Neugeborenes Kalb gerissen: Waren es Wölfe?

Grausiger Fund: Totes Tier auf Schneverdinger Weide

Neugeborenes Kalb gerissen: Waren es Wölfe?

Den grausigen Fund, den Familie Mund am vergangenen Dienstagmorgen auf ihrer Weide vor den Toren der Heideblütenstadt gemacht hat, hat Malte Mund mit einem Foto festgehalten. Das Bild, das wir den Lesern des Heide-Kuriers hier aber nicht zumuten möchten, zeigt die Reste eines Kalbs: Viel ist nicht übrig, nur Wirbelsäule, Rippen und Schädel. Malte Mund und sein Vater Wilfried Mund glauben zu wissen, was passiert ist: „Das war ein Wolfsriss.“ Ob sie damit Recht haben, überprüft die hinzugerufene Wolfsexpertin Evelin Hinck, die den Fall dokumentiert, weitere Fotos gemacht und DNA-Proben genommen hat, die noch ausgewertet werden. „Dann folgt das abschließende Urteil der NLWKN (Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz)“, so die Rotenburgerin.

Das Kalb sei erst am vergangenen Montag geboren worden, erklärt Wilfried Mund. „Rund 20 erwachsene Tiere sind auf der Weide an der Veerse, dazwischen etwa acht Kälber.“ Und Wölfe gebe es einige in dieser Ecke nahe der Schneverdinger Kläranlage, „das beobachten auch die Jäger hier“, weiß Mund. Seine Sorge: Die Wölfe könnten nun „auf den Geschmack gekommen sein“ - und das nächste Wohnhaus sei nur 500 Meter entfernt. Dem Wolf, so Mund, könne man natürlich keinen Vorwurf machen: „Der will auch einfach nur leben. Aber es sind mittlerweile einfach zu viele Wölfe hier.“

Makaberer Nebenaspekt der Geschichte: Für die Weide, die mit einem mobilen Elektrozaun geschützt ist, hat Familie Mund direkt vor dem Vorfall einen Antrag für einen Wolfszaun gestellt. „Dort hatten wir die Frage, ob es bisher schon Wolfsrisse gegeben habe, noch verneinen können“, so Wilfried Mund.

Logo