Mit der stolzen Summe von 9.000 Euro hilft der Lions-Club Schneverdingen Kindern, die mit einem Herzfehler geboren wurden. Club-Präsident Holger Richter überreichte jüngst eine entsprechende Spende an Alexander Grotzeck vom eingetragenen Verein „Herzkinder OstFriesland“, der bei Bedarf auch für Familien aus der hiesigen Region erste Anlaufstelle sein kann.
In Deutschland werde etwa jedes 100. Kind mit einem Herzfehler geboren, so Richter. Das seien in Deutschland mehr als 7.000 Kinder pro Jahr. „Diese sogenannten Herzkinder haben wie alle anderen Kinder einen Anspruch darauf, ein möglichst normales und glückliches Leben führen zu können“, betont der Club-Präsident. Dazu wollten die Schneverdinger „Löwen“ mit ihrer Spende gern einen wichtigen Beitrag leisten.
Grotzeck freute sich sichtlich über die großzügige Unterstützung. Die Hilfsangebote des Vereins seien sehr vielseitig und umfassten individuelle Therapien verschiedenster Art. Dazu gehöre neben Konzentrationstraining und Physiotherapie auch Hippotherapie, bei der ein Pferd zur Verbesserung der Körperhaltung und zur Verbesserung des Gleichgewichts genutzt werde. Der Verein organisiere Fort- und Weiterbildungen der Eltern in Seminaren und Freizeiten sowie die Sozialisierung der Herzkinder untereinander, mit Geschwistern und gesunden Kindern. Zudem unterstütze der Verein Jugendliche mit angeborenen Herzfehlern in der Berufsfindung und im späteren Beruf. Darüber hinaus erhielten Eltern Hilfen in psychosozialen Fragen wie Frühförderung, Förderbedarf und Integration in Kindergärten und Schulen.
Ein Großprojekt des Vereins ist laut Grotzeck momentan die Richtung eines großen Ferienhauses, um Familien von Herzkindern eine Erholungsphase in einem geschützten Umfeld zu ermöglichen. „Die Insel“ solle eine Versorgungslücke zwischen dem stationären Krankenhausaufenthalt und der häuslichen Versorgung schließen. Therapien und Erholung sollten dort Hand in Hand gehen und auch die Bindungen innerhalb der Familie stärken. Das Gebäude, das der Verein zusammen mit anderen Stiftungen errichten will, wird in der Nähe von Aurich entstehen. 80 Prozent der Kosten von voraussichtlich 1,5 Millionen Euro seien bereits gedeckt, berichtete Grotzeck.
Die unerwartete Konfrontation mit einem angeborenen Herzfehler sei eine große medizinische und familiäre Herausforderung. Schon vor der Geburt müsse sich die werdende Mutter in einem spezialisierten Zentrum befinden, oder das Neugeborene müsse innerhalb weniger Stunden in eine solche Einrichtung gebracht werden, so Grotzeck weiter. Mittlerweile sei es „dank verfeinerter Untersuchungsmethoden möglich, vorhandene Herzfehler schon während der Schwangerschaft zu erkennen.“ In solchen Fällen werde der Verein bei der Begleitung der Eltern sofort eingebunden. Alle Mitglieder seien ehrenamtlich tätig.
Grotzeck selbst hat drei Kinder, von denen eines mit einem Herzfehler geboren ist.
Gegründet wurde „Herzkinder OstFriesland e.V.“ im Jahr 2007, als sich auf Initiative des Kinderkardiologen Dr. Rainer Willing von der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich eine Gruppe betroffener Eltern zu einer Selbsthilfegruppe zusammenfand. Seitdem ist der Verein ständig gewachsen und hat mittlerweile rund 160 Mitglieder. Weitere Informationen finden Interessierte im Internet (https://www.herzkinder-ostfriesland.de/).