Motivierende Worte von Heino Ferch

21-jährige Schneverdingerin Lil Paulin Heinecker bei Immenhof-Filmpreisen 2022 ausgezeichnet

Motivierende Worte von Heino Ferch

Viele junge Mädchen haben einen großen Wunsch: Sie hätten nichts lieber als ein eigenes Pferd. Lil Paulin Heinecker aus Schneverdingen hat im Alter von 21 Jahren zwar andere Interessen, dennoch hat sie jüngst im feierlichen Rahmen eines erhalten. Ihr Ross braucht allerdings weder Hafer noch Hufpflege. Die Schneverdingerin kann ihr Exemplar nämlich mit links in einer Hand halten, handelt es sich doch um eine Skulptur, die zugleich auch besondere Auszeichnung ist: Lil Paulin wurde bei der Gala der Immenhof-Filmpreise 2022 für ihr Schaffen in Film, Theater, Musik und sozialen Medien als Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Bei der Gala in Malente machte sie nicht nur im Interview mit Gastgeber Mario Würz eine gute Figur, sie sorgte im Verlauf des Abends auch für mächtig Wirbel, setzte sie sich doch spontan ans Schlagzeug, um mit der Show-Band zwei Stücke zu präsentieren, die etliche Gäste von den Sitzen rissen. Und dann wurde sie auch noch vom bekannten deutschen Schauspieler Heino Ferch freundschaftlich in den Arm genommen, der ihr motivierende Worte für ihre künftige Karriere mit auf den Weg gab. Es war ein Abend, an den sich die junge Schneverdingerin lange erinnern wird.

Ihre Mutter Silvia Heinecker ist in der Heideblütenstadt als Café-Betreiberin für ihre außergewöhnlichen Tortenkreationen bekannt. Dies hatte sich bis hin zur deutschen Pop-Rock-Band „Revolverheld“ herumgesprochen, die sich von der „Back-Queen“ aus der Heide vor einigen Jahren eine „Ritterburg-Torte“ für ihr Musikvideo zum Hit „Lass uns gehen“ bestellte und persönlich bei ihr dafür bedankte. Und hier schließt sich der Kreis, denn ihre Tochter hilft nicht nur hin und wieder im Café mit, sondern macht leidenschaftlich gern Musik und hat als junge Schauspielerin bereits in zwei Musikvideos mitgewirkt. Im Clip „Ein bisschen Seele“ von Sebastian Madsen ist sie als Schlagzeugerin zu sehen.

„Der Videodreh war toll und hat viel Spaß gemacht“, sagt Heinecker. Vor der Kamera wusste sie als „Taktgeberin“ an den Drums genau, was sie tat: „Schlagzeug spiele ich, seit ich sieben Jahre alt bin“, erzählt die Schneverdingerin. Wer sie in jüngeren Jahren bei Auftritten in der Heideblütenstadt hinter dem Drumset erlebt hat, konnte nicht übersehen, dass sich die trommelnde Schülerin mit den blonden Haaren auf der Bühne pudelwohl fühlte. Lil Paulin bestätigt das. „Das habe ich schon beim Kindertheater in der Grundschule gemerkt“, berichtet sie. Und so ging es später auch an der Kooperativen Gesamtschule Schneverdingen weiter, in der sie sich die 1,78 Meter große Schülerin zum Beispiel im „Mamma Mia!“-Musical der Schule als eine der „Front-Frauen“ auch mit Gesangseinlagen präsentierte. „Die KGS war sehr prägend, dafür bin ich dem Schulleiter Mani Taghi-Khani und den Lehrkräften sehr dankbar“, betont Lil Paulin. Sehr gern erinnert sie sich zum Beispiel an die Theaterworkshops in Stemmen zurück, aber auch an die Aufführungen.

Erfahrungen vor der Kamera sammelte sie nicht nur im Musikvideo von Sebastian Madsen, sondern auch in einem weiteren der Gruppe „90twoDegrees“ für deren Song „Lift me up“ sowie in zwei Kurzfilmen und bei den Dreharbeiten für den Krimi „Im Schattenriss“. Apropos Krimi: „Mein großer Traum ist es, einmal Tatortkommissarin zu werden“, so Lil Paulin. Und vielleicht geht dieser Wunsch irgendwann einmal in Erfüllung. „Man kann alles im Leben schaffen, man muss es nur wollen“, unterstreicht die Heidjerin und fügt hinzu: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Davon bin ich überzeugt.“ Um sich in Sachen Schauspiel weiterzubilden hat sie im Soltauer Theaterensemble „Die Zeitlosen“ mitgespielt und Unterricht bei verschiedenen Schauspielcoaches genommen. Derzeit absolviert sie eine Ausbildung am Hamburger Schauspiel-Studio Frese, ist dort im dritten Semester. „Die Bühne sehe ich als mein Zuhause, es gab für mich nur das“, betont Lil Paulin. In der Hansestadt stehen unter anderem Improvisation, Szenen- und Rollenunterricht, Atem- und Stimmschulung sowie Gesang auf dem „Stundenplan“, aber auch Ballett-Grundlagen, Körpertraining und Akrobatik. „Das hat meinen Horizont um einiges erweitert. Ich lerne sogar Bühnenfechten“, berichtet die 21-Jährige.

Einige Stufen auf ihrem Weg hinauf zum großen Ziel hat sie bereits erklommen, viele weitere werden auf sie warten. Ein Highlight war zweifelsfrei die Preisverleihung am 29. Oktober dieses Jahres auf Gut Immenhof in Malente, zu der sie in Begleitung ihrer Mutter gefahren ist. Im Jahr 1955 hat das damalige Gut Rothensande als „Immenhof“ ein Stück Filmgeschichte geschrieben. Mit seinen Stallungen diente es als Kulisse für die Außenaufnahmen der Filme „Die Mädels vom Immenhof“, „Hochzeit auf Immenhof“ und „Ferien auf Immenhof“. Das Immenhof-Museum in Malente widmet sich seit vielen Jahren der Erinnerung an diese Zeiten und dem Erhalt der Original-Filmrequisiten. Es verleiht zudem alljährlich den Immenhof-Filmpreis an Schauspielerinnen und Schauspieler. In diesem Jahr fand die Verleihung im großen Festsaal im Hotel Gut Immenhof statt.

Preise gingen an diesem Abend an Heino Ferch und Ina Paule Klink als beste deutsche TV-Seriendarsteller. Weitere Trophäen nahmen Susanna Wellenbrink, Neue-Deutsche-Welle-Star Markus und eben Lil-Paulin Heinecker entgegen. Letztere berichtete vor rund 100 Gala-Gästen über ihren bisherigen Werdegang und ihre Liebe zur Musik. Die Schneverdingerin spielt nämlich nicht nur Schlagzeug, sondern auch Cajón und Klavier. Auf Anregung des Moderators rockte sie später am Schlagzeug der Band, die den Abend musikalisch umrahmte, mit wirbelnden Drumsticks den Ballsaal. „Das war etwas ganz Besonderes für mich, in so einem Rahmen eine Auszeichnung zu erhalten“, berichtet Lil Paulin. Anfangs sei sie noch etwas aufgeregt gewesen, aber das habe sich in der entspannten Atmosphäre gelegt. Beim späteren Zusammensitzen habe sich die Gelegenheit ergeben, sich mit Heino Ferch auszutauschen. „Er war sehr nett und hat mir ein paar gute Ratschläge mitgegeben. Ich soll stets neugierig bleiben, immer auf mein Bauchgefühl hören und einfach machen, machen, machen. Und zum Abschied hat er gesagt: Wir sehen uns dann am Set. Das fand ich schön, das hat mir total Mut gemacht“, sagt Lil Paulin.

Wohl jede Schauspielerin und jeder Schauspieler wird bestätigen, wie wichtig in der Branche ein funktionierendes Netzwerk ist. Da kann es sicherlich nicht schaden, dass Lil Paulin auch die Managerinnen von Heino Ferch und Ina Paule Klink kennengelernt hat. Letztere zeigte sich vom Auftritt der Schneverdingerin bei der Gala besonders begeistert, ist sie doch, wie es der Zufall will, selbst Schlagzeugerin. Da gab es dann nicht nur Gelegenheit zum Fachsimpeln, sondern, wie Lil Paulin erzählt, „auch ein nettes Lob von Schlagzeugerin zu Schlagzeugerin.“

Nachdem es für ihr spontanes „Gastspiel“ mit der Band stehende Ovationen gegeben hatte, „war der Abend für mich abgerundet. Das hat mich erfüllt, die Nervosität fiel ab“, erzählt die Heidjerin. Völlig perplex war sie, als Galagäste sie um Fotos und Autogramme baten. „Ich musste zum ersten Mal Autogramme geben und war damit im ersten Moment ein wenig überfordert - aber das war schon schön.“

Wird Lil Paulin in Zukunft öfter im Rampenlicht stehen, womöglich sogar als Tatortkommissarin? Wie sagte sie so schön: „Wo eine Wille ist, da ist auch ein Weg.“

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