Kulturverein Schneverdingen: Ein Lebenszeichen an „prädestinierter Stelle“

Eine Veranstaltung, die mitten in der Stadt „aufpoppt“: Am Freitag, dem 23. Oktober, Infos, Imagefilm, Impro-Theater und Jazz rund um die Alte Schlachterei

Kulturverein Schneverdingen: Ein Lebenszeichen an „prädestinierter Stelle“

Um die 300 Veranstaltungen im Jahr stellt der Kulturverein Schneverdingen auf die Beine, doch in Corona-Zeiten ist alles anders: „Wir mussten rund 200 Veranstaltungen absagen“, so Dorothee Schröder, Geschäftsführerin des Vereins, der mehr als 1.000 Mitglieder hat. Deshalb haben sich die Verantwortlichen des Kulturvereins Gedanken darüber gemacht, wie sie unter Einhaltung der aktuellen Regelungen ein Lebenszeichen geben und den Schneverdingern und ihren Gästen zugleich kulturelle Häppchen und damit ein wenig Ablenkung „servieren“ können. „Wir wollen uns mal wieder zeigen - und das machen wir jetzt an prädestinierter Stelle“, so Schröder. So gibt es am kommenden Freitag, dem 23. Oktober, von 18 bis 20 Uhr Musik, Theater und Informationen rund um die Alte Schlachterei, Am Markt 2. Der Eintritt ist frei.

„Pop-Up-Kultur-Event“ nennen die Organisatoren die Veranstaltung, die es in dieser Form erstmalig in der Heideblütenstadt gibt. „Wir haben uns überlegt, was gehen könnte. Und so laden wir an der frischen Luft zu einem kleinen Spaziergang mit ein bisschen Theater, Musik und Kulinarik ein“, erläutert die Geschäftsführerin: „Die Veranstaltung poppt sozusagen kurz auf - und nach zwei Stunden ist sie auch schon wieder vorbei.“

Die Alte Schlachterei steht dabei auch im übertragenen Sinn im Mittelpunkt, werden Vereinsmitglieder die Besucher doch über den geplanten Umbau des in die Jahre gekommenen Gebäudes informieren und den eigens zum Thema erstellten Imagefilm des Kulturvereins präsentieren. Im gelungenen Video brechen unter anderem SPD-Bundestagsabgeordneter und -Generalsekretär Lars Klingbeil, Schneverdingens Bürgermeisterin Meike Moog-Steffens, Schauspieler Rolf Becker, Mitglieder des Kulturvereins und verschiedene Musiker und Künstler eine Lanze für das ehrgeizige Vorhaben. Der Kulturverein hat sich zum Ziel gesetzt, zur Realisierung des Projekts mindestens 800.000 Euro zusammenzubekommen. Wie zu hören ist, haben einige Betriebe und Unternehmen bereits angekündigt, das Bauvorhaben tatkräftig unterstützen zu wollen. Auf Unterstützung, in diesem Fall vom Publikum, hoffen auch die Protagonisten, die beim „Pop-Up-Kultur-Event“ hinter der Alten Schlachterei auf dem Parkplatz das neue Format „Krimi-Impro“ präsentieren werden. Oliver Hofmann, Karina Kraeft und Frauke Lohmann nennen sich als ausgekoppelte Improvisationstheatergruppe des Kulturvereins „Moment, ich hab‘s gleich …“. Als Trio werden sie ihr Debüt mit einer improvisierten Darbietung in Langform geben. Bei jedem der 30minütigen Auftritte werden die drei Improvisationstalente jeweils eine Geschichte „erzählen“ und so die ersten drei Folgen des „Tatorts Snevern“ auf die Bühne bringen. Das Publikum bestimmt Beruf, Fundort und Todesursache des jeweils fiktiven Opfers - und schon kann es losgehen. Für zusätzliche Dramaturgie wird dabei Markus Glossner am Piano sorgen.

Musik wird es auch in der Nähe des „Tatorts“ geben. Wer einen kleinen Spaziergang direkt hinter die Peter-und-Paul-Kirche macht, wird dort die „Alen Lešinger Band“ sehen und hören, die mit Jazzmusik aufwartet. Das Programm des Quartetts, das sich aus Axel Jankowski (Saxophon), Thomas Rutt (Kontrabass und E-Bass), Robby Schön (Schlagzeug) und Alen Lešinger (Gitarre) zusammensetzt, umfasst individuelle Interpretationen der Jazz-Standards. Neben dem Musikgenuss soll aber auch etwas für die Geschmacksnerven geboten werden. Für Getränke sorgt der Veranstalter, außerdem wird ein „Food-Truck“ vor Ort sein und Burger offerieren. Für den kleinen Hunger gibt es besondere Pommes frites. Was die kulturellen Häppchen angeht, so ist auch mehrfacher Genuss möglich, denn das Programm wird in 30-Minuten-Darbietungen um 18 Uhr, um 18.45 Uhr und um 19.30 Uhr „kredenzt“.

Der Kulturverein weist darauf hin, dass Besucher wetterfeste Kleidung tragen und eine Mund-Nasen-Bedeckung mitbringen sollten. „Wer an einer Bude in einer Warteschlange steht, trägt eine Maske. Das ist ja aktuell eine Selbstverständlichkeit“, betont Schröder. Zudem werden Besucher gebeten, das obligatorische Kontaktformular möglichst schon im Vorfeld auszufüllen. Dieses ist auf der Internetseite des Kulturvereins (www.kulturverein-schneverdingen.de) zu finden. Wer den Zettel ausgedruckt und ausgefüllt mitbringt, hilft dem Verein dabei, die derzeit unumgänglichen Formalitäten vor Ort deutlich zu erleichtern.

Trotz all der Einschränkungen in Corona-Zeiten stecken Mitglieder und Verantwortliche des Kulturvereins den Kopf nicht in den Sand, sondern versuchen nach wie vor, das Beste aus der Situation zu machen. Und so wird auch weiterhin an kulturellen Angeboten „gebastelt“: „Für Anfang Dezember dieses Jahres planen wir gerade eine weitere Veranstaltung vor der Alten Schlachterei“, berichtet Schröder: „Über Genaueres werden wir rechtzeitig informieren.“

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