Lust auf Lesen, Bock auf Buch

Kulturverein: Siebte Lesezeichen-Woche mit bekannten Autorinnen und Autoren in Schneverdingen

Lust auf Lesen, Bock auf Buch

„Lesen stärkt die Seele“ - das wusste schon der französische Philosoph und Schriftsteller Voltaire, einer der meistgelesenen und einflussreichsten Autoren der Aufklärung. Für eine umfangreiche „Stärkung“ sorgt in diesem Sinne der Schneverdinger Kulturverein, der in Kooperation mit der Böhme-Zeitung vom 20. bis 26. April zur nunmehr siebten Lesezeichen-Woche einlädt und dabei einmal mehr teils hochkarätige Autorinnen und Autoren in der Heideblütenstadt begrüßt, darunter Schauspielerin und Bestsellerautorin Andrea Sawatzki, Bestsellerautor David Safier und „Mister Plattdüütsch“ Gerd Spiekermann, einer der bekanntesten plattdeutschen Gegenwartsautoren. Abgerundet wird jede Lesung mit zusätzlichem Hörgenuss, denn talentierte Musikerinnen und Musiker umrahmen die Veranstaltungen mit ihren Klängen. Karten sind ab sofort erhältlich.

„Eine Woche wird Schneverdingen im Zeichen des Lesens und der Bücher stehen“, erklärt Bettina Stieper vom Kulturverein, Hauptorganisatorin der Lesezeichen-Woche: „Wir haben wieder bekannte und weniger bekannte Autorinnen und Autoren eingeladen und versucht, ein möglichst breit gefächertes Programm aufzustellen, um eine große Zielgruppe anzusprechen“, so Stieper.

Abwechslung ist Trumpf - auch was die Veranstaltungsorte angeht. Den Reisebericht „Couchsurfing in Saudi-Arabien“ von Stephan Orth können Lesefreunde zum Beispiel passenderweise im Möbelhaus genießen, weiterhin wird unter anderem in Kirchen, im Forum der Kooperativen Gesamtschule, im Theeshof und beim Schafstall am Höpen gelesen und musiziert.

Apropos musiziert: Zeichnete bislang die Heidekreis-Musikschule für die musikalische Umrahmung verantwortlich, so sollen diesmal die verschiedensten Talente aus der Heideblütenstadt die Möglichkeit bekommen, ihr Können vor einem größeren Publikum unter Beweis zu stellen. „Wir haben viele tolle Musiker in Schneverdingen, die wir diesmal einbeziehen möchten“, erläutert Stieper. Von der musikalischen Großfamilie über Kantorin Hiroko Tsutsui-Fitschen bis hin zu den Harmonikafreunden und der Jugendband „New Culture“ des Kulturvereins sind die verschiedensten „Klang-Künstler“ mit von der Partie. Laut Stieper werden Instrumente und Lieder speziell auf die jeweilige Veranstaltung zugeschnitten, „so wird jede Lesung zum Event.“

„Wir möchten für alle Schneverdinger und für jeden Geschmack etwas bieten“, unterstreicht Dorothee Schröder, Geschäftsführerin des Kulturvereins. Organisatorin Stieper verweist in diesem Zusammenhang auf eine Spiel-, Mal- und Bastelaktion für Kinder rund ums Bilderbuch „Der Besuch“ in der Kulturstellmacherei. Die Ergebnisse seien anschließend in der Geschäftsstelle des Kulturvereins zu sehen. „Außerdem laden wir Schneverdinger aller Altersgruppen dazu ein, uns ihr Lieblingsbuch einzureichen, mit einer kurzen Begründung, warum es sich um das Lieblingsbuch handelt. Diese Bücher werden dann in den Schaufenstern der Buchhandlung Vielseitig und der Kulturstellmacherei ausgestellt. Unter allen Teilnehmern verlosen wir fünf Buchgutscheine“, sagt Stieper. Sie freut sich über das große Engagement der Mitglieder und Unterstützer, knapp ein Dutzend bringe sich in der Arbeitsgruppe für die Lesezeichen-Woche ein. „Jedes Team ist verantwortlich für jeweils eine Veranstaltung. Es kümmert sich um das Catering, die Betreuung der Künstler und hält die Begrüßungsrede“, erläutert die Organisatorin. Sie freue sich zudem, dass sich mit dem Impro-Theater „Dreierlikör“ und dem Literatentreff auch zwei Gruppen des Kulturvereins im Programm fänden.

Los geht es am Mittwoch, dem 20. April, um 19.30 Uhr im beheizten Zelt am Schafstall am Heidegarten. Bestsellerautor David Safier stellt dort seinen heiteren Krimi „Miss Merkel: Mord auf dem Friedhof“ vor. Mit von der Partie ist auch der Illustrator dieses Romans, Oliver Kurth. Gemeinsam mit dem Publikum wird Safier zwischen den einzelnen Leseabschnitten eine komische, phantasievolle Geschichte improvisieren, die Kurth dann live an der Staffelei zeichnet. Die kreativsten Zuschauer werden damit belohnt, dass sie die Zeichnungen später mit nach Hause nehmen können. Die musikalische Begleitung übernehmen die Harmonikafreunde Schneverdingen.

Weiter geht es am 21. April um 19.30 Uhr in der Friedhofskapelle. Das Impro-Theater-Trio „Dreierlikör“ präsentiert dort „Geschichten, wie sie (noch nicht) im Buche stehen“. Nach ihrem beeindruckenden Einstieg in improvisierte Langformen im Oktober vergangenen Jahres wollen Frauke Lohmann, Karina Kraeft und Oliver Hofmann nun noch „eine Schippe drauflegen“. Passend zum Thema Lesezeichen werden zwei Geschichten erzählt. Für die musikalische Begleitung zeichnet Chris Frerichs verantwortlich.

An Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren richtet sich am 22. April ab 15 Uhr in der Kulturstellmacherei die Mal- und Bastelaktion rund ums Bilderbuch „Der Besuch“ von Antje Damm. Die Leitung übernehmen Hanna Wehmeier und Petra Ziehmann. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung bis zum 15. April per Telefon unter (05193) 517559, per E-Mail an kontakt@kulturverein-schneverdingen.de oder direkt in der Geschäftsstelle wird gebeten.

„Fabelhaft“ - unter diesem Titel präsentiert Fabian Vogt am 22. April um 19.30 Uhr in der Peter-und-Paul-Kirche eine Lesung mit Musik. Vogt ist Schriftsteller, Theologe und Kabarettist. Für seinen Debüt-Roman wurde er mit dem „Deutschen Science Fiction Preis“ ausgezeichnet. Er selbst übernimmt die musikalische Begleitung. Der Eintritt ist frei.

Eine Lesung für Kinder ab sechs Jahren folgt am 23. April um 15 Uhr im „LichtSpiel“-Kino in der Kulturstellmacherei, Oststraße 31. Lisa Engels liest für die jungen Gäste aus „Nelson Schreck - Gruselkunde für Anfänger“. Die musikalische Begleitung übernimmt die Gruppe „BeKraBo“ (Geigen und Klavier), die fröhliche Kinderlieder und Walt-Disney-Songs spielen wird.

Einen Nachmittag zum Thema „Aufbruch“ gestaltet der Literatentreff des Kulturvereins ebenfalls am 23. April um 15 in der Eine-Welt-Kirche. Musikalische Begleitung: Ina und Benjamin Krasnowski (Cello und Klavier). Das Duo präsentiert Filmmusik und moderne Songs.

Am Abend des 23. April, um 19.30 Uhr, liest Schauspielerin und Bestsellerautorin Andrea Sawatzki im Forum der KGS aus ihrem Buch „Woanders ist es auch nicht ruhiger“. In diesem Band verschlägt es die Familie Bundschuh in die Provinz. Andrea Sawatzki verwandelt diesen Tapetenwechsel in eine hinreißende Familienkomödie. Sawatzki, geboren 1963, gehört zu den bekanntesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen. Mit ihrer Weihnachtskomödie „Tief durchatmen, die Familie kommt“ erfand sie die Bundschuhs, die zu einer der bekanntesten Buch- und Fernsehfamilien wurden. Es folgten drei weitere Spiegel-Bestseller mit der chaotisch-liebenswürdigen Familie, zuletzt „Andere machen das beruflich“. Sämtliche Bände wurden mit Andrea Sawatzki und Axel Milberg in den Hauptrollen verfilmt. Diese Lesung wird unterstützt von der Kreissparkasse Soltau. Musikalische Begleitung: Tina Zehetmaier und Frank Neumann mit Gesang und Gitarre.

Ein Literaturfrühstück mit Karin Müller steht am 24. April um 10 Uhr im Restaurant Zum alten Krug, auf dem Plan. Die Autorin liest dort aus ihrem Buch „Kein Isländer ist auch keine Lösung“. Müller arbeitete nach dem Studium und einer journalistischen Ausbildung beim Hörfunk jahrelang als Redakteurin. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Hannover. Musikalische Begleitung: Alan Lešinger und Mihaela Zhelezarova, Gitarrenduo der Heidekreis-Musikschule. „Wat’n Last mit de Wohrheit“ heißt es am 24. April um 15 Uhr im Heimathaus auf dem Theeshof, Langelohsberg 13, wenn „Mister Plattdüütsch“ Gerd Spiekermann sein neues Buch vorstellt und einige seiner Hits von der neuen CD „Reeg di nich up!“ präsentiert. Musikalische Begleitung: Harmonikafreunde Schneverdingen.

Ebenfalls am Sonntag, dem 24. April, aber erst um 19.30 Uhr ist Katharina Fuchs im Hotel Camp Reinsehlen zu Gast und liest aus ihrem Buch „Unser kostbares Leben“. Die Bestsellerautorin erzählt von ihrer eigenen Kindheit, die Geschichte von drei jungen Frauen, die in den 70er Jahren gegen gesellschaftliche Missstände und die Vorstellungen ihrer Eltern rebellieren. Musikalische Begleitung: „New Culture“, Jugendband des Kulturvereins.

Weiter geht es dann am 25. April um 19.30 Uhr in der katholischen Kirche mit Henrik Siebold, der aus seinem Hamburger Krimi „Inspektor Takeda und die stille Schuld“ Einblicke in die japanische Kultur gibt. Unter einem Pseudonym hat Hanrik Siebold mehrere Romane veröffentlicht. Musikalische Begleitung: Hiroko Tsutsui-Fitschen an der Orgel.

Mit einem Reisebericht am 26. April um 19.30 Uhr im Möbelhaus Brümmerhoff endet die Lesezeichen-Reise durch die Literatur: Autor Stephan Orth zeigt in „Couchsurfing in Saudi-Arabien“ den Wüstenstaat von einer ganz persönlichen Seite. Er reist in verschiedene Länder und übernachtet bei fremden Menschen kostenlos auf deren Couch. Auf diese Weise war er bereits im Iran, in Russland und China unterwegs. Von seinen Erfahrungen erzählt er in diversen Reisebüchern. In seinem Bestseller „Couchsurfing in Saudi-Arabien“ erhalten die Leser einzigartige, aber auch ungeschönte Einblicke in seine Begegnungen mit anderen Kulturen und in ein Land voller Widersprüche. Musikalische Begleitung: Jürgen Pocha und Frank Stieper mit Gitarre und Synthesizer. Mit der Lesezeichen-Woche, die wie alle Großveranstaltungen des Kulturvereins im dreijährigen Rhythmus auf dem Plan steht, möchte der Kulturverein „Lust auf Lesen“ und „Bock auf Buch“ machen. Unterstützt wird das Ganze von ortsansässigen Firmen und Betrieben, bei denen Lesungen stattfinden. Ein wichtiger Förderer, quasi von Beginn an, ist die VGH-Stiftung, die mit finanzieller Unterstützung dafür sorgt, dass der Kulturverein die Veranstaltungen anbieten kann.

Karten gibt es im Vorverkauf im „famila“-Warenhaus, bei der Buchhandlung Vielseitig, bei der Schneverdingen-Touristik und beim Kulturverein sowie dessen Online-Ticket-Shop unter https://www.kulturverein-schneverdingen.de. „Voraussichtlich wird es bei allen Veranstaltungen auch Tickets an der Tages- oder Abendkasse geben“, so Schröder.

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