeit bedeutet, weil bei Wikipedia alles penibel belegt werden muss“, so die Künstlerin.

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