Mit Rückenwind zur DM | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Faustball: Zwei Siege beim letzten Spieltag der Bundesliga Nord

Mit Rückenwind zur DM

Mit Rückenwind geht es zur Deutschen Meisterschaft: Die Faustballerinnen des TV Jahn Schneverdingen haben den letzten Spieltag der Bundesliga Nord erfolgreich abgeschlossen und sich mit zwei Siegen den zweiten Tabellenplatz gesichert. Durch die Erfolge zuhause gegen den VfL Kellinghusen und den Ohligser TV reisen die Heidschnucken damit als Nordvizemeister zur Deutschen Meisterschaft nach Bardowick.

Bereits das Auftaktspiel gegen den direkten Verfolger aus Kellinghusen hatte Endspielcharakter: Mit Helle Großmann und Aniko Müller im Angriff, Alina Karahmetovic im Zuspiel sowie Laura Kauk und der nach ihrer Fingerfraktur zurückgekehrten Luca von Loh in der Abwehr setzte Trainerin Christine Seitz auf ihre erfahrenste Formation. Die Jahnlerinnen nutzten ihre langjährige Kenntnis des Gegners konsequent aus, spielten taktisch variabel und setzten Kellinghusen immer wieder unter Druck. So fanden die Gäste nie richtig in die Partie und mussten sich mit 6:11, 5:11 und 9:11 deutlich geschlagen geben. Mit dem 3:0-Erfolg war dem TV Jahn der zweite Tabellenplatz der Nordliga nicht mehr zu nehmen - während Kellinghusen gleichzeitig die letzte Chance auf die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft verlor. Über das Ausscheiden des direkten Konkurrenten durfte aus der Ferne auch der TV Brettorf jubeln, der sich damit das letzte DM-Ticket sicherte.

Im zweiten Spiel gegen den Ohligser TV nutzte Seitz die Gelegenheit, ihrer Mannschaft weitere Variationsmöglichkeiten zu geben. Für Luca von Loh rückte die ehemalige Bundesligaspielerin Annika Kriger nach ihrer Babypause und eigentlich schon vollzogenem Faustball-Ruhestand in die Startformation. Im Angriff erhielt Nachwuchsspielerin Nina Karahmetovic ihren nächsten Bundesligaeinsatz an der Seite von Helle Großmann, die erneut die Doppelrolle aus Angabe und Rückschlag übernahm. Gegen die druckvolle Hauptangreiferin der Ohligserinnen präsentierte sich die Schneverdinger Defensive aufmerksam und entschärfte zahlreiche gefährliche Angaben. In vielen langen Ballwechseln behielten die Gastgeberinnen zudem häufig die Oberhand. Nach zwei gewonnenen Sätzen durfte schließlich auch U16-Spielerin Greta Baden erstmals Bundesligaluft schnuppern. Die Debütantin fügte sich in der Abwehr nahtlos ein und setzte mit mehreren sehenswerten Aktionen sofort Akzente. Trotz der vielen Umstellungen und einer Mannschaft, in der mit Nina Karahmetovic, Greta Baden und Annika Kriger gleich drei Spielerinnen nur wenig gemeinsame Spielpraxis mit der Stammformation besaßen, setzte sich der TV Jahn mit 3:1 (11:8, 11:7, 8:11, 11:9) verdient durch.

„Mit dem zweiten Tabellenplatz haben wir das Maximum aus dieser Bundesligasaison herausgeholt“, bilanzierte Mannschaftsführerin Laura Kauk. „Wenn man sieht, wie viele personelle Veränderungen wir verkraften mussten, können wir auf diese Leistung wirklich stolz sein. Die vielen jungen Spielerinnen haben ihre Chancen genutzt und uns in schwierigen Phasen enorm geholfen.“

Der Blick richtet sich nun auf die Deutsche Meisterschaft in Bardowick. Nach einer Saison, die von Verletzungen, zahlreichen personellen Veränderungen und gleich mehreren Bundesligadebüts geprägt war, fällt das Fazit der Schneverdingerinnen besonders positiv aus. Selten zuvor musste Trainerin Christine Seitz so häufig improvisieren und Spielerinnen integrieren, die eigentlich eine Pause vom Leistungssport eingelegt hatten. Statt erneut um die Nordmeisterschaft zu kämpfen, mussten die Saisonziele früh angepasst werden. Umso bemerkenswerter ist der Gewinn der Vizemeisterschaft in der Bundesliga Nord. „Wir werden bei der Deutschen Meisterschaft nicht als Favoritinnen an den Start gehen“, ordnet Seitz die Ausgangslage ein. „Aber die Mannschaft hat in dieser Saison immer wieder bewiesen, dass sie Rückschläge wegstecken und sich weiterentwickeln kann. In Bardowick wollen wir erneut das Beste aus unseren Möglichkeiten herausholen.“

Zum Einsatz kamen: Helle Großmann, Aniko Müller, Laura Kauk, Alina Karahmetovic, Luca von Loh, Annika Kriger, Nina Karahmetovic und Greta Baden.